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Serien-Hype jetzt in Deutschland zu sehen: Der bessere Sex

Дата публикации: 24-06-2026 22:00:00




Die Serie „Heated Rivalry“ über die heimliche Affäre zweier Eishockeyspieler ist ab sofort auch in Deutschland zu sehen und jetzt schon ein Mega-Hit – auch wegen der vielen expliziten Sex-Szenen. Die begeistern besonders weibliche Fans. Woran liegt das?



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Serien-Hype jetzt in Deutschland zu sehen Der bessere Sex
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„Heated Rivalry“ kommt nach Deutschland

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Foto: AP/Sabrina Lantos

Analyse · Die Serie „Heated Rivalry“ über die heimliche Affäre zweier Eishockeyspieler ist ab sofort auch in Deutschland zu sehen und jetzt schon ein Mega-Hit – auch wegen der vielen expliziten Sex-Szenen. Die begeistern besonders weibliche Fans. Woran liegt das?

Es wäre ziemlich einfach, „Heated Rivalry“ auf das Offensichtliche zu reduzieren. Auf das, weswegen die Serie in den sozialen Netzwerken gefeiert wird, seit sie im November auf der kanadischen Streaming-Plattform Crave zum ersten Mal zu sehen war. Schon der Titel, der sich nicht sinnwahrend übersetzen lässt, ohne dass er nach Amateur-Porno klingt, beschreibt den Inhalt ziemlich präzise: Die beiden Top-Spieler zweier traditionell rivalisierender Eishockey-Mannschaften beginnen eine heiße Affäre.

Unter erschwerten Bedingungen, denn die von Testosteron und Männlichkeitsritualen bestimmte Eishockeywelt ist noch nicht bereit für schwule Spieler. Also treffen sich Shane Hollander (Hudson Williams) und Ilya Rozanov (Connor Storrie) alle paar Monate heimlich in anonymen Hotelzimmern, immer in Sorge, entdeckt zu werden. Zwischendurch bleiben ihnen nur verstohlene Blicke am Rand der Eisfläche und Textnachrichten auf dem Handy – die Nummer des jeweils anderen sicherheitshalber unter einem Frauennamen abgespeichert.

Sex-Szenen machen großen Teil der Serie aus

Trotz – oder gerade wegen – dieser widrigen Umstände nehmen die Sex-Szenen einen großen Teil der Serie ein; grob geschätzt die Hälfte der Zeit verbringen die beiden Hauptdarsteller im Bett – unbekleidet, die Körper ineinander verschlungen, einander küssend, schwer atmend, stöhnend.

Beließe man es bei dieser Beschreibung, die Geschichte von Shane und Ilya wäre immer noch eine Empfehlung wert. Tatsächlich sind die Sex-Szenen zwischen den beiden nicht nur ausführlich, sondern auch ausgesprochen eindeutig. Wenngleich das, was man sieht, letztlich erst im Kopf des Betrachters oder der Betrachterin wirklich konkret wird (primäre Geschlechtsteile werden nicht gezeigt) – derart deutlich waren zwei Männer beim Sex auf der Leinwand selten zu sehen.

„Männlicher“ Sex im Fokus

Nun ist es keineswegs ungewöhnlich, dass „männlicher“ Sex im Film im Fokus steht. Allerdings sind Männer dabei selten auf die gleiche Weise Sex-Objekte wie Frauen. Männlicher Sex funktioniert in der klassischen Hollywood-Variante im Zusammenspiel mit einer Frau, genauer gesagt: auf eine Frau bezogen. In nicht wenigen Fällen dient die Frauenrolle dabei lediglich der Betonung der männlichen Gefühlswelt und Libido.

Bei „Heated Rivalry“ nun steht schwuler Sex im Mittelpunkt, und zwar auf eine Weise, die – glaubt man den begeisterten Kommentaren und Beiträgen auf Instagram und Co. – neben queeren Zuschauern vor allem heterosexuelle Frauen anzieht.

Vor allem Letzteres scheint für viele eine Überraschung zu sein. „Warum stehen Frauen auf queeren Sex?“, fragte prompt der „Spiegel“.

Ilya (l.) und Shane trauen sich nicht, ihre Beziehung öffentlich zu machen.

Ilya (l.) und Shane trauen sich nicht, ihre Beziehung öffentlich zu machen.

Foto: Sabrina Lantos/HBO Max/dpa/Sabrina Lantos

Die simple Gegenfrage lautet: Warum nicht?

Kaum ein heterosexueller Mann findet die Vorstellung von zwei Frauen beim Sex abwegig, geschweige denn abstoßend; lesbischer Sex mit der Zielgruppe Mann ist auch pornografisch ein umfassend, wenn nicht gar ermüdend erschlossenes Feld; die Variante Mann und Mann hingegen entspricht nicht dem Mainstream – zumindest nicht in der heterosexuellen Perspektive.

Heterosexuellen Frauen gefällt der Anblick zweier Männer beim Sex

Die Vorstellung, dass heterosexuellen Frauen der Anblick zweier Männer beim Sex gefällt, ist keine besondere Sensation – erst recht nicht, wenn es sich, wie im Fall von „Heated Rivalry“, um Männer handelt, deren Körper aussehen, als hätte Michelangelo persönlich sie aus einem Marmorblock gemeißelt.

Dazu passt, dass Statistiken zufolge rund 40 Prozent des Publikums der für schwule Konsumenten gedrehten Pornos weiblich sind – und man muss diese Zahl nicht überprüfen, um das zumindest plausibel zu finden.

Und doch ist all das nur ein Teil der Antwort auf die Frage, warum sich so viele heterosexuelle Frauen mit dem Inhalt der Serie identifizieren.

Ist schwuler Sex gar grundsätzlich der bessere Sex?

Was die Sex-Szenen bei „Heated Rivalry“ so besonders macht, ist, dass sie nie „nur“ Sex-Szenen sind, aller Deutlichkeit zum Trotz. Shanes und Ilyas Geschichte außerhalb des Bettes ist keine blasse Rahmenhandlung, die von den Sex-Szenen mühsam zusammengehalten wird. Dass Shane und Ilya zusammen sein wollen und es nicht dürfen, macht einerseits einen großen Teil der (erotischen) Spannung aus. Gleichzeitig geht das persönliche Schicksal der beiden Serien-Athleten durch den Kontrast von der körperlichen Härte ihres heteronormativ geprägten Alltags als Spitzensportler und der geradezu schmerzhaften emotionalen Nähe, wenn sie miteinander allein sind, unter die Haut – erst recht in einer Welt, in der eine grobe Umarmung verbunden mit rabiatem Schulterklopfen oft die höchste Form öffentlich gezeigter Zuneigung zwischen Männern ist. „Heated Rivalry“ verbindet extrem erotische Szenen zwischen geradezu lächerlich schönen Menschen mit einem Kontext, der genau diese Szenen rechtfertigt.

Von Zuneigung überwältigt

Frauen wiederum können die Handlung genießen, ohne sie auf sich selbst beziehen zu müssen: Hier ist nicht (wie oft in heterosexuellen Beziehungen) der weibliche Part für Kommunikation und Emotionen in der Beziehung zuständig – denn es gibt ihn ja nicht. In einer der schönsten Szenen (und ja, auch hier gibt es Sex) werden Shane und Ilya in ihrer Lust plötzlich von ihrer tiefen Zuneigung zueinander überwältigt, die sie hilf- und ratlos zurücklässt. Plötzlich sind da echte, tiefe Gefühle, und über die lässt sich nicht einfach hinwegvögeln.

Der Umgang mit dem gegenseitigen Verlangen, mit der Tragik seiner Nichteinlösung, der Einsamkeit und Verletzung, die daraus folgen, ist bei „Heated Rivalry“ eine komplett männliche Aufgabe – und siehe da: Es funktioniert. Diese Variante von Männlichkeit zu beobachten, ist ausgesprochen wohltuend und stimmt hoffnungsvoll, selbst wenn sie nur auf dem Bildschirm stattfindet. Zumal nebenbei gleich zwei Klischees ausgehöhlt werden: Das, demzufolge es Frauen beim Sex vor allem um Gefühl und Romantik gehen muss, und das, welches Männer im Gegensatz dazu zu gefühllosen, triebgesteuerten Sex-Robotern degradiert.

„Heated Rivalry“ zeigt, was Sexualität alles sein kann: Nähe, Verständnis, Kommunikation, Leidenschaft, Dialog, Spiel, Intimität. Freiheit. Im besten Fall, so die Botschaft, kommt das alles zusammen, und zwar völlig unabhängig davon, wer mit wem im Bett landet. Und das ist dann definitiv der bessere Sex.

In Deutschland ist „Heated Rivalry“ ab dem 6.2. beim Streamingdienst HBO Max zu sehen. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

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