Gesetzesreform der Bundesregierung Windpark bei Frankfurt (Oder) soll weniger Anlagen erhalten als geplant
Gesetzesänderungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien wirken sich auf die Expansionspläne des neuen Windparks nördlich der B5 bei Frankfurt (Oder) aus. Das sagte Silas Harbord, Koordinator bei dem zuständigen Projektentwickler Energiekontor dem rbb. Demnach plant das Unternehmen aktuell nur noch mit drei anstatt vier weiteren Anlagen an dem Standort. "Das erzeugt nicht so viel erneuerbare Energie, ist aber etwas wirtschaftlicher. Dazu sind wir jetzt gezwungen", so Harbord.
Nach schon beschlossenen Gesetzesänderungen plant die Bundesregierung aktuell ein weiteres Gesetz, mit dem Betreiber von Windkraftanlagen künftig teilweise keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihre Anlagen wegen eines überlasteten Stromnetzes gedrosselt oder vorübergehend abgeschaltet werden müssen. Bislang werden sie in solchen Fällen entschädigt, obwohl die Anlagen Strom erzeugen könnten, dieser aber nicht ins Netz eingespeist werden kann. Die Folgen dieses Gesetzentwurfs wollte Harbord nicht kommentieren, weil er noch nicht beschlossen ist.
Gesetzespläne bremsen Ausbau des Windparks
Auf den Bau der ersten acht Windräder nahe des Ortsteils Booßen, die laut Energiekontor 2027 ans Netz gehen und Strom für umgerechnet 40.000 Haushalte produzieren sollen, habe der Gesetzesentwurf wohl keine direkten Auswirkungen mehr, so Harbord.
Am Mittwoch hatte das Kabinett die umstrittenen Energiegesetze von Bundeswirtschaftsministerin Reiche gebilligt. Ein Ziel sei, Kosten zu senken. Die Entschädigungen wegen der Netzengpässe kosten demnach jedes Jahr Milliarden. Das neue Gesetz soll verhindern, dass Anlagen bewusst in Netzgebieten errichtet werden, die den produzierten Strom nicht aufnehmen können. Die Reform muss noch vom Bundestag beschlossen werden.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde am 31. Juli 2026 veröffentlicht und am 12. August erneut überarbeitet.
Mit Material von Philip Barnstorf
Sendung: Antenne Brandenburg vom rbb, 30.07.2026, 14 Uhr
Audio: Antenne Brandenburg vom rbb, 30.07.2026, Philip Barnstorf