Die Bundeswehr hat rund 60 Militärfahrzeuge nach Litauen verlegt – erstmals führte die Route über die strategisch wichtige Suwalki-Lücke. Das Manöver soll die schnelle Verstärkung der Nato-Ostflanke trainieren.
Die Bundeswehr hat rund 60 Militärfahrzeuge nach Litauen verlegt – erstmals führte die Route über die strategisch wichtige Suwalki-Lücke. Das Manöver soll die schnelle Verstärkung der Nato-Ostflanke trainieren.
Rund 60 deutsche Militärfahrzeuge sind für die Nato von Polen über Landstraßen nach Litauen verlegt worden. Die Einheiten starteten in der Nacht auf Montag in Polen und kamen jetzt am Ziel an. Wie das Fachportal „Sicherheit & Verteidigung“ berichtet, gehörten auch Leopard-2-Kampfpanzer zu dem Verband aus Niedersachsen.
Bei dieser Verlegung habe es ein Novum gegeben, schreibt das Portal mit Bezug auf das Heer. Erstmalig seien Panzer über eine Strecke von rund 220 Kilometern über die Straße durch die sogenannte Suwalki-Lücke gerollt. Der Korridor verbindet das Baltikum mit den anderen Nato-Partnern. Angrenzend an diese Lücke liegen die russische Exklave Kaliningrad sowie Belarus.
Zwischen dem Dreiländereck Litauen-Polen-Belarus und dem Dreiländereck Litauen-Polen-Russland liegen rund 65 Kilometer Luftlinie, die Grenzlinie am Boden misst etwa 104 Kilometer. Durch das Gebiet verlaufen zentrale Straßen-, Bahn- und Energieverbindungen ins Baltikum.
Laut „Sicherheit & Verteidigung“ trainiert die Bundeswehr so die Verlegung über verschiedene Wege - auch über die Straße zur Abschreckung.
Der Grenzbereich zwischen Belarus und Kaliningrad steht seit Jahren im Fokus der Allianz. Er gilt als neuralgischer Punkt für die Absicherung der baltischen Staaten. Führende Militärexperten glauben, dass Russland diese Lücke für einen möglichen Angriff auf die Nato nutzen kann. Im Fall eines russischen Angriffs könnte die Nato den Nachschub über den Korridor nur für einen kurzen Zeitraum sicherstellen, bevor das Baltikum isoliert wäre.
Hintergrund der Verlegung: Die Bundeswehr übernimmt ab August die deutschen Anteile eines multinationalen Verbands („Multinational Battlegroup Lithuania“), der im litauischen Rukla nahe Kaunas stationiert ist.
Der Verband geht auf den Nato-Gipfel von 2016 zurück, bei dem die Allianz die Stationierung multinationaler Gefechtsverbände in Polen und den baltischen Staaten beschloss. Deutschland übernahm dabei die Rolle der Führungsnation in Litauen. Der Verband ist seit 2017 einsatzbereit.
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