Nach Selenskyjs Besuch in Belgrad und seiner Aussage zu Kosovo entfernt Pristina die große Ukraine-Flagge aus dem Stadtzentrum.
Nach Selenskyjs Besuch in Belgrad und seiner Aussage zu Kosovo entfernt Pristina die große Ukraine-Flagge aus dem Stadtzentrum.
In Pristina ist die große ukrainische Flagge mit der Aufschrift „Free Ukraine“ aus dem Stadtzentrum entfernt worden. Vorausgegangen war eine Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wonach sich die Haltung Kiews zur Unabhängigkeit des Kosovo nicht geändert hat.
Selenskyj bekräftigte diese Position während seines Besuchs in Belgrad. Die Ukraine respektiere die territoriale Integrität ihrer Partner und das Völkerrecht, erklärte er und verwies zugleich auf die Unterstützung Serbiens für die territoriale Integrität der Ukraine, einschließlich der Krim, berichtet „TVN24“.
Die Stadtverwaltung von Pristina ließ daraufhin die riesige Flagge entfernen, die seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 an einem Gebäude im Zentrum der Hauptstadt hing. Bürgermeister Përparim Rama erklärte laut dem Bericht, Solidarität mit Menschen, die unter Krieg und Verfolgung leiden, dürfe nicht zulasten der Staatlichkeit des Kosovo gehen.
Rama verwies dabei auf die eigene Geschichte des Kosovo und den Kampf um Unabhängigkeit und politische Anerkennung. Die Stadt werde weiterhin Menschen unterstützen, die für Freiheit und ihr Recht auf einen eigenen Staat kämpften, zugleich müsse aber auch die Staatlichkeit des Kosovo respektiert werden, berichtet die kosovarische Zeitung Koha Ditore.
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Der amtierende Außenminister Glauk Konjufca reagierte ebenfalls auf Selenskyjs Äußerungen und zeigte sich enttäuscht über die Haltung Kiews. Laut „Koha.net“ erinnerte er daran, dass Kosovo die Ukraine seit Beginn des russischen Großangriffs unterstützt, unter anderem durch Sanktionen gegen Russland und Belarus, humanitäre Hilfe, die Aufnahme ukrainischer Journalisten sowie militärische Unterstützung und Ausbildung.
Besonders bitter sei aus Sicht Pristinas, dass Kosovo die Ukraine trotz der fehlenden Anerkennung seiner eigenen Unabhängigkeit unterstützt habe. Konjufca warnte zudem laut dem Bericht davor, den Kosovo-Konflikt als Rechtfertigung für Russlands Vorgehen gegen die Ukraine heranzuziehen.
Auch Albanien stellte sich hinter die Position des Kosovo. Das Außenministerium in Tirana erklärte laut dem Bericht, die Unabhängigkeit des Kosovo und Russlands Angriff auf die Ukraine hätten unterschiedliche historische, politische und rechtliche Grundlagen.
Dabei verwies Tirana auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs aus dem Jahr 2010, wonach die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo nicht gegen das Völkerrecht verstoßen habe. Gleichzeitig bekräftigte Albanien seine Unterstützung für die territoriale Integrität der Ukraine und begrüßte Selenskyjs Besuch in Serbien, sofern dieser dazu beitrage, Belgrad näher an Europa heranzuführen.
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