Grundstückseigentümer fürchten bei Nr. Lyngby in Nordjütland um ein Feriendorf und wollen die gesamte Steilküste mit Weidenpfeilen sichern. Dafür benötigen sie umgerechnet 120.000 Euro.
Grundstückseigentümer fürchten bei Nr. Lyngby in Nordjütland um ein Feriendorf und wollen die gesamte Steilküste mit Weidenpfeilen sichern. Dafür benötigen sie umgerechnet 120.000 Euro.
An der Steilküste bei Nr. Lyngby im dänischen Nordjütland frisst sich das Meer immer weiter in den Hang hinein. An einem rund 200 Meter langen, ungesicherten Abschnitt können Wellen und Wind die Küste ungehindert angreifen. Aktuell sind vor allem drei Sommerhausgrundstücke, ein stillgelegter Friedhof und indirekt auch ein darüber liegendes Ferienzentrum bedroht, wie der dänische Rundfunk DR berichtet.
Deshalb hat sich eine neue Küstenschutzvereinigung gegründet, die die gesamte Steilküste mit Weidenbündeln sichern will. Laut dem Vereinsvorsitzenden Bent Jørgensen sollen damit vor allem Eigentum und Vermögenswerte geschützt werden. „Wir sehen, wie sich das Meer in den Hang frisst”, so Jørgensen gegenüber dem DR. Er lebt selbst in Hjørring, besitzt aber eine Ferienwohnung im Ferienzentrum.
Die neue Küstenschutzvereinigung benötigt demnach fast 900.000 DKK (etwas 120.000 Euro), um die gesamte Küste mit Pfählen zu schützen. Das Geld wird hauptsächlich durch Stiftungen und Sponsoren aufgebracht, doch die 88 Grundstückseigentümer in der Gegend müssen damit rechnen, auch selbst etwas zu zahlen.
„Sie sehen mit eigenen Augen, dass der Pfahlschutz funktioniert”, so Jørgensen zum DR. Bereits geschützte Küstenabschnitte zeigen seinen Angaben zufolge, dass sich dort wieder Sand aufbaut, die Erosion stoppt und sogar wieder Vegetation wächst. Der Küstenschutzexperte Peter Frigaard von der Universität Aalborg warnte allerdings, dass zusätzlich Sand aufgespült werden müsse, damit starke Stürme die Sicherung nicht wieder herausreißen.
Auch an der Küste von Norfolk in England kennen sie das Problem. Dort zwingt starke Erosion viele Bewohner zum schnellen Auszug. Elf Häuser entlang der Straße "The Marrams" im Küstendorf Hemsby gelten laut einer Einschätzung des Stadtrats von Great Yarmouth als einsturzgefährdet, wie die britische Zeitung "Manchester Evening News" berichtet.
Der Vorsitzende der Initiative "Save Hemsby Coastline", Simon Measures, kritisiert, dass die Küstenprobleme seit Jahren bekannt seien und dennoch keine nachhaltigen Lösungen gefunden wurden. Hemsby ist eine der am stärksten von Küstenerosion betroffenen Gebiete in Europa, doch langfristige Maßnahmen, wie Küstenschutzprojekte, fehlen weiterhin.
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