Der Regierung fehlt der Mut, schneller die Lebensarbeitszeit anzuheben, meinen die Unternehmerinnen Laura und Carla Sasse. Das wäre besser als immer neue Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Senioren in der Münchner Innenstadt: Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten. Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber
Wir gehören zu einer Generation, die Unternehmen nicht erben wird, sondern bereits Verantwortung übernommen hat. Als Nachfolgerinnen eines Familienunternehmens wissen wir, wie viel Energie es verlangt, Fachkräfte zu finden, wie viel Mut, Investitionen zu finanzieren, und wie viel Agilität, um unter immer höheren regulatorischen Belastungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Keine dieser drei Eigenschaften haben wir bisher in der aktuellen Rentendebatte erkennen dürfen.
Dabei ist klar: Es geht schon lange nicht mehr darum, ob Reformen notwendig sind. Sondern darum, ob wir den Mut haben, sie rechtzeitig umzusetzen. Dass die Regierung jetzt die Empfehlungen ihres Expertenrats unverfälscht annimmt, ist ein Signal in die richtige Richtung.
Dennoch gilt: Für Arbeitgeber und Selbstständige bedeuten die Vorschläge höhere Beiträge, neue Umlagen und zusätzliche Belastungen – als wäre deren Beitrag nicht schon hoch genug.
Die Generation, die nun in Rente geht, konnte sich bei ihrer Geburt noch darauf verlassen, dass für jeden Rentner fast sechs Beitragszahler die Verantwortung für dessen Altersvorsorge übernahmen.