Deutschlands Ausstieg aus FCAS verändert das Rüstungsprojekt grundlegend. Jetzt will Indien dem französisch geführten Kampfjetprogramm beitreten.
Deutschlands Ausstieg aus FCAS verändert das Rüstungsprojekt grundlegend. Jetzt will Indien dem französisch geführten Kampfjetprogramm beitreten.
Nach dem Bruch zwischen Frankreich und Deutschland beim Kampfjetprojekt FCAS will nun Indien einsteigen. Neu-Delhi hat nach Angaben aus dem indischen Verteidigungsministerium bereits Schritte eingeleitet, um sich dem französisch geführten Programm für einen Kampfjet der sechsten Generation anzuschließen.
Die französische Zeitung „L’Independant“ berichtet, Indien wolle die Zusammenarbeit mit Frankreich bei der Entwicklung des neuen Jets deutlich ausbauen. Demnach soll der Einstieg nicht nur die militärische Partnerschaft beider Länder festigen, sondern auch der französischen Rüstungsindustrie neuen Schub geben. Bisher musste die Firma Dassault die Last zum Großteil alleine tragen.
Für Indien geht es um weit mehr als ein Prestigeprojekt. Die Luftwaffe des Landes hat seit Jahren mit einem spürbaren Mangel an einsatzfähigen Kompanien zu kämpfen. Nach Angaben aus Neu-Delhi fehlen derzeit 13 Jagdstaffeln. Ältere Flugzeuge werden in den kommenden Jahren schrittweise ausgemustert. Gleichzeitig wächst der Druck durch China und Pakistan.
Das Verteidigungsministerium sprach vor einem Parlamentsausschuss von „Anstrengungen“, um dem französischen Programm beizutreten. Die Abgeordneten verlangen inzwischen einen genauen Zeitplan für Entwicklung und mögliche Beschaffung.
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Frankreich und Indien arbeiten bereits bei mehreren großen Rüstungsprojekten zusammen. Dazu zählen die Rafale-Kampfjets für die indische Luftwaffe, Marinevorhaben und weitere Gespräche über zusätzliche Bestellungen. Im Raum steht ein möglicher Großauftrag über 114 weitere Rafale im Wert von rund 34 Milliarden Euro.
Das Fachportal „Defence Security Asia“ berichtet, Frankreich habe nach dem Ausstieg Deutschlands nun freie Hand, seine eigene Vorstellung des künftigen Kampfjets mit einem anderen Partner weiterzuverfolgen. Dabei geht es auch um einen Jet, der für Flugzeugträger geeignet ist und der nuklearen Abschreckung dient. Bei diesen Anforderungen gibt es zwischen Frankreich und Indien mehr Gemeinsamkeiten als zuvor mit Deutschland.
Noch ist der Einstieg Indiens nicht beschlossen. Weder ein fertiger Vertrag noch eine feste Regelung zu Geld, Technik oder Arbeitsanteilen liegen bisher vor.
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