Das Grundgerüst für ein 120 Quadratmeter großes Haus soll mit einer 3D-Druck-Technologie nur 48 Stunden brauchen. Startup-Gründer Mateo Salvatto beschreibt die Vorteile der neuen Technik.
Das Grundgerüst für ein 120 Quadratmeter großes Haus soll mit einer 3D-Druck-Technologie nur 48 Stunden brauchen. Startup-Gründer Mateo Salvatto beschreibt die Vorteile der neuen Technik.
Die Baubranche verzeichnet einen neuen Trend, wie Unternehmer Mateo Salvatto ausführt. Ausnahmsweise geht es dabei nicht um KI, sondern um die Nutzung von 3D-Druck für den Häuserbau. Als Mitbegründer der Firma Grondplek ist der 27-Jährige verantwortlich für Bauprojekte auf Basis von 3D-kreiertem Beton, den Salvatto und seine Mitarbeiter selbst herstellen. Im Podcast „Experiencia que Construye” prophezeit er, diese Methode könnte einen Wirtschaftszweig revolutionieren.
„Stellen Sie sich ein Haus vor, dessen Marktpreis um 30 Prozent gesenkt werden kann und das in einer Woche fertiggestellt ist.” Man könnte ein Haus nach dem anderen hochziehen, schwärmt Salvatto. Verantwortlich dafür ist seine elf mal elf Meter große Maschine, die den Zement druckt. „Bei einem 120 m² großen Haus können die Bauarbeiten innerhalb von 48 Stunden fertiggestellt sein”, berichtet er weiter.
Mit seiner Maschine Grondplek produziert den sogenannten Rohbau: Tragwerk, Wände, Treppen, Fundament und sogar Arbeitsplatten. Ersetzen kann die Technologie einen Menschen aber nicht und soll es auch nicht, wie Salvatto in „Experiencia que Construye” erklärt: „Die Endbearbeitung, die Bedienung und die Überwachung der Maschine erfordern den Menschen“. Sie soll nur Aufgaben übernehmen, bei denen Arbeiter sonst schwere Lasten zu heben hätten.
Neben der Geschwindigkeit sehen die Entwickler einen weiteren Vorteil: Der Materialverbrauch sinkt, weil nur die tatsächlich benötigte Betonmenge verarbeitet wird. Auch Qualitätsbedenken müssen Kunden nicht haben, der Beton wäre alles andere als instabil. Seine Häuser seien sogar erdbebensicher, so Salvatto bei „Experiencia que Construye”. „Man kann sie mit nichts zerstören”.
Weltweit steckt der 3D-Druck von Gebäuden zwar noch in den Kinderschuhen, die Zahl der Projekte wächst laut des Fachzeitschrift-Portals „MDPI” jedoch rasant. Zu den bekanntesten Beispielen zählen eine 2025 eröffnete Starbucks-Filiale im US-Bundesstaat Texas sowie ganze Wohnsiedlungen des Unternehmens ICON in Texas, deren Häuser Schicht für Schicht aus Beton gedruckt wurden. Die US-Raumfahrtbehörde NASA untersucht die Technologie sogar für mögliche Behausungen auf Mond und Mars, da sie Baumaterial effizient einsetzen kann.
Laut einer Studie in der National Library of Medicine könnte der 3D-Druck Bauzeiten um bis zu 70 Prozent und Materialabfälle um bis zu 60 Prozent reduzieren, was die Methode besonders in Regionen mit Wohnraummangel interessant macht.
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Auch in Deutschland wird die Technologie inzwischen erprobt. 2021 entstand in Beckum in Nordrhein-Westfalen das erste genehmigte 3D-Wohnhaus Deutschlands. Forscher sehen vor allem Chancen bei standardisierten Bauprojekten, warnen aber gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen.
Eine Studie der Technischen Universität München verweist darauf, dass sich vor allem Rohbauarbeiten beschleunigen lassen. Innenausbau, Haustechnik und Genehmigungsverfahren würden weiterhin ähnlich viel Zeit benötigen wie bei normalen Bauprojekten. Langfristig könnten 3D-Drucker dennoch helfen, den Fachkräftemangel am Bau zu reduzieren und Kosten zu senken.