Toy Story 5: Die gelungene Rückkehr ins Kino mit neuen Ideen – aber nicht alle zünden.
Stand: 23.07.2026, 17:02 Uhr
Von: Florian Stickel
Toy Story 5: Die gelungene Rückkehr ins Kino mit neuen Ideen – aber nicht alle zünden.
München – Wenn ein „Toy Story“-Film ins Kino kommt, sind die Erwartungen hoch. Seit dem ersten Teil von 1995 gilt die Reihe nicht nur als Meilenstein der Computeranimation, sondern auch als Maßstab für intelligentes Erzählen im Familienfilm.
Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Spätestens nach „Toy Story 3“ schien die Geschichte eigentlich abgeschlossen, doch selbst der vierte Teil überraschte noch einmal mit einer sinnvollen Erweiterung des Universums. Umso größer ist die Frage, ob „Toy Story 5“ überhaupt noch etwas Neues erzählen kann.

Zum Glück lautet die Antwort: Ja – allerdings mit kleinen Einschränkungen. Disney und Pixar wagen einen neuen Blick auf ihre Figuren und verlagern den Schwerpunkt deutlich. Während Woody und Buzz Lightyear lange Zeit das Herz der Reihe waren, rückt diesmal Cowgirl Jessie in den Mittelpunkt.
Regisseur Andrew Stanton erzählt weniger eine klassische Fortsetzung als vielmehr eine Geschichte über Veränderung, Identität und den Platz von Spielzeug in einer Welt, in der Kinder immer häufiger vor Bildschirmen sitzen.
Moderne Technologie trifft auf altes SpielzeugIm Mittelpunkt steht Bonnie, die sich schwertut, Anschluss zu finden. Ihre Eltern hoffen, dass ein Tablet ihr dabei helfen kann. Statt gemeinsamer Abenteuer im Kinderzimmer bestimmen digitale Welten, soziale Medien und Online-Kontakte zunehmend ihren Alltag. Jessie, Buzz und Co. stehen vor einer neuen Herausforderung: Die vertrauten Spielzeuge müssen sich plötzlich mit einer völlig neuen Konkurrenz auseinandersetzen – moderner Technologie.
Dieses Aufeinandertreffen erinnert ein wenig an den ersten Film. Damals brachte Buzz Lightyear als modernes Plastikspielzeug die Welt der klassischen Cowboy- und Stofffiguren durcheinander. Die Parallelen sind offensichtlich, wirken aber nicht wie eine bloße Wiederholung, sondern wie eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Grundidee.
Die großen Themen bleibenDabei bleiben die Drehbuchautoren – zugleich das Regie-Tandem – Andrew Stanton und Kenna Harris mit „Toy Story 5“ den großen Themen der Reihe treu. Wieder geht es um das Älterwerden, das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, und um die Frage, welchen Sinn ein Spielzeug hat, wenn niemand mehr mit ihm spielt.
Neu hinzukommen Überlegungen zur Rolle moderner Technik. Der Film zeigt ihre Möglichkeiten, dreht sich aber zu großen Teilen um die von ihr erzeugten Probleme. Dazu gehören unter anderem Isolation und Cybermobbing, mit dem Bonnie in der digitalen Welt konfrontiert wird.
Vor allem der Charakter Jessie gewinnt im neuen Film. Sie muss sich als Anführerin neu definieren und sich fragen, welche Bedeutung ihre früheren Besitzer für sie hatten und welche Rolle sie künftig noch spielen kann. Das ist das Herzstück des Films und verleiht der Geschichte Pixar-typische, echte emotionale Tiefe.
Und wie in jedem Film wächst die Toy-Familie weiter: Jessie zur Seite steht eine Gruppe neuer Spielsachen. Sie sind allesamt digital – doch nach kurzer Zeit bereits überholt und ausgemustert, dürfen sie beweisen, dass sie immer noch für etwas zu gebrauchen sind. Vorausgesetzt, man legt ihnen neue Batterien ein.
Weniger überzeugend fallen dagegen einige Entscheidungen rund um die bekannten Hauptfiguren aus. Buzz Lightyear erhält eine romantische Nebenhandlung, die ein bisschen aus dem Nichts auftaucht und wie „Malen nach Zahlen“ wirkt. Woody wiederum kehrt aus seinem selbst gewählten Abschied zurück, ohne dass seine Anwesenheit für die Handlung zwingend notwendig wäre.
Zwar liefern sich die beiden nach wie vor unterhaltsame Wortgefechte und sorgen für einige der witzigsten Momente des Films, für den eigentlichen Verlauf der Geschichte bleiben sie jedoch erstaunlich nebensächlich.
Technisch auf höchstem NiveauBei der Inszenierung bewegt sich Pixar weiterhin auf höchstem Niveau. Die Animationen wirken detailreich, lebendig und transportieren die Emotionen der Figuren überzeugend. Gleichzeitig gelingt es dem Regisseur-Team Stanton und Harris, sowohl jüngere Zuschauer mit Humor und Tempo als auch Erwachsene mit philosophischen Fragen und ein bisschen Wehmut anzusprechen.
„Toy Story 5“ ist vielleicht nicht der stärkste Teil der Reihe und erreicht nicht ganz die emotionale Tiefe seiner Vorgänger. Trotzdem gelingt Pixar erneut ein hervorragender Animationsfilm. Nostalgie und Zeitgeist sind zu einem runden Paket geschnürt. Der Kinobesuch bietet viel Unterhaltung – und lässt am Ende offen, ob dies wirklich der letzte Ausflug mit Woody, Buzz, Jessie und ihren Freunden gewesen ist.
Der Kinostart von „Toy Story 5“ ist am 23. Juli 2026.
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