Resistenzen gegenüber Antibiotika stellen Mensch und Medizin vor ein zunehmendes Problem. Geforscht wird deshalb an neuen Wirkstoffen. An der Uni Magdeburg konnte ein vielversprechender Kandidat jetzt hergestellt werden.
AUDIO: Magdeburger Forschende mit Fortschritt für neues Antibiotikum (1 Min)
Gegen Resistenzen
Forschende in Magdeburg machen Fortschritte für neues AntibiotikumStand: 16.07.2026 13:53 Uhr
Resistenzen gegenüber Antibiotika stellen Mensch und Medizin vor ein zunehmendes Problem – gerade Krankenhauskeime sind berüchtigt. Geforscht wird deshalb an neuen Wirkstoffen, die als Reserve dienen. An der Uni Magdeburg konnte ein vielversprechender Kandidat jetzt künstlich hergestellt werden.
von MDR WISSEN/flo
Neosorangicin A – der Name ist kryptisch, aber vielleicht sollte man ihn sich merken. Der Naturstoff hilft einer bestimmten Bakteriengruppe, sich gegenüber anderen Mikroorganismen zu behaupten und könnte künftig auch beim Menschen eingesetzt werden, wenn verfügbare Antibiotika nicht mehr wirken.
Das gelte in diesem Fall auch für hartnäckige Erreger, die Krankenhäusern weltweit zunehmend Probleme bereiten. Für den medizinischen Einsatz muss der Wirkstoff allerdings synthetisch hergestellt werden können. Forschenden an der Uni Magdeburg ist genau das jetzt gelungen. Der Prozess sei besonders herausfordernd gewesen, da der Naturstoff in seinem Aufbau sehr komplex ist.
Herausfordernder Herstellungsprozess, vielversprechendes AntibiotikumAußerdem komme hinzu, dass Neosorangicin A relativ instabil sei und im Körper schnell abgebaut werden könne. "Genau deshalb ist ein chemischer Zugang so wichtig", erklärt der Chemiker Dieter Schinzer von der Uni Magdeburg (Foto unten). "Erst nachdem wir jetzt das Molekül im Labor nachbauen können, kann es gezielt chemisch verändert und biologisch optimiert werden. Der jetzt entwickelte Syntheseweg ist die Voraussetzung dafür, den Naturstoff für die weitere Wirkstoffentwicklung überhaupt erst nutzbar zu machen."
Der erste Schritt zum neuen Medikament ist demnach getan. Antibiotikaresistenzen zählen laut WHO zu den großen Bedrohungen der globalen Gesundheit. Allein 2021 sind Schätzungen zufolge über eine Million Menschen direkt durch und 4,7 Millionen in Verbindung mit bakteriellen Resistenzen gestorben.
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