Die Fed hält die Zinsen stabil. Doch der Dissens fiel ungewöhnlich hoch aus. Der Bondmarkt reagiert besorgt. Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe stieg auf den höchsten Stand seit 2007.
New York. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt die Leitzinsen in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Das teilte die Fed nach der Sitzung des führenden geldpolitischen Gremiums am Mittwoch mit.
„Die Überraschung ist ausgeblieben“, sagte HQ-Trust-Chefökonom Michael Heise zu der Entscheidung. Ausschlaggebend dürfte aus seiner Sicht die Einschätzung gewesen sein, dass die hohe Inflationsrate vor allem auf die gestiegenen Energiepreise infolge der Nahost-Krise zurückgehe und damit vorübergehend sei.
Am Anleihemarkt löste das erneute Stillhalten der Notenbank einen Ausverkauf aus: Die Renditen von US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit kletterten nach der Konferenz auf den höchsten Stand seit 2007 auf bis zu 5,23 Prozent, die richtungsweisende Staatsanleihe der zehnjährigen stieg auf bis zu 4,7 Prozent.
Getrieben werden die langlaufenden Renditen vor allem von den Erwartungen an die künftige Inflation. Das heißt auch, dass das Vertrauen in die Notenbank und ihre Fähigkeit, die Inflation in der Zukunft einzudämmen, eine zentrale Rolle spielt. Reagiert sie zu spät auf die Inflationsgefahr, muss sie unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt mit höheren Zinsen eingreifen.