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Software statt seltener Erden: Dieser E-Motor könnte die Abhängigkeit von China brechen

Дата публикации: 17-07-2026 09:40:00

Ein indisches Start-up hat einen Elektromotor patentiert, der ohne seltene Erden auskommt. Die zugrunde liegende Technik setzt auf Software statt auf knappe Rohstoffe.

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Ein indisches Start-up hat einen Elektromotor patentiert, der ohne seltene Erden auskommt. Die zugrunde liegende Technik setzt auf Software statt auf knappe Rohstoffe.

China kontrolliert den globalen Markt für seltene Erden mit enormer Dominanz. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) laufen rund 91 Prozent der weltweiten Verarbeitung sogenannter Magnet-Seltenerdmetalle und 94 Prozent der Permanentmagnet-Produktion über die Volksrepublik. Genau diese Magnete stecken heute in den meisten Elektroautos, aber auch in Windkraftanlagen, Robotern oder Rechenzentren. Das indische Unternehmen Vimag Labs will diese Abhängigkeit mit einem neuen Motorenkonzept durchbrechen.

Software statt Magnete: So funktioniert der Vimag-Ansatz

Herkömmliche Elektromotoren benötigen starke, fest verbaute Dauermagnete im Inneren. Vimag Labs geht einen anderen Weg und ersetzt diese physischen Magnete durch ein digitales System. Eine Software steuert die Elektronik so präzise, dass das benötigte Magnetfeld in Echtzeit exakt dort entsteht, wo es gerade gebraucht wird. Laut dem Portal „Elektrec“ liegt das Geheimnis also nicht in einem neuen Werkstoff, sondern in cleverer Steuerungstechnik.

Gründer und Geschäftsführer Manish Seth beziffert den Entwicklungsaufwand auf über 87.600 Ingenieurstunden. Inzwischen hat das Unternehmen ein Patent erhalten und eine Finanzierung von fünf Millionen Dollar eingeworben (rund 4,4 Millionen Euro). Laut „Electrek“ laufen bereits erste Testläufe mit Herstellern von Zweirädern und Autos.

Was gegen die Technologie spricht

Ob der Motor auch jenseits des Labors überzeugt, ist allerdings noch offen. Im realen Straßenverkehr wurde die Technik bisher nicht im großen Maßstab erprobt. Kritiker verweisen auf ein grundsätzliches Problem: Magnetfreie Motoren verbrauchen in der Regel deutlich mehr Strom als ihre konventionellen Gegenstücke. Ob das System von Vimag Labs dabei eine Ausnahme bildet, muss sich erst zeigen.

BMW, Tesla und Astemo: Wer bereits an Alternativen arbeitet

Das Ziel, seltene Erden zu umgehen, verfolgt die Branche schon länger. Tesla kündigte 2023 an, bei der nächsten Motorengeneration auf diese Rohstoffe verzichten zu wollen. General Motors (GM) und Stellantis fördern die Entwicklung alternativer Nitrid-Magnete, sogenannter „Clean Earth“-Magnete.

BMW verbaut bereits seit Jahren Motoren ohne Dauermagnete. Stattdessen leiten die Münchner Strom durch Spulen im Motorinneren und erzeugen so die nötige Magnetkraft künstlich. Der Nachteil: Die zusätzlichen Kupferspulen machen den Motor schwerer. Außerdem braucht das System eine eigene Steuerung für die Stromführung.

Einen dritten Weg geht Astemo, ein Gemeinschaftsunternehmen von Hitachi und Honda. Der japanische Zulieferer setzt auf einen sogenannten Reluktanzmotor. Dieser Motortyp benötigt weder Dauermagnete noch schwere Kupferspulen im rotierenden Teil. Stattdessen erzeugt allein die spezielle Form des Eisenkerns die Rotationskraft.

Warum günstigere Elektroautos möglich werden könnten

Für Verbraucher geht es bei diesen Entwicklungen um mehr als Industriepolitik. Wer seltene Erden aus der Produktion streicht, reduziert die Abhängigkeit von wenigen Lieferländern. Das senkt das Risiko für Lieferengpässe und plötzliche Preissprünge bei Elektrofahrzeugen.

Der Handlungsdruck wächst dabei weiter. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) hat sich die weltweite Nachfrage nach den wichtigsten Magnet-Seltenerdmetallen seit 2015 bereits verdoppelt. Bis 2030 dürfte sie um ein weiteres Drittel steigen. Technologien, die ganz ohne diese Materialien auskommen, könnten daher langfristig dazu beitragen, Elektroautos günstiger zu machen.

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Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 12.24. Источник: rss.focus.de.