Es ist fünf Jahre her, dass die islamistischen Taliban Afghanistan unterjocht haben. Besonders die Frauen leiden unter dem Unterdrückungsregime. Sara Fremberg von der Hilfsorganisation "medica mondiale" erzählt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich, wie die Taliban Frauen in Afghanistan tagtäglich bedrohen.
"Die Realität von Frauen und Mädchen in Afghanistan ist schrecklich", sagt die Aktivistin. Eine Vollverschleierung in der Öffentlichkeit sei vorgeschrieben. Das Haus dürften Frauen ohne männliche Begleitung nicht verlassen. "Auch im Privaten ist es ihnen verboten, zu beten, zu lachen und sich laut zu äußern." Politisches Engagement sei untersagt - auch viele Berufe dürften Frauen nicht mehr ausüben.
Es ist seit dem 15. August 2021 klar, wo es hingeht. Direkt von Anfang an haben die Taliban begonnen, die Rechte von Frauen und Mädchen sukzessive einzuschränken.
Wer in den Widerstand gehe oder Nachbarsmädchen verbotenerweise im Verborgenen unterrichte, begebe sich in große Gefahr. Die Taliban würden Frauen, die sich nicht an die Vorgaben des Unterdrückungsregime hielten, verfolgen, verhaften, foltern und auch ermorden.
Entwicklungsministerin Alabali Radovan Hilfe für Afghanen - ohne Taliban-Kooperation Hilfsorganisationen in Afghanistan brauchen UnterstützungSara Fremberg von "medica mondiale" fordert von der Bundesregierung weitere Unterstützung für die Frauen in Afghanistan. In Gesprächen mit den Taliban müsse die "hohe Priorität von Frauen- und Menschenrechten" deutlich gemacht werden. Denn die Taliban hätten in Afghanistan ein System von "Gender Apartheid" etabliert. Es sei "systematisch darauf ausgelegt, Frauen und Mädchen - nicht nur zu benachteiligen, sondern sie auch zu Objekten eines patriarchalen Systems zu machen."