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Für Hamburger Wirt bricht nach Kündigung die Welt zusammen

Дата публикации: 13-03-2026 20:13:00

Seit 20 Jahren gibt es in Hamburg-St.Georg das Restaurant „Leon”. Nun ist Schluss. Der Vermieter hat dem Wirt gekündigt. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Seine Gäste gehen auf die Straße.

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Seit 20 Jahren gibt es in Hamburg-St.Georg das Restaurant „Leon”. Nun ist Schluss. Der Vermieter hat dem Wirt gekündigt. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Seine Gäste gehen auf die Straße.

Für viele Kunden ist es ihr zweites Wohnzimmer: das Hamburger Restaurant „Leon“ in St. Georg. Seit 20 Jahren gibt es hier mittags wie abends italienische Küche zu kleinen Preisen. Damit ist nun Schluss. Der Vermieter hat dem Wirt gekündigt. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Und seine Gäste gehen auf die Straße.

Der Brief kam vor fünf Monaten wie aus heiterem Himmel: „Namens und in Vollmacht der Erbengemeinschaft kündigen wir den bestehenden Gewerbemietvertrag über die Gewerberäume in der Koppel 1, 20099 Hamburg, Souterrain links, fristgerecht zum 31.03.2026“, heißt es in dem von der Hausverwaltung verfassten Schreiben.

Rauswurf nach 20 Jahren: Vermieter kündigt Traditionslokal in St. Georg

Als Restaurantinhaber Jhalman Kumar diese Worte las, brach er zusammen: „Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich habe nur geweint“, sagt der 68-Jährige. Alles, was er sich sein Leben lang aufgebaut hatte, fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen. 

1982 war er aus dem indischen Punjab nach Hamburg gekommen, arbeitete als Küchenhilfe, machte eine Ausbildung zum Koch in einem italienischen Restaurant.

Einer von Punjabs Söhnen ist behindert und braucht Pflege.

Dann kam seine große Chance: die Übernahme einer ehemaligen Kneipe an der Koppel 1 in St. Georg, die er zu seinem eigenen Restaurant umbaute. Kumar nannte sein Lokal „Leon“, nach dem griechischen Wort für Löwe. 

Der König der Tiere, Symbol für Stärke und Mut, sollte ihm Kraft geben auf seinem steinigen Weg in der Fremde, der von Schicksalsschlägen begleitet war. Einer seiner Söhne ist behindert und braucht Pflege.

„Es gab bis zu dem Brief überhaupt keine Schwierigkeiten oder Probleme“

Die Gründe für die Kündigung nach so langer Zeit, kennt Kumar nicht. Mehrere Versuche der Kontaktaufnahme zum Vermieter liefen ins Leere oder wurden abgeblockt. Auch eine MOPO-Anfrage blieb unbeantwortet. 

„Es gab bis zu dem Brief überhaupt keine Schwierigkeiten oder Probleme“, sagt Kumar. Er habe immer pünktlich die Miete bezahlt und hätte auch eine Mieterhöhung in Kauf genommen, falls das gefordert worden wäre. Doch gegen die Kündigung vorzugehen, machte auch aus der Sicht von Kumars Anwalt keinen Sinn. Die bei einem Gewerbemietvertrag geltenden Fristen wurden eingehalten.

Stammgäste organisieren Protestaktion mit „solidarischem Pizzaessen“

Die Stammgäste des „Leon“, zu denen jahrelang auch Prominente wie der Schauspieler Rolf Becker oder Lokalpolitiker zählten, sind empört. Sie haben Unterschriften gesammelt und eine Protestaktion ins Leben gerufen. Das Motto: „Rettet das Restaurant Leon!“

Am Donnerstag, 12. März, soll es ab 18 Uhr auf der Straße vor dem „Leon“ eine Kundgebung geben, bei der der Erhalt des Lokals sowie ein besserer Mieterschutz für Kleingewerbe gefordert wird. Außerdem ist ein „solidarisches Pizzaessen“ geplant.

„Wichtiger Bestandteil des Lebens vieler Menschen im Stadtteil“

In einem Flugblatt kritisieren die Initiatoren die Verdrängung aus St. Georg sowie die steigenden Mieten in dem Stadtteil. Dem Eigentümer des Restaurants wird „Profitinteresse“ unterstellt. Das „Leon“ sei dabei „ein weiterer sozialer Anker, der der Gentrifizierung St. Georgs zum Opfer fällt.“ 

Das „Leon“ sei nicht irgendein Restaurant, sondern ein wichtiger Begegnungsort. „Es ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens vieler Menschen im Stadtteil“, so die Unterstützer.

Jhalman Kumar ist gerührt über die Unterstützung. Er will sich jetzt erstmal um seine Familie kümmern. Sorgen macht ihm die kleine Rente, die ihn nun erwartet. „Aber in meinem Alter bekomme ich nirgendwo mehr einen Job.“ Für einen Neuanfang an einem anderen Ort hat er keine Kraft. „Ich sehe keine Zukunft mehr. Die Kündigung hat mein Leben kaputtgemacht.“

Von Nina Gessner

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