Argentinien verliert das WM-Finale – und danach die Nerven. Leandro Paredes eskaliert und beweist. Die Argentinier sind noch schlechtere Verlierer als Gewinner.
Argentinien verliert das WM-Finale – und danach komplett die Nerven. Leandro Paredes eskaliert und beweist. Die Argentinier sind noch schlechtere Verlierer als Gewinner.
Rodri darf noch nicht feiern. Vor wenigen Augenblicken wurde er Weltmeister, er ist nun am Ende eines Lebensziels. Aber er muss seinen ehemaligen ManCity-Teamkollegen Nicolás Otamendi beruhigen. Der Argentinier ist kaum zu bändigen und zeigt immer wieder wütend in eine Richtung.
Nur wohin? Wenige Momente zuvor kommt es zur großen Rudelbildung zwischen den spanischen Weltmeistern und argentinischen Vize-Weltmeistern. Wobei „Rudelbildung“ schon eine nette Umschreibung der Kampfszenen auf dem Platz darstellt.
Mittendrin: Leandro Paredes, der Schlachter von Boca. Auf dem Platz erbarmungslos, brutal, ein unerbittlicher Kämpfer. Offenbar auch abseits des Platzes.
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Nach Schlusspfiff greift der Argentinier zunächst Eric Garcia an die Gurgel. Als Gavi dazwischengeht, wird dieser von Thiago Almada weggezogen. Paredes aber, mit angsteinflößendem Blick, geht auf den spanischen Youngster los. Zerrt an ihm, holt aus, drückt ihn zu Boden.
Es sind unwürdige Bilder in einem WM-Finale. Und hier beweist Argentinien: Sie sind noch schlechtere Verlierer als Gewinner.
Denn: So viel Spaß diese argentinische Mannschaft mit ihren thrillerartigen Siegen in der K.o.-Runde auch gemacht hat, wirklich zu gönnen waren ihr die Triumphe nicht. Immer wieder kommt es zu ehrlosen Szenen bei Partien der Albiceleste – ob in den Spielen oder danach.
Kein einziges WM-Duell Argentiniens endet ohne Nebenkriegsschauplatz. Ihre Siege über Ägypten, die Schweiz und England werden von ohrenbetäubendem Lärm begleitet.
Speziell bei ihrem spektakulären Halbfinal-Triumph über die Three Lions zeigen sie ihre hässlichste Fratze. Fieses Getrete von Sekunde eins, noch fiesere Provokationen in den Schlusssekunden, reine Theatralik in der Zwischenzeit.
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Diese Spielchen nutzen sie auch im Finale, nur lassen sich die eiskalten Spanier nicht darauf ein – da können Paredes (sieht noch Rot) oder der ebenfalls des Platzes verwiesene Enzo Fernandez noch so viel fluchen und treten.
„Ich mag generell Mannschaften wie Argentinien, die wissen, wie sie gewinnen – auch mit teils unfairen Mitteln“, sagt ZDF-Experte Christoph Kramer über die Spielweise der Südamerikaner. „Ich mag Härte, ich mag Schärfe, ich mag Gruppendynamik“, so der Weltmeister von 2014. Es folgt ein großes Aber:
„Aber heute muss man sagen, und auch schon während des Turniers, dass sie den Bogen überspannt haben.“
Ihre Vorbildfunktion haben die Argentinier laut Kramer bei dieser WM nicht erfüllt. Sein Rat an alle Kinder und Jugendliche: „Bitte an Argentinien kein Vorbild nehmen!“
Das betreffe die Szenen nach dem Spiel um Paredes, aber auch die Spielweise generell. Kramer freut sich daher für die Spanier – aber auch für den Fußball.
Und Argentinien? Die werden zum Meister der Provokation, Sieger des Schindens, Champions des Lamentierens – nur Weltmeister werden sie so nicht. Gut so.
Video: Argentinien-Trainer bricht Pressekonferenz unter Tränen ab,regionOfInterest=(1460,593)&hash=63c0eb8a9e8f490add4a656357f9dd9805398856bac2eccad7c205f8dd4a17c8)
Nach Niederlage im WM-Finale: Argentinien-Trainer bricht Pressekonferenz unter Tränen ab
Reuters / FIFA