Unter dem Codenamen „Project Aion” hat Microsoft offenbar eine agentische Alternative zu Windows 11 entwickelt. Es gibt allerdings mehrere Anzeichen, dass dieses „Copilot OS“ vorerst nicht veröffentlicht wird.
weiterlesen auf t3n.de
Unter dem Codenamen „Project Aion” hat Microsoft offenbar eine agentische Alternative zu Windows 11 entwickelt. Es gibt allerdings mehrere Anzeichen, dass dieses „Copilot OS“ vorerst nicht veröffentlicht wird.
Von Noëlle Bölling
Was steckt hinter dem Betriebssystem Copilot OS? (Bild: monticello / Shutterstock)
Im Oktober 2021 hat Microsoft Windows 11 eingeführt. Die neue Version des Betriebssystems kam allerdings bei vielen Nutzer:innen nicht gut an – auch wegen der vielen neuen KI-Funktionen. Wie Windows Latest jetzt auf Basis eines durchgesickerten Videos berichtet, hat der Konzern offenbar mindestens seit 2024 unter dem Codenamen „Project Aion” an einer Alternative gearbeitet. In dem Video wird ein auf Microsoft Edge basierendes, KI-gestütztes Betriebssystem gezeigt, das das traditionelle Startmenü durch einen Copilot-Launcher ersetzt. Offenbar hat Microsoft das Projekt aber wieder verworfen.
Diese Pläne hatte Microsoft für Copilot OS
In dem Video ist zu sehen, wie Copilot OS, das als „agentisches“ Betriebssystem beschrieben wird, das klassische Startmenü durch KI ersetzt. Beim Start gibt es deshalb keine klassischen Desktop-Symbole. Stattdessen öffnet eine Copilot-Schaltfläche den gleichnamigen Launcher. Dieser begrüßt die Nutzer:innen mit ihrem Namen und zeigt ein Dashboard mit drei dynamischen Widgets an – im gezeigten Beispiel gehören dazu „Etwas Neues erstellen” und „Nachrichten des Tages”. Der Bereich „Meine Inhalte” enthält hauptsächlich Web-Apps wie Microsoft Edge, Teams und Word. Über das Textfeld „Frag mich alles” lassen sich agentische Aufgaben starten oder Websites direkt im Edge-Browser aufrufen.
Das System ordnet Inhalte nicht nach App-Kategorien, sondern nach den Zielen der Nutzer:innen. Sucht man beispielsweise nach Restaurants, verwandelt sich der Copilot-Launcher in ein schwebendes Chat-Fenster und listet die Ergebnisse direkt auf, ohne eine Weiterleitung an einen Browser auszuführen. Für parallele Aufgaben öffnet Copilot OS separate Chat-Fenster nebeneinander. Zusätzlich unterstützt das System interaktive Plug-ins und generiert UI-Elemente direkt im Chat. Wenn man beispielsweise darum bittet, eine Zusammenfassung per E-Mail zu versenden, erscheint ein interaktives E-Mail-Steuerelement. Dieses entwirft die Nachricht auf Basis des Arbeitsbereichskontexts, ohne dass ein separater E-Mail-Client geöffnet werden muss.
Hat Microsoft die Pläne wieder verworfen?
Schon im Jahr 2023 hatte Microsoft-CEO Satya Nadella angedeutet, dass Copilot den klassischen Start-Button künftig ersetzen könnte, so unter anderem im Interview mit Wired. „Project Aion” scheint genau nach diesem Prinzip konzipiert gewesen zu sein. Laut Windows Latest deutet allerdings alles darauf hin, dass das KI-Betriebssystem nicht auf den Markt kommen wird. Ein möglicher Grund könnte die anhaltende Skepsis vieler Nutzer:innen gegenüber umfangreichen KI-Integrationen in Windows sein.
Dass Nutzer:innen bei Microsoft-Neuerungen zurückhaltend reagieren, zeigt auch der anhaltende Erfolg von Windows 10: Laut Statcounter laufen heute noch über 28 Prozent aller Windows-PCs mit dem Vorgängersystem, obwohl der technische Support bereits eingestellt wurde. Im März kündigte Microsoft daraufhin eine Reihe von Verbesserungen für Windows 11 an, die eine Reduzierung der Copilot-Integrationen vorsehen. Das Ziel bestehe darin, sich auf KI-Erlebnisse zu konzentrieren, die „wirklich nützlich“ sind.
Empfohlene redaktionelle Inhalte
Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH,
die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen.
Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden,
dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen.
Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.