Die Nutzung von Whatsapp auf dem iPad hatte bislang einen großen Haken. Eine Neuerung in der aktuellen Software-Version verspricht nun endlich Abhilfe – aber nicht für alle Nutzer:innen gleichzeitig.
Nutzer:innen des Messengers Whatsapp können die Software auf Apples iPad fortan als primäres Gerät einrichten und sind nicht länger auf die Verknüpfung mit einem Smartphone angewiesen. Das berichtet der gut informierte Blog WABetaInfo, der die Änderung in der neuesten Software-Version 26.25.74 für das Apple-Tablet entdeckt hat.
Der Ablauf der Installation gleicht dabei exakt dem bekannten Prozess auf dem iPhone. Anwender:innen geben ihre Telefonnummer direkt auf dem Tablet ein und verifizieren sich anschließend über einen sechsstelligen Code oder einen Passkey.
Gerade die Unterstützung von Passkeys stellt einen erheblichen Komfortgewinn dar, da die Authentifizierung direkt über den integrierten Passwortmanager des Betriebssystems erfolgt. Dies beschleunigt den Einrichtungsprozess spürbar und erhöht gleichzeitig die Sicherheit bei der Anmeldung auf dem neuen Primärgerät.
Whatsapp: Voller Funktionsumfang auf dem Tablet
Bislang ließ sich das Tablet lediglich im sogenannten Companion-Modus nutzen, der das iPad als reines Begleitgerät behandelte und den Funktionsumfang künstlich beschnitt. Diese strukturelle Einschränkung entfällt im neuen Hauptmodus, wodurch Funktionen wie das Teilen des Live-Standorts uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
Auch die Erstellung und Verwaltung von Broadcast-Listen, die für viele professionelle Nutzer:innen unverzichtbar sind, ist nun direkt auf dem großen Bildschirm möglich. Gleiches gilt für die Kommunikation mit Unternehmen über die sogenannten Flows, die bislang auf dem Tablet blockiert waren.
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Besonders erfreulich ist der Wegfall des automatischen Logouts, der im Companion-Modus nach 14 Tagen Smartphone-Inaktivität unweigerlich eintrat. Gerade bei Reparaturen des Haupttelefons oder für reine Tablet-Anwender:innen stellte diese Frist in der Praxis oftmals eine erhebliche organisatorische Hürde dar.
Für Anwender:innen, die ihren beruflichen oder privaten Alltag primär über das Tablet organisieren, bedeutet diese Umstellung einen massiven Zugewinn an Flexibilität. Sie müssen nun nicht mehr zwingend ein aktives Smartphone in der Nähe haben, um die Erreichbarkeit über den Messenger sicherzustellen.
Die Architektur hinter der iPad-Änderung
Die technische Grundlage für diesen Schritt legte das zum US-Konzern Meta gehörende Unternehmen bereits vor einiger Zeit mit der Einführung der Multi-Geräte-Architektur. Diese erlaubte es erstmals, dass Nachrichten nicht mehr zwingend über das Haupttelefon geroutet werden mussten, sondern direkt Ende-zu-Ende-verschlüsselt auf die Endgeräte gelangten.
Dass die vollständige Entkopplung für das iPad erst jetzt erfolgt, dürfte an der hohen Komplexität der sicheren Schlüsselsynchronisation liegen. Das System muss jederzeit garantieren, dass alle kryptografischen Identitäten nahtlos übereinstimmen, ohne die Integrität der Chat-Historien zu gefährden.
Wer sein Smartphone aus organisatorischen Gründen weiterhin als Hauptgerät bevorzugt, kann den bisherigen Companion-Modus bei der Ersteinrichtung auf dem Tablet laut dem Bericht ebenfalls weiterhin auswählen. Der Dienst zwingt niemanden zum Wechsel auf das neue System, was bestehende Arbeitsabläufe unangetastet lässt.
Parallele Testläufe und offene Fragen
Die Entwickler:innen ruhen sich offenbar nicht auf dem iOS-Ökosystem aus, denn die Autor:innen von WABetaInfo weisen darauf hin, dass Meta derzeit „eine ähnliche Funktion für Android-Tablets“ testet. Dies deutet auf eine langfristige Strategie hin, den Messenger gänzlich plattformunabhängig und ohne Smartphone-Zwang zu etablieren.
Trotz des offensichtlichen Mehrwerts sollten Interessierte beachten, dass die Verteilung der neuen Version laut den Beobachtungen derzeit nur in kleinen Wellen erfolgt. Es kann daher einige Wochen dauern, bis die Option zur Einrichtung als Primärgerät flächendeckend auf allen Geräten auftaucht.
Zudem bleibt in der Praxis abzuwarten, wie stabil die Synchronisation der Nachrichtenverläufe funktioniert, wenn das iPad dauerhaft autark betrieben wird. In der Vergangenheit kämpfte der Messenger bei der Nutzung über mehrere eigenständige Geräte hinweg gelegentlich mit unangenehmen Verzögerungen beim Abrufen älterer Chat-Verläufe.
Ein weiterer Aspekt ist der potenziell steigende Speicherbedarf auf dem Tablet, da nun die gesamte Datenbank lokal und unabhängig verwaltet werden muss. Nutzer:innen von Einstiegsgeräten mit geringer Speicherkapazität könnten hier mittelfristig an technische Grenzen stoßen, wenn sie umfangreiche Medienarchive unterhalten.
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