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Von Projekten zu einem Ökosystem

Дата публикации: 05-06-2026 00:00:00

Am 3. Juni wurden in Brüssel drei neue Horizon-Europe-Projekte mit einem gemeinsamen Ziel gestartet: das europäische Ökosystem der Forschungs- und Technologieinfrastrukturen zu stärken. FUND-RI, Access2Access und COORDINA-INNOV befassen sich mit zentralen Herausforderungen in den Bereichen Finanzierung, Zugang und Co-Innovation. Gemeinsam sollen sie Forschungsinfrastrukturen stärker vernetzen, widerstandsfähiger machen und auf zukünftige Anforderungen vorbereiten.

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Eine gemeinsame Vision für die Zukunft europäischer Forschungs- und Technologieinfrastrukturen

Vertreterinnen und Vertreter der Projekte FUND-RI, Access2Access und Coordination & Innovation beim gemeinsamen Launch-Event von INFRA-DEV-05 in Brüssel.

Am 3. Juni wurden in Brüssel drei neue Horizon-Europe-Projekte mit einem gemeinsamen Ziel gestartet: das europäische Ökosystem der Forschungs- und Technologieinfrastrukturen zu stärken. FUND-RI, Access2Access und COORDINA-INNOV befassen sich mit zentralen Herausforderungen in den Bereichen Finanzierung, Zugang und Co-Innovation. Gemeinsam sollen sie Forschungsinfrastrukturen stärker vernetzen, widerstandsfähiger machen und auf zukünftige Anforderungen vorbereiten.

Die Auftaktveranstaltung brachte politische Entscheidungsträger, Leitungen von Forschungsinfrastrukturen, Industrievertreter und Forschende zusammen. Gemeinsam diskutierten sie, wie Europa auf bestehenden Stärken aufbauen und zugleich auf wachsende technologische und geopolitische Herausforderungen reagieren kann.

In seiner Eröffnungsrede betonte Michael Arentoft von der Europäischen Kommission die zunehmende Bedeutung langfristiger Herausforderungen für die europäische Forschungsinfrastruktur-Landschaft.

Anschließend diskutierten Catherine Berens (ERC), Inmaculada Figueroa (spanisches Ministerium für Wissenschaft und Innovation), Bonnie Wolff-Boenisch (CESSDA ERIC) und Bernhard Schwarz (ZEISS Microscopy) in einer hochrangig besetzten Gesprächsrunde unter der Moderation von Thomas Brent über die Zukunft des europäischen Forschungsinfrastruktursystems bis zum Jahr 2030. Themen waren unter anderem strategische Autonomie, Offenheit, engere Verbindungen zwischen Infrastrukturen und Nutzenden sowie die Frage, wie Kooperation und Resilienz miteinander verbunden werden können.

Eine zentrale Botschaft zog sich durch die Diskussionen: Europa verfügt bereits heute über wissenschaftliche Spitzenleistungen und Infrastrukturen von Weltrang. Die Herausforderung besteht nicht mehr allein darin, neue Einrichtungen aufzubauen, sondern bestehende Infrastrukturen besser miteinander zu vernetzen und den Nutzen früherer Investitionen zu maximieren.

Vor diesem Hintergrund stellten die Koordinatoren der drei INFRADEV-05-Projekte ihre gemeinsame Vision vor.

Ricardo Miguéis präsentierte FUND-RI. Das Projekt widmet sich einer langjährigen Herausforderung für Forschungsinfrastrukturen: der Weiterentwicklung fragmentierter und häufig voneinander getrennter Finanzierungsansätze hin zu kohärenteren Investitionsstrategien über den gesamten Lebenszyklus einer Infrastruktur hinweg. Dabei steht nicht nur die Infrastruktur selbst im Fokus, sondern auch der Mehrwert, den sie für Forschung, Innovation und Gesellschaft schafft.

John Eriksson stellte Access2Access vor, das sich mit der Zukunft des Zugangs zu Forschungsinfrastrukturen in Europa beschäftigt. Aufbauend auf Europas Tradition des föderierten und grenzüberschreitenden Zugangs soll das Projekt Infrastrukturen leichter auffindbar, zugänglicher und nutzerfreundlicher machen. Gleichzeitig werden neue, stärker integrierte und nutzerzentrierte Ansätze untersucht, die durch digitale Technologien und KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden. Ziel ist es, die nächste Generation europäischer Zugangsmodelle für Forschungsinfrastrukturen mitzugestalten und so ein stärker vernetztes und wirkungsorientiertes Innovationsökosystem zu schaffen.

Helmut Dosch präsentierte COORDINA-INNOV und dessen Ziel, die langfristige Koordination gemeinsamer Technologieentwicklungen zwischen Forschungsinfrastrukturen und Industrie zu stärken. Dabei hob er sowohl Europas bestehende Stärken als auch die Notwendigkeit hervor, dauerhafte Strukturen für Co-Innovation zu schaffen. So sollen Forschungsinfrastrukturen auch künftig zur wissenschaftlichen Führungsrolle Europas, zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und zur technologischen Souveränität beitragen.

Obwohl jedes Projekt einen anderen Aspekt adressiert, wurde in den Diskussionen deutlich, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Finanzierung, Zugang und Co-Innovation bilden gemeinsam die Grundlage für ein stärkeres europäisches Forschungsinfrastruktur-Ökosystem.

Die Fishbowl-Diskussion am Nachmittag unter dem Titel „Shaping the Future Infrastructure Ecosystem for R&I“ brachte weitere Perspektiven in die Debatte ein. Agnès Robin (Europäische Kommission), Jens Habermann (BBMRI-ERIC), Nikolaj Zangenberg (DTI), Raffaela Geometrante (Kyma SpA) sowie die Nachwuchswissenschaftler Vanessa Coelho-Santos (Universität Coimbra) und Meytal Landau (DESY) lenkten den Blick von strategischen Fragestellungen auf die praktische Umsetzung.

Diskutiert wurden unter anderem Fragmentierung, Mobilität, Interoperabilität, die Einbindung der Industrie sowie die alltäglichen Herausforderungen bei der Nutzung von Forschungsinfrastrukturen in Europa. Mehrere Teilnehmende betonten die Notwendigkeit, die Kontinuität zwischen Projekten zu verbessern, unnötige Komplexität zu reduzieren und die Kommunikation zwischen Forschenden, Infrastrukturbetreibenden, Industrie und Politik zu stärken.

Gleichzeitig blieb der Blick nach vorn optimistisch. Viele Diskussionsbeiträge machten deutlich, dass Europa bereits über die notwendigen Kompetenzen, Gemeinschaften und Instrumente verfügt. Die Aufgabe besteht nun darin, diese Potenziale besser miteinander zu verbinden und Rahmenbedingungen zu schaffen, die langfristige Zusammenarbeit fördern. Mehrfach wurde hervorgehoben, dass Forschungsinfrastrukturen von Weltrang zunehmend zu strategischen Ressourcen für Wettbewerbsfähigkeit, wissenschaftliche Exzellenz, technologische Souveränität und Resilienz werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung betonten Ricardo Miguéis, John Eriksson und Helmut Dosch, dass der Projektstart nicht das Ende einer Entwicklung markiert, sondern den Beginn eines gemeinsamen Prozesses.

Die Diskussionen in Brüssel machten deutlich: Die Zukunft des europäischen Forschungsinfrastruktur-Ökosystems wird durch Experimentierfreude, Koordination und einen kontinuierlichen Dialog gestaltet werden müssen. Gleichzeitig kann Europa dabei auf die Stärken bauen, die bereits heute in seiner Forschungslandschaft vorhanden sind.

Die Arbeit hat begonnen.

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