Gastronomie kommt trotz Steuererleichterung nicht aus der Krise. Gäste sparen, Hotels klagen über Umsatzverluste. Das sagt der Dehoga NRW.
Restaurants, Cafés und Hotels in Deutschland haben im Mai 2026 preisbereinigt weniger eingenommen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen ein Minus, misst man die Einnahmen an den Preisen vor einem Jahr. Nominal, also zu den aktuellen Preisen, haben die Wirte aber sogar etwas mehr eingenommen. Das lässt darauf schließen, dass die Gastronomen ihre Preise durchschnittlich kräftig erhöht haben. Dies trotz der Mehrwertsteuersenkung von 19 auf sieben Prozent zum 1. Januar. Was steckt dahinter? Thorsten Hellwig, Pressesprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) NRW, erklärt, warum die Branche aus der Krise nicht herauskommt.
Restaurants, Cafés und Co. klagen weiter über zu wenige GästeVolle Tische, gut gebuchte Zimmer, klingelnde Kassen: Davon war das deutsche Gastgewerbe im Mai 2026 ein Stück entfernt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die Umsätze von Hotels, Restaurants und Cafés (Gastgewerbe) gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,0 Prozent. Hotels und Beherbergungsbetriebe kamen mit einem realen Minus von 2,8 Prozent glimpflicher davon. Anders als die Gastronomen nahmen die Hoteliers aber auch nominal ein Prozent weniger Geld ein.

In der Gastronomie brach der preisbereinigte Umsatz binnen zwölf Monaten um 7,1 Prozent ein. Trotzdem hatten die Wirte nominal sogar 0,7 Prozent mehr Geld in der Kasse. Das bedeutet, sie haben weniger Schnitzel, Pizza oder Burger verkauft, das aber mit ihren Preisanhebungen mehr als ausgeglichen. Dabei gilt für Speisen seit dem 1. Januar 2026 sogar der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent. Eigentlich hätte Essengehen damit günstiger werden können. Dass sie trotzdem teurer wurden, begründen die Wirte mit gestiegenen Kosten für Personal, Energie und Wareneinkauf. Hinzu kommt, dass der niedrigere Satz nur für Speisen gilt – auf Getränke bleiben es weiterhin 19 Prozent.
Gastwirte verzeichnen Minus: Fachkräftemangel spielt auch eine RolleFür die Branche ist der Rückgang Ausdruck einer anhaltend schwierigen Lage. „Corona war vorbei und die Annahme war: Wir starten dann durch. Dann kam aber die Energiekrise, die Inflation“, meint Thorsten Hellwig, Sprecher des Dehoga NRW.
Weitere Texte aus dem Ressort Wirtschaft finden Sie hier:Einen einzelnen Grund dafür sieht Hellwig nicht: „Das ist die Gemengelage“ – aus steigendem Mindestlohn, Fachkräftemangel, Bürokratie und den Nachwirkungen der Corona-Zeit. Die Lage in Nordrhein-Westfalen dürfte sich dabei kaum vom Bundestrend unterscheiden: „In NRW haben Sie die Bundesrepublik sozusagen in klein gespiegelt“, so Hellwig. Die genauen Zahlen für das Bundesland liegen noch nicht vor.