Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Hygienemangel in Hamburgs U-Haft: Keine frische Wäsche im Knast

Дата публикации: 12-07-2026 15:06:00

Ein Häftling sagt der taz, dass er trotz Hitzewelle nur ein T-Shirt und eine Unterhose für eine Woche erhielt. Die Behörde sagt, alles lief regulär. mehr...

Основное содержимое страницы с новостью.

Ein Häftling sagt der taz, dass er trotz Hitzewelle nur ein T-Shirt und eine Unterhose für eine Woche erhielt. Die Behörde sagt, alles lief regulär.

Ein Backsteingebäude mit vergitterten Fenstern, hinter denen Personen zu sehen sind In den Zellen der Hamburger Untersuchungshaft kann es heiß werden – trotzdem soll es nicht genügend Wechselwäsche geben

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Kaija Kutter

Die Hitzewelle um den 27. Juni mit bis zu 40 Grad war nicht nur für Hamburgs Obdachlose eine große Belastung. Auch im Gefängnis sei es schwer auszuhalten gewesen, berichtet Leon Pawletzki der taz. Er sitzt zurzeit im Haus C der Hamburger Untersuchungshaftanstalt. Jeden Freitag ist dort Wäschewechsel. Aber am 26. Juni, dem Vortag der drohenden Hitzewelle, habe er nur ein T-Shirt, eine Unterhose und ein paar Strümpfe für die ganze kommende Woche erhalten.

Er schwitzte sehr stark in der Zelle. Wie heiß es dort war, kann Hamburgs Justizbehörde nicht sagen, aber dass es Kühlgeräte nur bei einigen Aufsichten gebe und Klimanalagen nur in den besonders gesichterten Hafträumen der Stationen A2 und B2. Also nicht in den normalen Zellen wie der von Leon Pawletzki. Er habe so stark geschwitzt, das seine Haut darunter litt. „Es ist extrem rot geworden“, berichtet er. „Wenn man versucht hat, den Schweiß wegzuwischen, dann ist die Haut abgerieben.“

Seine Kleidung habe er nicht wechseln können, sagt Pawletzki. Normalerweise könne er drei, vier T-Shirts und Unterhosen in die Wäsche geben und bekomme dafür die gleiche Anzahl frischer Wäschestücke zurück. „Diesmal haben sie gesagt: „Nein. Du darfst nur ein T-Shirt tauschen“, erinnert er sich. „Und dann hab ich da halt ein T-Shirt abgegeben und ein frisches bekommen. Das Gleiche war mit der Unterhose und den Socken.“ Sein Eindruck sei gewesen, dass die Insassen, die den Wäschetausch vornehmen, nicht genug Wechselwäsche hatten.

Nach dem Wochenende sei die Hautreizung so stark gewesen, dass er zum Arzt gegangen sei. Der gab ihm Salbe, die kortisonhaltig ist, und Mullkompressen, um sie unter die Achseln zu tun. Auf Veranlassung der Krankenschwester habe er dann auch noch ein frisches T-Shirt bekommen, aber keine frische Unterwäsche.

Rechtlicher Anspruch auf täglich frische Unterwäsche

Täglich frische Unterwäsche, so lautet ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm aus dem Jahr 2014, gehört heute zu dem Standard, der als Mindestmaß der Gesundheitspflege angesehen wird. Deshalb haben Gefangene darauf einen Anspruch. Auch in Hamburg ist das formal so geregelt. So erklärt die Justizbehörde auf taz-Anfrage: „In der Untersuchungshaftanstalt Hamburg erhalten die Gefangenen einmal wöchentlich ein Set mit Wechselwäsche, darin befinden sich mehrere T-Shirts und u. a. für jeden Tag frische Unterwäsche (Unterhosen, Socken). Darüber hinaus ist den Gefangenen die Handwäsche der Kleidung täglich möglich.“

Auch an jenem 26. Juni hätten die Insassen in Haus C „Wechselwäsche für jeden Tag bekommen“, versichert Justizsprecher Dennis Sulzmann. Wegen fehlender Angaben zur Person des mutmaßlich benachteiligten Gefangenen könne „keine Prüfung des geschilderten Einzelfalls erfolgen“. Doch auch nachdem die taz Namen und Zellennummer nannte, bleibt die Justizbehörde dabei, dass der Wäschewechsel im besagten C-Flügel „regulär“ verlief. Sie gab aber auf die Frage, wie viele Wäschestücke die Insassen der Station 5 und wie viele speziell Leon Pawletzki an jenem Freitag, den 26. Juni, ausgehändigt bekam, keine Antwort.

Co-Sprecher André Otto erläutert aber nun das Prozedere. In der Praxis sei es so, dass die Gefangenen am Anfang der Haft oder auch jederzeit auf Antrag „einmalig“ mit Anstaltswäsche ausgestattet würden. Dann könnten diese einmal wöchentlich getragene Wäsche abgeben und dafür „1 zu 1 im Tausch“ frische Wäsche erhalten. Was der einzelne Gefangene tausche, sei „individuell“.

Wäscheleinen sind verboten

Nur bleibt Leon Pawletzki dabei, dass er an jenem Freitag nicht mehr als ein T-Shirt Wäsche wechseln durfte. Auch am Freitag, den 10. Juli, habe er nur zwei T-Shirts, zwei Unterhosen und ein paar Socken für die ganze Woche bekommen. Zwar habe er noch eigene verschwitzte Kleidung in der Zelle. Aber die per Hand zu waschen, sei praktisch nicht möglich. „Man hat so eine kleine Plastikwanne unterm Bett und da könnte man theoretisch drin waschen“, sagt Pawletzki. Nur bekomme er die Kleindung nicht trocken, weil die Anstalt in den Zellen keine Wäscheleinen erlaube.

„Die müssen einfach mehr Wäsche am Freitag austeilen“, fordert Pawletzki. Gefangene sollten sieben Sets T-Shirts und Unterwäsche bekommen, damit sie diese täglich wechseln könnten. Darin wird er zumindest von der Hamburger Linksfraktion unterstützt. „Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad ist saubere Wäsche im Gefängnis keine Gefälligkeit, sondern eine grundlegende Vorraussetzung für Hygiene und Gesundheitsschutz“, sagt deren justizpolitischer Sprecher Jan Libbertz. Hitzeschutz und Hygienestandards seien Teil der Verantwortung des Staates für eine menschenwürdige Unterbringung. „Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Extremhitze muss der Strafvollzug seine Abläufe und Versorgungsstrukturen anpassen“, sagt der Abgeordnete Libbertz. „Wenn es das nächste Mal über 30 Grad sind, kann auch mal ohne Nachfrage eine Ersatzunterhose ausgegeben werden.“

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Агидель: Ночь 20 дек, Чт0019-12-2018
2Fundsachen im Hamburger Seemannsheim: Seemann, kommt nie wieder011.0718-07-2026
3Багаевская: День 18 дек, Вт0017-12-2018
4Багаевская: Утро 18 дек, Вт0017-12-2018
5Спрос на перевозки из Китая и Казахстана в Беларусь вырос в 3 раза0028-01-2025
6Bildungspolitik in Hamburg: Sparpläne im Wochentakt011.1610-07-2026
718 Fitness Studio Mobile Lightroom Presets - 4170960008-01-2020
8Тиреоидит Хашимото0030-09-2013
9Бокс в галошах и дворовое карате. Какими единоборствами занимаются политики Хакасии0021-01-2020
10Sonos Playbase im Test: Diese Soundbar macht das Heimkino platt0007-04-2017

Классификация: Общество. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 16.04. Источник: www.taz.de.