Viele Kritiker fordern den Rücktritt oder die Entlassung von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Dafür gäbe es Optionen, doch keine davon erscheint realistisch.
Viele Kritiker fordern den Rücktritt oder die Entlassung des umstrittenen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Dafür gäbe es mehrere Optionen, doch keine davon erscheint realistisch.
Wie wird man Gianni Infantino los? Diese Frage stellen sich Experten und Fans gleichermaßen, nachdem die Fußball-WM mit dem „Fall Balogun“ von einem handfesten Skandal überschattet wurde. Schon mal vorweggenommen: Theoretisch gäbe es vier Optionen, um den umstrittenen Fifa-Präsidenten aus dem Amt zu schmeißen, doch wirklich realistisch ist keine.
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Für viele Kritiker haben Infantino und US-Präsident Donald Trump bei Balogun eine rote Linie überschritten. Die Forderungen nach personellen Konsequenzen gegen den Präsidenten werden seitdem immer lauter.
Eine sofortige oder unkomplizierte Lösung gibt es allerdings nicht, denn Infantino kann nicht einfach entlassen werden. Als Fifa-Präsident wird er vom Fifa-Kongress gewählt und kann nur unter ganz bestimmten, rechtlich engen Voraussetzungen sein Amt vorzeitig verlieren.
Infantino könnte vom Fifa-Kongress abgewählt werden. Dieser besteht aus 211 Mitgliedsverbänden und ist das höchste Organ des Fußball-Weltverbandes. Wenn sich eine ausreichende Mehrheit gegen ihn stellt und ein entsprechendes Verfahren eingeleitet wird, könnte Infantino sein Amt verlieren.
Eine Suspendierung oder Sperre durch die unabhängige Fifa-Ethikkommission wäre möglich. Diese Kommission soll Verstöße gegen den Fifa-Ethikkodex feststellen, wie in Fällen von Amtsmissbrauch, Interessenkonflikten oder anderer schwerwiegender Pflichtverletzungen. Eine solche Entscheidung würde Infantinos Amtsausübung erheblich beeinträchtigen.
Der einfachste Weg wäre ein freiwilliger Rücktritt. Infantino könnte sein Amt jederzeit niederlegen – was er aber nicht tun wird. Der Schweizer klebt auf seinem Posten, genießt den Ruhm und das Ansehen. Außerdem mag es Infantino, sich auf Augenhöhe mit Leuten wie Trump zu bewegen.
Innerhalb der Organisation gibt es zudem unabhängige Spruchorgane, die bei Regel- oder Statutenverstößen Verfahren führen können. Ist das Vergehen besonders gravierend, können staatliche Ermittlungsbehörden strafrechtlich relevantes Verhalten sanktionieren. Eine strafrechtliche Verurteilung führt jedoch nicht automatisch zum Verlust des Amtes.
Politisch ist eine Abwahl äußerst schwierig. Der Präsident verfügt über einen großen Rückhalt in vielen der 211 Mitgliedsverbände, insbesondere aus Afrika, Asien, Mittelamerika und Ozeanien. Ohne eine breite internationale Koalition wäre eine Abwahl kaum durchsetzbar.
Im Moment scheint keines der angeführten Mittel geeignet zu sein, um Infantino schnell aus seinem Amt als Fifa-Präsident zu bekommen – obwohl der „Fall Balogun“ hohe Wellen schlug. Aber ganz unangreifbar ist auch ein Gianni Infantino nicht.
Von Dirk Adam
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