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20 Prozent mehr Produktivität im Homeoffice – trotzdem verbieten es Chef

Дата публикации: 04-07-2026 06:20:00

Viele Unternehmen holen ihre Teams zurück ins Büro. Der Grund ist nicht immer Produktivität, wie eine aktuelle Studie zeigt.
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Wer im Büro arbeitet, ist nicht automatisch leistungsfähiger. Eine Studie, an der unter anderem die Techniker Krankenkasse beteiligt war, kommt zu dem Ergebnis, dass Homeoffice im Vergleich zur Arbeit im Büro rund 20 Prozent produktiver macht. Das gilt allerdings nur bis zu einem Heimarbeitsanteil von etwa 60 Prozent. Laut Studie würde danach der Austausch leiden, der für die Zusammenarbeit wichtig ist.

Unternehmen, die möglichst produktiv sein wollen, sollten demnach hybride Strukturen schaffen. Trotzdem holen seit dem Ende der Corona-Pandemie viele Führungskräfte ihre Teams wieder vollständig ins Büro zurück. Forscher:innen der Wharton School an der University of Pennsylvania sind dieser scheinbar irrationalen Entscheidung in einer Studie auf den Grund gegangen und haben einen überraschenden Zusammenhang entdeckt – Narzissmus.

Narzissmus bei Führungskräften bremst Flexibilität

Adam Grant, Psychologieprofessor an der Wharton School, hat gemeinsam mit den Doktorandinnen Marissa Shandell und Courtney Elliott sechs Jahre lang untersucht, warum manche Chef:innen flexible Arbeitsmodelle unterstützen, während andere diese ablehnen. Die dreiteilige Studie befragte mehrere Hundert Führungskräfte, viele davon aus Fortune-500-Unternehmen. Dabei wurde auch eine Vielzahl von Persönlichkeitsmerkmalen abgefragt.

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Als die Forscher:innen die Teilnehmer:innen anschließend nach ihrer Haltung zu Homeoffice und hybridem Arbeiten befragten, korrelierten die Antworten weder mit ihrem Vertrauen in die Mitarbeiter:innen noch mit ihrer Vorliebe für sozialen Kontakt. Das einzige Persönlichkeitsmerkmal, das Einwände gegen Homeoffice zuverlässig vorhersagte, war Narzissmus.

In einem Gastbeitrag für die New York Times erklären sie: Je höher Führungskräfte sich selbst einschätzten, desto mehr strebten sie nach Macht und Status – und desto stärker befürworteten sie die Rückkehr ins Büro. Da sich die Größe eines Egos nicht direkt messen lässt, wurden Faktoren herangezogen, die in vielen früheren Studien als zuverlässige Indikatoren für Narzissmus identifiziert wurden, darunter zum Beispiel das Gehalt.

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Die Forscher:innen stellten fest: Je höher die Werte der Geschäftsführer:innen in diesem Index waren, desto wahrscheinlicher war es, dass sie nach Macht und Status strebten, indem sie den Vorsitz in ihren eigenen Unternehmen übernahmen und in die Vorstände anderer Unternehmen eintraten. Laut Studie handelte es sich dabei auch um jene Geschäftsführer:innen, die in den ersten beiden Jahren der Pandemie die negativsten Äußerungen über Remote- und Hybridarbeit machten.

Narzissmus im Arbeitsalltag: Wie du mit schwierigen Chefs umgehst – und warum der Begriff oft täuscht

Narzissmus erzwingt die Rückkehr ins Büro

Homeoffice hindere egozentrische Führungskräfte zudem daran, die Anerkennung der Mitarbeiter:innen wahrzunehmen. In Videokonferenzen seien sie nur eine Kachel von vielen, während sie auch mit Tools wie Slack nicht so unmittelbar auf Mitarbeiter:innen zugreifen könnten. Das hindere sie daran, dieselbe Macht und Kontrolle zu empfinden wie im Büro. Die Daten hätten allerdings gezeigt, dass narzisstische Führungskräfte insgesamt eher Schwierigkeiten mit der Vorstellung haben, dass Mitarbeiter:innen selbstständig entscheiden, wo und wie sie arbeiten.

Die Forscher:innen kommen zu einem klaren Fazit. „Schon lange vor der Pandemie trug die Möglichkeit, virtuell zu arbeiten, dazu bei, Mitarbeiter:innen zu motivieren und an das Unternehmen zu binden“, heißt es in der Studie. Angesichts der Tatsache, dass moderne Arbeitsmodelle eine zentrale Rolle bei der Gewinnung neuer Talente spielen würden, stelle das Streben narzisstischer Führungskräfte nach Macht und Status ein wesentliches Hindernis für Unternehmen dar und könnte zum Feind der Flexibilität werden.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 25.06.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.

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