Der Alltag einer jungen Mallorquinerin spielt sich auf zwölf Quadratmetern in ihrem Wohnmobil ab. Die Beamtin kann sich auf der Insel keine Wohnung leisten.
Der Alltag einer jungen Mallorquinerin spielt sich auf zwölf Quadratmetern in ihrem Wohnmobil ab. Die Beamtin kann sich auf der Insel keine Wohnung leisten.
M. Bibiloni ist 31 Jahre alt und stammt aus Campos, einem Ort mit etwa 12.510 Einwohnern im Süden Mallorcas. Sie arbeitet als Beamtin bei der Balearen-Regierung in der Inselhauptstadt Palma und lebt mit ihrem Hund auf zwölf Quadratmetern in einem Wohnmobil.
Trotz Studium, Arbeit und regelmäßiger Zahlungen schafft sie es nicht, sich auf Mallorca eine feste Existenz aufzubauen. „Es reicht nicht, um an eine Wohnung zu kommen“, erzählte die Beamtin der „Mallorca Zeitung“.
Je nach Jahreszeit wechselt Biblioni mit ihrem Wohnwagen den Standort. Solange man sich im Fahrzeug aufhält und nicht campiert, also keine Tische oder andere Möbel vor dem Fahrzeug aufstellt, sei das Schlafen im Wohnmobil erlaubt, so die 31-Jährige.
Eine Wohnung allein zu bezahlen, schafft sie nicht, und in eine WG möchte sie nicht. Mit dem Wohnmobil kann Bibiloni nach eigenen Angaben derzeit rund 1000 Euro im Monat sparen. Eine Zukunftsperspektive ist das Wohnwagenleben für die Beamtin jedoch nicht. „Ich will das nicht schönreden oder idealisieren. Es ist nicht bequem, nicht billig und keine Lebensform auf Dauer“, so die Mallorquinerin gegenüber der „Mallorca Zeitung“. Doch oft bleibe einem nichts anderes übrig.
Wer sich auf Mallorca eine Immobilie leisten möchte, muss tief in die Tasche greifen. Fast die Hälfte der angebotenen Objekte liegt im Luxussegment – für Einheimische kaum noch machbar. Laut einem Bericht der Beratungsgesellschaft CBRE, aus dem die „Mallorca Zeitung” kürzlich zitierte, entfallen inzwischen 47 Prozent der zum Verkauf stehenden Objekte auf das Luxussegment.
Ausländische Investoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: 41,7 Prozent ihrer Käufe entfallen auf Objekte über 500.000 Euro. Dies spiegelt sowohl das hohe Preisniveau als auch die klare Fokussierung internationaler Käufer auf die mittleren, gehobenen und Luxussektoren des Wohnungsmarkts wider. Vor allem seit dem Iran-Krieg ist die Nachfrage sprunghaft gestiegen, wie Rocco Engler von „Only Apartments” in Palma bestätigt. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass immer mehr alteingesessene Mallorquiner ihre Wohnungen in den Städten verkaufen. Diese werden dann renoviert und deutlich teurer angeboten.