Elektrogrills sind längst keine Notlösung mehr, sondern eine echte Alternative für Grillfans. Doch nicht jedes Modell liefert überzeugende Ergebnisse, weshalb COMPUTER BILD sieben Modelle genauestens unter die Lupe genommen hat.
31.07.2026, 16:51 Uhr
Laetitia Knitter
Elektrogrills sind längst keine Notlösung mehr, sondern eine echte Alternative für Grillfans. Doch nicht jedes Modell liefert überzeugende Ergebnisse, weshalb COMPUTER BILD sieben Modelle genauestens unter die Lupe genommen hat.
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Externer Link IconPreis-Leistungs-Sieger
TZS First Austria
Elektrogrill 2 in 1 Tischgrill & Standgrill
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Sommer, Sonne, kühle Getränke – und ein würziger Duft liegt in der Luft. Während der Grillsaison kommt immer wieder die Frage auf, welcher Grill am besten zu einem passt. Wer eine Alternative zu den Klassikern Holzkohle und
Gassucht, stößt auf Elektrogrills. Die modernen Grills ermöglichen hohe Temperaturen, markantes Branding (die typischen Streifen auf dem Grillgut) und authentisches Aroma – ganz ohne offene Flamme. Zudem ist diese Leistung in ein Paket verpackt, dass optisch kleinen Tischgasgrills Ob diese Versprechen im Alltag tatsächlich eingehalten werden, zeigt jedoch erst ein ausführlicher Test.
Für unseren Vergleich haben wir sieben Elektrogrills unter identischen Bedingungen geprüft. Neben den Grillergebnissen spielten auch Ausstattung, Bedienkomfort, Verarbeitung, Temperaturverteilung, Energieverbrauch und Reinigungsaufwand eine wichtige Rolle. Es lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den Modellen erkennen. Während einige eine klare Kaufempfehlung verdienen, sollten Sie bei anderen besser Vorsicht walten lassen.
Eines zeigte sich während unseres Tests deutlich: Wir empfehlen, die Elektrogrills nicht in geschlossenen Räumen zu nutzen, auch wenn das laut einigen Herstellern möglich ist. Zwar entsteht weniger Rauch als bei Holzkohle- und Gasgrills, vollständig rauchfrei arbeiten die Geräte jedoch nicht. Für den sicheren Betrieb eignen sich deshalb Balkon, Terrasse oder Garten.

Aufheizen, belegen, grillen, wenden, Repeat – wir haben sieben Grills getestet.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Der Ninja Woodfire Pro Connect XL setzte sich in unserem Vergleich an die Spitze und überzeugte mit einem gelungenen Gesamtpaket. Besonders Gemüse und vegetarische Bratwürste gelangen hervorragend und erhielten eine gleichmäßige Bräunung sowie ein ansprechendes Branding. Auch Burgerpatties grillte er ordentlich, wenngleich ihnen eine etwas intensivere Bräunung fehlte.

Vor allem bei Gemüse und vegetarischen Bratwürsten stellte der Ninja seine Stärken unter Beweis.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Mit rund 18 Kilogramm (kg) zählt der Ninja Woodfire zu den schwereren Geräten im Test, bietet aber auch eine vergleichsweise große Grillfläche mit 45x33,5 Zentimeter (cm). Die große Cookbox erlaubt auch weitere Einsatzmöglichkeiten wie Smoken oder Heißluftfrittieren, wofür von Ninja das passende Equipment gleich mitgeliefert hat.
Die Inbetriebnahme gestaltet sich unkompliziert. Nach dem Auspacken genügt eine kurze Reinigung, bevor der Grill einsatzbereit ist. Gesteuert wird er über ein übersichtliches Bedienfeld mit Drehregler und Tasten. Zusätzlich steht eine App zur Verfügung, über die sich der Grill aus der Ferne steuern lässt. Die Einrichtung und die Verbindung des Grills mit der App nehmen allerdings einiges an Zeit und Geduld in Anspruch.
Der Ninja Woodfire erreichte im Test nach knapp zwölf Minuten seine Betriebstemperatur. Im Garraum wurden etwa 210 Grad Celsius (°C) gemessen, der Grillrost erhitzte sich gleichmäßig. Auf höchster Leistungsstufe lag die durchschnittliche Temperatur des heißesten Punktes auf dem Rost bei 265 °C, auf niedrigster Stufe noch bei 212 °C. So eignet sich das Gerät vor allem für Grillen bei mittleren bis hohen Temperaturen.
Die Reinigung des Grillrosts gestaltet sich unkompliziert. Etwas mehr Aufwand erfordert dagegen die Cookbox, da sich ihre verwinkelte Decke nicht abnehmen lässt, sodass ein paar Ecken schwer zu erreichen sind.
Unterm Strich überzeugt der Ninja Woodfire Pro Connect XL mit sehr guten Grillergebnissen, umfangreicher Ausstattung und einfacher Bedienung. Mit einem Preis von rund 390 Euro (Stand: Juli 2026) zählt er zwar zu den teuersten Geräten im Test, bietet aber das insgesamt stimmigste Gesamtpaket.

Der Ninja Woodfire Pro Connect XL sicherte sich die Krone mit seiner umfangreichen Ausstattung und überzeugenden Grillergebnissen.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Der TZS First Austria Elektrogrill 2in1 Tischgrill & Standgrill ist unser Preis-Leistungs-Sieger, der zu einem Preis von rund 126 Euro (Stand: Juli 2026) gute Ergebnisse lieferte. Besonders in der technischen Prüfung konnte das Gerät überzeugen und erzielte die besten Messwerte im Test. Nach nur sechs Minuten Aufheizzeit wurde eine Temperatur von 152 °C im Garraum und eine gleichmäßige Hitzeverteilung auf dem Rost erreicht. Bei Betrieb auf höchster Stufe stellte sich eine durchschnittliche Rosttemperatur von 231 °C ein, die bei minimaler Stufe auf 111°C absinkt. Dank des großen Temperaturrange ist Grillen bei bei niedriger Hitze möglich. Der Stromverbrauch geht sehr in Ordnung: Das Gerät benötigt 0,15 Kilowattstunden (kWh) beim Aufheizen und sparsame 0,23 kWh bei einem 30-minütigen Grillvorgang.
Neben dem standardmäßig integrierten Thermometer verfügt der Grill über einen Deckel mit Scharnierhalterung. Dank dieser bleibt der Deckel sicher geöffnet, sodass beide Hände frei bleiben. Auch eine Grillstation ist im Paket enthalten, deren Aufbau sich allerdings etwas kniffelig gestaltete. Bei den Materialien setzt der Hersteller auf eine Kombination aus Metall und Kunststoff sowie Alu-Druckguss für den Rost. Die Verarbeitungsqualität machte einen gemischten Eindruck: Während das Hauptgerät ordentlich verarbeitet ist, wirkt die Station eher einfach und nicht ganz so standfest.
Die Alu-Druckguss-Platte wirkt sich auf das Grillergebnis aus. Sie sorgte zwar für ein deutliches Branding, bei der Bräunung zeigte sie jedoch leichte Schwächen. So fiel die Röstung der Burgerpatties etwas schwach aus und das Rindleisch blieb innen leicht rosa. Auch die Veggie-Bratwurst hätte von einer intensiveren Bräunung profitiert. Beim Grillgemüse wären sowohl stärkere Röstung als auch ein markanteres Branding wünschenswert gewesen.
Insgesamt überzeugte der Elektrogrill von TZS First Austria mit guten Grillergebnissen zu einem attraktiven Preis. Besonders praktisch ist die integrierte Grillstation mit Rollen, damit ist er flexibel nutzbar. Der kleine Seitentisch ist praktisch, um Grillgut oder Zubehör abzustellen – wobei er nicht für schwere Lasten gedacht ist. Der Grill lässt sich unkompliziert von Hand reinigen – ideal für Ausflüge an den See oder den nächsten Campingtrip.

Die Reinigung des Grills per Hand ist sehr einfach und der Grill ist dank der Station mit Rollen leicht zu transportieren, sodass er ideal für einen Ausflug an den See oder den nächsten Camping-Trip ist.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Der Wettstreit wird unter identischen Bedingungen durchgeführt: Alle Grills werden gemäß den Herstellerangaben vorgeheizt und anschließend mit demselben Grillgut nach einem einheitlichen Ablauf getestet. Wendezeit und Garzeit sind für alle Modelle gleich, um sie möglichst objektiv zu vergleichen.
In die Gesamtbewertung fließt weit mehr ein als das reine Grillergebnis. Neben der Grillleistung bewerten wir Ausstattung, Verarbeitungsqualität, Bedienkomfort, Verständlichkeit der Bedienungsanleitung sowie den Reinigungsaufwand. Gerade für den Alltagsgebrauch sind diese Punkte wichtig. Zudem haben wir einen Blick auf die technischen Messwerte geworfen und Temperatur, Hitzeverteilung und Stromverbrauch ermittelt.
In dieser Kategorie bewerten wir den Funktionsumfang und die Verarbeitungsqualität der einzelnen Grills. Berücksichtigt werden unter anderem die Bauweise, die Art der Deckelhalterung, die Größe der Grillfläche sowie praktische Details wie Kabellänge und -aufwicklung. Auch Ausstattungsmerkmale wie Temperaturregler, Deckelthermometer, Fettauffangschale und mitgeliefertes Zubehör fließen in die Bewertung ein. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Materialqualität. Cookbox, Grillrost und deren Verarbeitung beeinflussen nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Stabilität und Langlebigkeit des Grills.

Integriertes Thermometer, Fettauffangschalen und Grillstation machen den Unterschied beim Grillkomfort.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Ein guter Grill sollte nicht nur leistungsstark, sondern auch einfach zu bedienen sein. Deshalb bewerten wir die Verständlichkeit der Bedienungsanleitung sowie den Aufwand für Aufbau, Inbetriebnahme und Reinigung.
Darüber hinaus prüfen wir das Bedienkonzept mit Drehreglern oder Tasten sowie wichtige Sicherheitsmerkmale. Dazu zählen unter anderem die Standfestigkeit des Grills und der Sicherheitsschalter, der beim Entfernen des Heizelements automatisch die Stromzufuhr unterbricht.

Per Hand den Rost zu reinigen kann leicht oder nervig sein – besser noch, wenn er in die Spülmaschine wandern kann.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
In der technischen Prüfung untersuchen wir die Leistungsfähigkeit aller Grills unter identischen Bedingungen. Zunächst messen wir die Aufheizzeit, anschließend die Temperatur im Garraum und am kältesten Punkt des Grillrosts. Für den heißesten Punkt haben wir eine durchschnittliche Temperatur während des fünfminütigen Betriebs auf höchster Stufe gemessen. Bei den getesteten Elektrogrills kam es zu Temperaturschwankungen, weshalb dieses Verfahren aussagekräftigere Ergebnisse liefert als eine Momentaufnahme. Besonders Modelle mit empfindlichen Sicherheitsschaltungen erreichten nach dem Aufheizen kurzfristig sehr hohe Temperaturen, regelten jedoch bereits nach kurzer Zeit deutlich herunter. Zusätzlich bestimmen wir die Temperaturspanne und analysieren die Hitzeverteilung auf der Grillfläche. Abschließend messen wir den Stromverbrauch sowohl während der Aufheizphase als auch im 30-minütigen Grillbetrieb, um die Energieeffizienz der Geräte objektiv zu vergleichen.

In der technischen Prüfung messen wir die Leistungsfähigkeit der Grills unter identischen Bedingungen.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Letztlich ist für viele Käuferinnen und Käufer das Grillergebnis das entscheidende Kaufkriterium. Aus diesem Grund haben wir alle Modelle mit dem gleichen Grillgut belegt und unter identischen Bedingungen getestet. Zum Einsatz kamen ein Burgerpatty aus Rindfleisch und eine Veggie-Bratwurst sowie Paprika und Zucchini.
Bewertet werden auch Bräunung und Branding. So zeigt sich schnell, welche Grills ihre Leistung nicht nur auf dem Papier erreichen, sondern auch in überzeugende Ergebnisse auf dem Rost umsetzen.

Uns überzeugen nicht alle Grillergebnisse. Ninja, Weber und Campingaz setzen sich von der Konkurrenz ab.
Foto: COMPUTER BILD
Eine starke Grillleistung und einfache Bedienung zeichneten den Weber Lumin Outdoor-Elektrogrill aus. Auf dem 49x33 cm großen prozellanemaillierten Grillrost erhielten Burgerpatties und Grillgemüse nicht nur eine gleichmäßige Röstung, sondern auch ein deutlich sichtbares, größtenteils konstantes Branding. Besonders die Veggie-Bratwurst gelang im Test gut: Sie war ansprechend gebräunt und hatte ein nahezu perfektes Branding.
Die starke Grillleistung hat allerdings ihren Preis: Zum einen ist der Weber Lumin mit knapp 360 Euro (Stand: Juli 2026) der zweitteuerste Grill im Test. Zum anderen muss schlussendlich bei der Stromrechnung tiefer in die Tasche gegriffen werden. Während die getesteten Elektrogrills im Schnitt 0,33 kWh für einen 30-minütigen Grillvorgang auf höchster Stufe benötigten, kam der Weber Lumin beim Grillen auf stolze 1,1 kWh. Immerhin hielt der heißeste Punkt auf dem Rost bei maximaler Leistung eine beachtliche Durchschnittstemperatur von 359 °C aufrecht. Selbst auf niedrigster Stufe schaffte der Grill noch 261 °C.
Insgesamt punktet der Weber Lumin mit einer ausgezeichneten Verarbeitungsqualität und einem modernen Design. Zusammen mit der optional erhältlichen, stabilen Grillstation gibt er ein sehr hochwertiges Gesamtbild ab. Die ausführliche Bedienungsanleitung erleichtert den Aufbau, die Inbetriebnahme gelingt unkompliziert. Die Reinigung gelingt größtenteils einfache, da der Grillrost spülmaschinenfest ist. Nur die Cookbox macht mehr Arbeit: Das Heizelement lässt sich nur mit Schraubenschlüssel und ordentlich Kraft entfernen – der mitgelieferte Kunststoffschaber hilft nur bedingt.

Wer glaubte, nur Gas- und Holzkohlegrill liefern ordentliche Ergebnisse, wird spätestens vom elektrischen Weber Lumin eines Besseren belehrt.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Der Campingaz Attitude2Go Electric ist ein kompakter Elektrogrill, der vor allem mit einfacher Handhabung und guten Grillergebnissen überzeugt. Besonders Burger-Fans kommen hier auf ihre Kosten: Im Test hatten die Patties ein gleichmäßiges Branding und eine sehr gelungene Röstung. Auch die Veggie-Bratwurst gelang nahezu perfekt. Nur wer viel Gemüse grillt, muss kleine Abstriche bei der Gleichmäßigkeit der Bräunung machen.
Der Rost aus emailliertem Gusseisen macht nicht nur optisch etwas her, sondern unterstreicht auch den robusten Eindruck. Zusammen mit dem Gehäuse aus Aluguss wirkt der Attitude2Go Electric hochwertig und stabil. Eine Grillstation gibt es für diesen Grill zwar nicht, dafür steht er aber auf jeder ebenen Fläche sicher.
Im Alltag punktet der Attitude2Go Electric mit unkomplizierter Bedienung, einer ausführlichen Bedienungsanleitung und einfacher Reinigung. Die Teile lassen sich problemlos zerlegen und sind spülmaschinenfest. Lediglich die Halterungen des Heizelements störten bei der Handreinigung etwas.
Schwächen zeigt der Grill jedoch bei den technischen Messungen. Zwar erreichte der Rost bei höchster Stufe eine durchschnittliche Maximaltemperatur von 294 °C, dafür brauchte er Grill ganze 21 Minuten zum Vorheizen. Entsprechend hoch fiel der Verbrauch aus: Für das Aufheizen benötigte das Gerät 0,61 kWh, im 30-minütigen Grillbetrieb kommen 0,54 kWh hinzu. Auch die Hitzeverteilung war nur durchschnittlich, weshalb die Ränder der Grillfläche bis zu 74 °C kühler als der heißeste Punkt blieben.

Fans von klassischen Burgern kommen hier auf ihre Kosten: Beim Campingaz lohnt sich die Geduld.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Silvercrest
Grill und Smoker, elektrisch
179,00 EUR
Auf den ersten Blick wirkt der Silvercrest Grill und Smoker fast wie eine kleinere Version des Ninja Woodfire. Nicht nur das Design weist stark Parallelen auf, auch das Zubehör von Pellets, Schaufel und Airfryer-Korb ähnelt dem von Ninja. Für 179 Euro (Stand: Juli 2026) sieht der Elektrogrill zunächst nach einem spannenden Discount-Deal für den hochpreisigen Testsieger aus.
Beim Grillen stellte sich jedoch schnell Ernüchterung ein. Die Ergebnisse fielen unterdurchschnittlich aus. Die Burgerpatties bekamen zwar ein sichtbares Branding, waren innen aber deutlich zu roh. Das Gemüse war ebenfalls ein Trauerspiel: Einige Stellen rösteten an, andere Bereiche garten kaum. Auch der Veggie-Wurst erging es nicht besser. Optisch ähnelte sie mehr einer gekochten Weißwurst als einer echten Bratwurst, da weder ein Branding noch eine wirkliche Bräunung zu erkennen waren.

Die Ergebnisse vom Silbercrest enttäuschen im Vergleich zum Double von Ninja.
Foto: COMPUTER BILD
Grund für diese enttäuschenden Ergebnisse waren höchstwahrscheinlich die geringen Temperaturen. Nach dem Vorheizen maßen wir auf dem Rost maximal 194 °C, im Betrieb sind durchschnittlich 213 °C möglich. Gleichzeitig fiel die Temperaturspanne mit 189 bis 213 °C extrem klein aus. Daran ändert auch die gleichmäßige Hitzeverteilung wenig, denn für kräftige Röstaromen fehlt schlicht die Leistung.
Positiv fallen der niedrige Stromverbrauch, die einfache Bedienung und die unkomplizierte Reinigung auf. Der spülmaschinenfeste Rost ist praktisch, kann echte Grillfans aber kaum über die schwachen Ergebnisse hinwegtrösten.

Der Silvercrest, ein Ninja-Double vom Discounter?
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Wer einen günstigen kompakten Elektrogrill mit integriertem Standfuß sucht, landet schnell beim Severin Barbecue-/Standgrill mit Haube. Für knapp 88 Euro (Stand: Juli 2026) bietet das Modell eine Grillstation, eine Grillfläche mit einem Durchmesser von 41 cm und es ist leicht zu reinigen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass der niedrige Preis einige Kompromisse verlangt.
Der Aufbau gelingt grundsätzlich unkompliziert. Nur das Zusammenfügen von Kabel und Heizelement ist etwas kniffelig, da der Rost nicht einfach zu platzieren ist. Hier ist allerdings Nachsicht gefragt, da man jedes bisschen Stabilität willkommen heißen muss. Gerade der Standfuß, auf dem die Grillplatte platziert wirs, ist recht wackelig – bei einem heißen Elektrogrill ist das kein unwesentlicher Makel.
Augenscheinlich legt Severin allerdings doch Wert auf Schutzmechanismen. Neben ausführlichen Sicherheitshinweisen in der Bedienungsanleitung verfügt der Grill wie die anderen Modelle über einen Sicherheitsschalter, der die Stromzufuhr bei Überhitzung unterbricht. Bei Severin reagiert dieser Schalter allerdings sehr empfindlich. Sorgen um Flammen muss man sich hier kaum machen, da die Hitze nicht einmal ausreichte, um das Grillgut richtig zu rösten.
Denn beim Grillen auf höchster Stufe unterbrach die Stromzufuhr immer wieder automatisch. Das sorgte zwar für einen sehr niedrigen Stromverbrauch, aber auch für eine ungleichmäßige Hitzeverteilung, eine geringe Temperaturspanne und enttäuschende Temperaturen im Garraum.
Besonders deutlich zeigte sich das bei den Burgerpatties: Das Rindfleisch war kaum geröstet, das Branding nur schwach ausgeprägt. Etwas besser schnitten Veggie-Bratwurst und Grillgemüse ab. Sie hatten zwar nur ein ungleichmäßiges Branding, aber immerhin etwas Farbe.

Die Severin-Grillstation wirkt kostenoptimiert und steht auch recht wackelig.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Für rund 94 Euro (Stand: Juli 2026) bietet der George Foreman 2-in-1-Elektrogrill ein integriertes Thermometer, eine Grillstation und einen Deckel. Der Aufbau gelingt unkompliziert, da die meisten Komponenten lediglich zusammengesteckt werden müssen. Nach der Montage hinterlässt die Konstruktion allerdings keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck. Die Füße der Grillstation lösten sich immer wieder, der Deckel sitzt nicht fest und auch der Griff erweist sich als wenig robust. Im Test genügte ein Sturz aus knapp 20 Zentimeter Höhe beim Auspacken, um sichtbare Schäden am Kunststoff zu verursachen.
Ähnlich wie beim Severin-Modell griff auch hier der Sicherheitsschalter häufig und verfrüht ein. Das sorgte nicht nur für Irritationen, sondern wirkte sich auch auf die Grillergebnisse aus. Die Burgerpatties erhielten ein ordentliches, recht gleichmäßiges Branding, blieben bei der Röstung jedoch hinter den stärkeren Modellen im Test zurück. Beim Gemüse zeigten sich ebenfalls Schwächen. Es fehlte an kräftiger Röstung, das Branding war uneinheitlich. Besonders enttäuschend geriet Veggie-Bratwurst, die aussah, als hätte sie noch nie Hitze gesehen.
Technisch betrachtet macht der George Foreman eine gute Figur. Mit lediglich 0,14 kWh beim Vorheizen und 0,20 kWh für einen 30-minütigen Grillvorgang gehört er zu den sparsamsten Geräten im Test. Nach rund fünf Minuten ist der Grill einsatzbereit, die Hitze verteilt sich erfreulich gleichmäßig über den Rost. Auch die Temperaturspanne von 98 bis 203 °C bietet grundsätzlich ausreichend Spielraum für unterschiedliche Grillaufgaben. In der Praxis wird dieses Potenzial jedoch durch die häufigen Unterbrechungen der Stromzufuhr geschmälert, die auf höchster Stufe für spürbare Temperaturschwankungen sorgen. Dadurch bleibt die Grillleistung hinter den technischen Messwerten zurück.

K. o. für den Kultgrill: George Foreman wird nicht der Grillchampion.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Ninja
Woodfire Pro Connect XL
Weber Grill
Weber Lumin Outdoor-Elektrogrill
Campingaz
Attitude2Go Electric
TZS First Austria
Elektrogrill 2 in 1 Tischgrill & Standgrill
Severin
Barbecue-/Standgrill mit Haube
Silvercrest
Grill und Smoker, elektrisch
George Foreman
2in1 Elektrogrill
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Im Test zeigte sich schnell, wo sich hinter den ähnlichen Fassaden deutliche Unterschiede verbergen. Ausstattung, Bedienung und Funktionsumfang liegen bei vielen Modellen noch dicht beieinander. Erst bei den technischen Messungen und den Grillergebnissen trennte sich die Spreu vom Weizen.
Entscheidend sind nicht allein hohe Temperaturen. Viel wichtiger ist, wie gleichmäßig die Hitze auf dem Rost verteilt wird und ob der Grill sie über längere Zeit halten kann. Hier punktetwn Weber und Campingaz. Der Weber Lumin überzeugte mit starker Leistung und gleichmäßigen Grillergebnissen, während der Campingaz Attitude2Go Electric vor allem bei Burgern glänzte. Zudem zählt er zu den am einfachsten zu reinigenden Geräten im Test.
Bei Silvercrest, Severin und George Foreman werden hingegen Schwächen schnell sichtbar. Zu niedrige oder stark schwankende Temperaturen, teilweise wackelige Konstruktionen und enttäuschende Bräunung sorgten dafür, dass das Grillgut häufig eher erwärmt als tatsächlich gegrillt wurde. Gerade bei Burgern und Würstchen fehlten oft die Röstaromen, die den Grillgenuss doch ausmachen.
Alle versprechen saftige Steaks, knackige Würstchen und markante Grillstreifen. Leider schafft es nicht jeder Elektrogrill, dieses Versprechen einzulösen. Während einige Modelle Grillergebnisse lieferten, die selbst anspruchsvollen Grillfans das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, sind andere kaum mehr als ein klobiger Ersatz für Pfanne und Herd.
Besonders der Ninja Woodfire Pro Connect XL spielte seine Stärken im Test aus. Der Testsieger lieferte die überzeugendsten Grillergebnisse, punktet mit einer einfachen Bedienung und bringt eine umfangreiche Ausstattung mit. Wer Wert auf eine gleichmäßige Bräunung, ansprechendes Branding und vielseitige Einsatzmöglichkeiten legt, sollte hier zuschlagen.
Dass ein guter Elektrogrill nicht teuer sein muss, beweist der TZS First Austria. Unser Preis-Leistungs-Sieger überzeugt mit den besten Messwerten im Test und einer großen Temperaturspanne, die sowohl scharfes Anbraten als auch schonendes Grillen ermöglicht. Dazu kommt eine praktische und vergleichsweise stabile Grillstation, die sich leicht transportieren lässt. Wer möglichst viel Leistung fürs Geld möchte, findet hier das attraktivste Gesamtpaket. Kleine Schwächen bei der Bräunung fallen angesichts des günstigen Preises kaum ins Gewicht.
Basierend auf unseren Testergebnissen empfehlen wir den Ninja Woodfire Connect Pro XL. Auch der zweitplatzierte Weber Lumin Outdoor-Elektrogrill und der drittplatzierte Campingaz sind echte Empfehlungen, ihre Grillergebnisse kommen denen des Ninja recht nah.
Ein Nachteil von Elektrogrills ist, dass eine Stromquelle in der Nähe sein muss. Deshalb ließen wir auch die Kabellänge in die Bewertung einfließen. Zudem fehlt das typische Raucharoma, das beim Grillen über offener Flamme entsteht. Zwar sorgen Elektrogrills für schmackhafte Röstaromen, dennoch erlangt das Grillgut nicht den charakteristischen rauchigen Geschmack wie auf einem Holzkohle- oder Gasgrill.
Laut einigen Herstellern ist die Nutzung in Innenräumen grundsätzlich möglich.
Unsere Empfehlung lautet jedoch: Nein! Die Rauchentwicklung sollte nicht unterschätzt werden, Rauch kann sich in geschlossenen Räumen schnell ausbreiten. In unserem Praxistest haben wir selbst erlebt, wie rasch das gehen kann und wie unangenehm es ist, in einem verqualmten Raum über einem heißen Grill zu stehen und das Grillgut zu wenden.
Die Nutzung eines Elektrogrills auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Außer der Mietvertrag oder die Hausordnung untersagen die Verwendung ausdrücklich. Eine erhebliche Rauch- oder Lärmbelästigung ddarf nicht entstehen. Da Elektrogrills im Vergleich zu Holzkohlegrills nur wenig Rauch entwickeln, gelten sie häufig als unproblematisch. Trotzdem empfiehlt es sich, vor dem Grillen einen Blick in den Mietvertrag oder die Hausordnung zu werfen.
Der Elektrogrill zählt zu den gesünderen Grillmethoden, da herabtropfendes Fett nicht auf offene Flammen oder glühende Kohlen trifft, es nicht verbrennt und so deutlich weniger schädliche Rauchgase entstehen.
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