Barcelona zieht die Daumenschrauben beim Kreuzfahrt-Tourismus weiter an. Statt bisher maximal acht Euro sollen Passagiere künftig bis zu 30 Euro pro Person zahlen.
Barcelona zieht die Daumenschrauben beim Kreuzfahrt-Tourismus weiter an. Statt bisher maximal acht Euro sollen Passagiere künftig bis zu 30 Euro pro Person zahlen.
Wer künftig mit einem Kreuzfahrtschiff in Barcelona anlegt, soll laut dem spanischen Medium „El Diario“ deutlich mehr zahlen als bisher. Die katalanischen Regierungsparteien PSC, ERC und Comuns haben sich darauf verständigt, die Touristenabgabe für Kreuzfahrtgäste spürbar anzuheben.
Der bisherige Zuschlag von maximal acht Euro soll demnach auf bis zu 24 Euro steigen. Zusammen mit der bestehenden regionalen Touristensteuer könnten so künftig bis zu 30 Euro pro Person fällig werden. Besonders betroffen wären Passagiere, die nur auf der Durchreise sind und den Tag ohne Übernachtung in der Stadt verbringen.
Hintergrund ist der anhaltende Boom des Kreuzfahrt-Tourismus. Nach offiziellen Angaben legten 2025 rund 3,99 Millionen Passagiere in der katalanischen Metropole an, ein Rekord. „El Diario“ berichtet, dass die Behörden darin eine zunehmende Belastung für Infrastruktur und Lebensqualität sehen.
Bürgermeister Jaume Collboni hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Abgabe für Kreuzfahrtgäste deutlich erhöhen zu wollen. Aus Sicht der Stadt sorgen gerade Tagesbesucher für überfüllte Straßen und Sehenswürdigkeiten, ohne in Barcelona zu übernachten und damit stärker zur lokalen Wertschöpfung beizutragen.
Die höheren Abgaben sollen frühestens 2027 in Kraft treten. Parallel arbeitet die Stadt an weiteren Maßnahmen gegen Massentourismus. Bis 2030 ist geplant, die Zahl der Kreuzfahrt-Terminals von sieben auf fünf zu reduzieren.
Barcelona steht mit diesem Kurs nicht allein. Auch andere bekannte Hafenstädte wie Venedig und Dubrovnik versuchen, große Kreuzfahrtschiffe strenger zu regulieren. Ziel ist in allen Fällen, Tourismus zu steuern, anstatt ihn ungebremst wachsen zu lassen.
,regionOfInterest=(2769,1726)&hash=f392cf386279911c22fe50787b9b3c721b40aaa2f5e6dadcb26753b517e6125b)
Nicht nur Städte erhöhen die Belastung für Kreuzfahrtgäste, auch Reedereien passen ihre Preisstrukturen an. Die US-Reederei Holland America Line hat Anfang Juni eine neue „Crew-Wertschätzungsgebühr“ eingeführt.
Diese feste Servicepauschale ersetzt das klassische, freiwillige Trinkgeld. Gäste in Standardkabinen zahlen nun 18 US-Dollar (rund 15 Euro) pro Tag, in Suiten sind es 20 US-Dollar (etwa 17 Euro). Die Reederei erklärt gegenüber dem US-Sender Fox News, man wolle damit „den außergewöhnlichen Service und die harte Arbeit unserer Crew“ angemessen honorieren.
Holland America Line ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Auch andere große Anbieter haben ihre Pauschalen für Service und Trinkgeld erhöht. MSC Cruises verlangt bei neuen Buchungen künftig 17 US-Dollar (rund 14 Euro) pro Person und Nacht in Standardkabinen. Carnival Cruise Line hat seine Sätze ebenfalls angepasst.
Gegenüber CHIP.de stellte MSC Cruises klar, dass diese Gebühr für Gäste aus Europa und insbesondere aus Deutschland bereits im ausgewiesenen Gesamtpreis enthalten ist. Für sie fällt die Servicepauschale daher nicht zusätzlich an Bord an, sondern ist Teil des Gesamtpakets.