Schon mehrmals wurde die Montessori-Schule in Friedrichsthal mit rechtsextremen Parolen und Symbolen beschmiert. Nun hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. Die Staatsanwaltschaft mit weiteren Details.
Update | Friedrichsthal · Schon mehrmals wurde die Montessori-Schule in Friedrichsthal mit rechtsextremen Parolen und Symbolen beschmiert. Nun hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. Die Staatsanwaltschaft mit weiteren Details.
Nazi-Sprayer terrorisieren Montessori-Schule in Friedrichsthal
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Hakenkreuze, Nazi-Parolen, sogar Drohungen fanden die Lehrer und Schüler der Montessori-Schule in Friedrichsthal zu ihrem Entsetzen schon mehrmals an den Wänden. Die Verantwortlichen waren lange unbekannt. Nun hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt.
Durchsuchungen bei Verdächtigen nach Nazi-Schmierereien an Montessori-Schule
Wie die Landespolizeidirektion mitteilt, fiel der Verdacht „nach intensiven Ermittlungen“ auf zwei 18-Jährige aus dem Regionalverband Saarbrücken und dem Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Bei Durchsuchungen seien „tatrelevante Beweismittel festgestellt und zugeordnet“ worden. Da der Fall besonders „öffentlichkeitswirksam“ sei, wollte man nun mit diesem Ermittlungserfolg an die Öffentlichkeit gehen, so Jens Dewes, Sprecher der Landespolizeidirektion.
Zuletzt wurde die Schule Anfang Juli zweimal innerhalb derselben Woche Opfer von Vandalismus im großen Stil (wir berichteten). Die Täter zerstörten damals die „Wall of Fame“, ein von den Schülern angefertigtes Wandgemälde mit Porträts berühmter Persönlichkeiten, indem sie ein riesiges „HJ“ (für Hitlerjugend) sowie ein Hakenkreuz und entsprechende Parolen darüber schmierten. Die Schule ließ die Graffiti überstreichen. Doch schon wenige Tage später kamen die Täter zurück – am nächsten Morgen prangten an derselben Stelle ein Hitler-Gesicht, Hakenkreuz, SS-Rune, „Sieg heil“-Parole und der in rechtsextremen Kreisen verbreitete Zahlencode „1161“ (der für die Buchstaben AAFA für „Anti-Antifa“ steht). Dutzende weitere ähnliche Parolen waren auf die Wände des Schulgebäudes geschmiert – auf ein Fenster schrieben die Täter sogar die Drohung, wiederzukommen, sollten die Graffiti erneut überstrichen werden. Das taten sie jedoch nicht.
Hinweise eines anderen Verdächtigen führten zu den Beschuldigten
Zunächst bestand Verdacht gegen eine andere Person, wie Thomas Schardt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, auf SZ-Anfrage erklärt. Der Verdacht habe sich nicht erhärtet, die Person habe aber Angaben gemacht, die die beiden jetzt Beschuldigten ins Visier der Ermittler geraten ließen. Einen unmittelbaren Bezug zur Friedrichsthaler Montessori-Schule hätten die 18-Jährigen aber nicht.
Die Schule gehört zum bundesweiten Netzwerk „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“, und ihre Wände wurden allein dieses Jahr bereits fünfmal mit rechtsextremen Symbolen und Parolen beschmiert. Neben den beiden Fällen von Anfang Juli wurden drei weitere im März und April aktenkundig. So wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. April ein großes Hakenkreuz an eine Wand gesprayt und dieselbe „Wall of Fame“ mit einem FCS-Schriftzug übermalt.
Verbindung zu weiteren Taten wird geprüft
Die beiden Beschuldigten stehen laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, für alle diese Fälle verantwortlich zu sein. Ähnliche Fälle, bei denen die Friedrichsthaler Schule mit Nazi-Parolen beschmiert wurde, gab es bereits im vergangenen Jahr. Ob die Verdächtigen auch mit diesen in Verbindung gebracht werden können, wird derzeit noch geprüft.
Wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hatte die Abteilung Staatsschutz der Landespolizeidirektion in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Saarbrücken den Fall übernommen. Laut Polizei konnten bisher bei den Verdächtigen „keine Hinweise auf eine rechtsideologische Gesinnung“ gefunden werden. (sas)
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