In Athen drängen Touristen Anwohner aus ihren Vierteln. Nun will der Bürgermeister Neubauten und Ferienwohnungen im historischen Zentrum stoppen.
In Athen drängen Touristen Anwohner aus ihren Vierteln. Nun will der Bürgermeister Neubauten und Ferienwohnungen im historischen Zentrum stoppen.
Im historischen Zentrum Athens drängen sich inzwischen mehr Touristen als Einheimische durch die Gassen rund um Akropolis und Plaka. Bürgermeister Haris Doukas warnt in einem Interview gegenüber "The Guardian": "Athen kann nicht so funktionieren, als wäre es ein riesiges Hotel." Mit 700.000 Einwohnern und mehr als acht Millionen Besuchern im Jahr ächzt Athen unter steigenden Mieten, überlasteter Infrastruktur und einem Immobilienboom rund um Hotels und Kurzzeitvermietungen.
Doukas will ein neues Tourismus-Gesetz nutzen, um im historischen Zentrum einen Stopp für neue touristische Nutzungen durchzusetzen. Doukas verkündet: "Wir wollen mit einem Gesetz, das rechtlich verankert ist, sagen: ‚Genug ist genug.‘" Geplant ist ein Verbot neuer Hotels, Serviced Apartments und Kurzzeitvermietungen, auch Dachbars und Restaurants ohne Lizenz sollen stärker kontrolliert werden.
Unterstützt wird er laut "The Guardian" ausgerechnet vom Chef des Athener Hotelverbands, der wie in Barcelona eine Obergrenze für Hotels und Ferienwohnungen fordert, um das Zentrum nicht vollends in eine Touristen-Zone zu verwandeln.
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Während Athen erst jetzt bremst, gehen andere Metropolen schon weiter: Barcelona will bis 2028 alle mehr als 10.000 Touristen-Apartment-Lizenzen auslaufen lassen, um tausende Wohnungen an den regulären Mietmarkt zurückzugeben. Laut einer Studie aus dem Jahr 2024, haben Airbnb-ähnliche Kurzzeitvermietungen in Städten wie Berlin, Lissabon und Barcelona messbar zu höheren Mieten beigetragen.
In Deutschland gab es Ende 2024 rund 43,8 Millionen Wohnungen, nur 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr, obwohl der Wohnungsbestand seit 2014 nur um 6,1 Prozent gewachsen ist, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Die Gesamtwohnfläche legte im selben Zeitraum um 9,1 Prozent zu. Es ist ein Zeichen dafür, dass zwar mehr und größer gebaut wird, Engpässe und hohe Belastungen auf dem Wohnungsmarkt für viele Haushalte aber weiterhin Alltag sind.
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