Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Kampf um den Sieg wird zum Kampf gegen das Gewicht

Дата публикации: 03-06-2026 11:07:18

Volleyballbundesligaspielerin Lea Ambrosius sprach 2024 erstmals öffentlich über ihre Essstörung. Die 1,90 Meter große Sportlerin hungerte sich "auf ein fast schon lebensbedrohliches Untergewicht herunter". Ihre Geschichte ist kein Einzelfall.

Основное содержимое страницы с новостью.

Hände am Volleyball
Essstörungen im Volleyball Kampf um den Sieg wird zum Kampf gegen das Gewicht

Stand: 03.06.2026 • 13:07 Uhr

Volleyballbundesligaspielerin Lea Ambrosius sprach 2024 erstmals öffentlich über ihre Essstörung. Die 1,90 Meter große Sportlerin hungerte sich auf ein fast schon lebensbedrohliches Untergewicht herunter, wie sie dem MDR schilderte. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Nun trauen sich weitere Volleyballerinnen, über ihr Schicksal zu sprechen.

"Ich war eine Hülle meiner selbst", sagt Betty Lange. Die 21 Jahre alte Volleyballerin spielt heute als Mittelblockerin in der 2. Bundesliga Pro bei Bayer Volley Leverkusen. Der Sport stand schon früh im Mittelpunkt, war die wichtigste Quelle ihres Selbstwertgefühls.

Die Schwerinerin erhielt Einladungen zur Jugendnationalmannschaft, bekam dort aber nur wenig Einsatzzeiten. Kommentare über ihren Körper, dass sie schlaksig und wenig muskulös sei, ließen sie an sich zweifeln und setzten eine Spirale in Gang, die sie noch tiefer in die Essstörung trieb.

Groß, schlank, durchtrainiert

Das klassische Bild einer Profivolleyballerin ist groß, schlank, durchtrainiert. Langes Anreiz war es, auszusehen wie erfolgreiche Volleyballerinnen - möglichst wenig Fett, möglichst viele Muskeln. "Im Volleyball musst du hochspringen können, du musst ausdauernd sein. Dafür brauchst du eine schlanke Statur, aber auch Muskeln. Diese Kombination ist schwierig", erklärt Lange.

Einhergehend mit dem Wunsch so schlank wie möglich zu sein, entwickelte sie einen Sportzwang. Stundenlange Workouts zusätzlich zum intensiven Volleyballtraining. Der Tiefpunkt war ihr 16. Geburtstag, als sie aufgrund ihrer Essstörung im Krankenhaus lag: "Da habe ich angefangen darüber nachzudenken, was machst du hier eigentlich. Im Nachhinein ist es krass, dass das nicht mal gereicht hat mir die Lebensenergie wiederzugeben."

"Tote Masse" reduzieren

Volleyball gehört als Spielsportart zwar nicht direkt zu den Risikosportarten wie beispielsweise Gewichtsklassen- oder Ausdauersportarten, jedoch hängen Gewicht und Sprungfähigkeit unmittelbar zusammen. "Unnützes Gewicht" durch beispielsweise Fettgewebe kann die (Sprung-)Leistung direkt beeinflussen. "Sportler*innen sind immer bestrebt 'tote Masse' zu reduzieren, weil es einfach leistungsförderlich ist", sagt Sportmedizinerin Dr. Petra Platen.

Doch damit steigt auch das Risiko eine Essstörung zu entwickeln, weil sich Sportlerinnen und -sportler dauerhaft in einem Spannungsfeld befinden, wie Platen erläutert: "Viele Sportlerinnen und Sportler sind immer konfrontiert mit dem Thema, ich darf nicht zu viel wiegen, ich darf nicht zu viel Fett haben, weil es sich in vielen Sportarten negativ auf die Leistung auswirkt. Aber sie brauchen wiederum genügend Essen, um Topleistung zu bringen."

DVV sieht kein strukturelles Problem

Konkrete Zahlen bezüglich Essstörungen im Volleyball gibt es nicht. "Da eine Essstörung nicht zwangsläufig zu einer Sportuntauglichkeit führt, ist eine vollständige und stringente Erfassung entsprechender Fälle im Volleyball nicht möglich", erklärt der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) auf eine schriftliche Anfrage der Sportschau und betont: "Essstörungen können individuell bei Athletinnen und Athleten auftreten, stellen jedoch kein verallgemeinerbares Problem im (Beach-)Volleyball dar."

Lotte Goertz litt ebenfalls unter dem Schlankheitsdruck im Volleyball. Im Alter von 18 Jahren gelang ihr das Bundesligadebüt beim Dresdener SC. Inzwischen spielt sie für Schwarz-Weiss Erfurt. Sie führt ihr jahrelang gestörtes Essverhalten auf triggernde Kommentare aus der Kindheit und Jugend zurück. Als sie den Schritt aus ihrem Heimatverein in die nächstgrößere Jugendmannschaft wagte, wurde bei einem Probetraining kritisiert, dass sie "für Volleyball schon pummelig sei".

Körperbilder spielen sogar eine mannschaftstaktische Rolle. "Sobald eine Gegenspielerin etwas korpulenter war, wurde sie direkt als Opfer im Team ausgewählt. Dann hieß es: 'Lass sie in Bewegung kriegen, die ist nicht so schnell.'", erinnert sich Betty Lange. Solche Anweisungen haben Nebenwirkungen. "Unterbewusst macht das natürlich was mit einem", sagt Lange. "Ich will ja nicht, dass die anderen so über mich reden."

Stress bei den Gewichtskontrollen

Gewichtskontrollen sowie Körperzusammensetzungstests sind daher im Volleyball üblich. Goertz und Lange kennen diese Kontrollen aus ehemaligen Vereinen. "Für mich war es immer ein sehr schlimmer Tag", erinnert sich Lange. Lotte Goertz erzählt: "Ich habe natürlich von Mitspielerinnen mitbekommen, dass sie das super gestresst hat." Diese Erfahrungen wirken bei ihr bis heute nach: "Ich wiege mich mittlerweile kaum noch, weil es mich damals so getriggert hat, ich habe mich täglich bestimmt zehnmal auf die Waage gestellt."

Sportmedizinerin Platen versteht als ehemalige Handballnationalspielerin das Ziel dieser Kontrollen, betont aber: "Wenn ich nur regelmäßig Köperfett oder Gewicht messe und die Sportlerin damit komplett allein lasse, kann das nach hinten losgehen. Dann entstehen häufig Risiken für die Entstehung einer Essstörung, weil die Sportlerinnen nicht wissen, wie sie ideal ihr Gewicht reduzieren, ohne sich gleichzeitig zu schaden. Für mein Verständnis gehört eine gute Begleitung dazu."

Der Menstruationszyklus als Indikator

Vorläufer klassischer Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie ist im Sport oft das relative Energiemangelsyndrom, auch bekannt als RED-S-Syndrom. "Das bedeutet, dass dem Körper, abzüglich des Trainingsenergieverbrauchs, nicht mehr ausreichend Energie für die Aufrechterhaltung diverser Funktionen und Prozesse zur Verfügung steht", erläutert die Abteilung Sporternährung der Deutschen Sporthochschule Köln auf ihrer Website.

Bei Frauen dient der Menstruationszyklus als Indikator für die Gesundheit: "Wenn bei einer Sportlerin die Periode ausbleibt, ist das auf jeden Fall ein Zeichen, dass man unbedingt auf die Energiebilanz schauen sollte", sagt Sportmedizinerin Platen. Lotte Goertz versuchte über Jahre zu ignorieren, dass ihre Periode lange ausblieb. Bis ein neuer Athletik-Coach sie darauf ansprach, um durch gezielte Gewichtszunahme und Blutkontrollen ihren Zyklus zu regulieren. Auch Betty Lange erschien diese gesundheitsrelevante Thematik zum damaligen Zeitpunkt zweitrangig: "Dass ich meine Periode seit viereinhalb Jahren nicht mehr hatte, war mir egal".

Sportmedizinerin Platen fordert deshalb, dass "das Thema Menstruationszyklus im Sport endlich enttabuisiert werden sollte", da dieser so aussagekräftig bezüglich der Energiebilanz einer Sportlerin sei. Zudem brauche es mehr Gespräche und Infoverantstaltungen dazu.

"Es braucht Aufklärung"

Platen warnt davor, die schädlichen Auswirkungen, die mangelhafte Ernährung und Energiebilanz auf Sportlerinnen und Sportler haben, zu verharmlosen. "Man braucht Aufklärung, sowohl in der Trainer*innen-Ausbildung als auch für die Sportler*innen. Die Verbände müssen informiert werden über diese Problematiken und die sind letztendlich verantwortlich Maßnahmen für ihre Trainer*innen zu initiieren."

Der DVV schreibt auf Anfrage, dass man dem Thema Essstörungen "die gleiche Priorität" einräume wie anderen gesundheitlichen und psychologischen Fragestellungen im Leistungssport. Die Themenbereiche Kommunikation/Psychologie sowie Ernährung seien Bestandteil der Trainerausbildung. Zudem würden "alle Bundeskaderathletinnen und -athleten einmal jährlich eine sportmedizinische Untersuchung sowie zweimal jährlich eine Komplexe Leistungsdiagnostik (KLD)" absolvieren. "Bei Bedarf werden entsprechende Interventionen, beispielsweise in den Bereichen Ernährung und/oder Sportpsychologie, eingeleitet."

Betty Lange hat andere Erfahrungen gemacht. Bei Lehrgängen der Jugendnationalmannschaft kommunizierte sie ihre Essstörung zwar nicht aktiv, es habe jedoch körperliche Anzeichen dafür gegeben, sagt sie. Lange gewann den Eindruck, "dadurch, dass ich keine Stammspielerin war, wars denen auch nicht so wichtig".

Der DVV schreibt dazu, dass eine Stellungnahmen zu einem Einzelfall nicht möglich sei. Grundsätzlich hätten jedoch alle Bundeskaderathletinnen und Athleten "Zugang zu Ernährungsberatung und sportpsychologischer Betreuung an den Olympiastützpunkten". Um Energiemangel und Essstörungen zukünftig besser vorzubeugen, erhielten Nachwuchsathletinnen und -athleten laut DVV zudem seit 2023 über das Projekt "in:prove" des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft "individuelle Ernährungsempfehlungen".

Corona-Pandemie verschärft das Problem

Essstörungen sind kein auf den Sport beschränktes Phänomen. Betroffen sind besonders junge Mädchen. Auffällig bei dieser Gruppe ist eine Zunahme der Fälle um beinahe 50 Prozent zwischen 2019 und 2023, also in der Zeit der Corona-Pandemie, wie eine Studie der Kaufmännischen Krankenkasse aus Hannover (KKH) zeigt.

Auch für Lotte Goertz war die Pandemie diesbezüglich eine besonders herausfordernde Zeit. Der jahrelang konstante Trainingsrhythmus fiel plötzlich weg. Sie versuchte diesen Kontrollverlust mit durchgeplanten Mahlzeiten auszugleichen: "Ich habe von morgens bis abends nur an Essen gedacht und beim Schlafengehen schon wieder ans Frühstück."

Auch für Betty Lange wurde Essen während der Pandemie zum "größten Feind". Ihr damaliger Verein, der Schweriner SC, war es schließlich, der ihr Problem erkannte und ihr eine Sportpsychologin vermittelte. "Sie haben in mir Perspektive gesehen und sich aktiv darum gekümmert", erzählt Lange, die in Schwerin eine Schlüsselspielerin war.

Der Blick hinaus aus der Bubble

Um die Essstörung zu überwinden, half Lange vor allem der Blick hinaus aus der Volleyball-Bubble. "Wenn du in diesem System bist, denkst du das ist das Größte und du bist die Geilste", sagt sie. Es hat sie Jahre gekostet, um zu erkennen, dass ihr persönlicher Wert nicht von ihrer sportlichen Leistung abhängt, dass Volleyball nicht alles ist und sie so viel mehr kann "außer dünn aussehen und Leistung bringen". Deshalb, findet sie, sollten junge Sportlerinnen und Sportler in Stützpunkten und Internaten frühzeitig die Chance haben, "auch etwas außerhalb vom Volleyball zu haben."

Auch Lotte Goertz hat ihre Essstörung inzwischen überwunden. Rückblickend hätte sie sich damals folgende Worte gewünscht: "Du bist nicht nur was du isst, sondern du bist viel mehr als dein Körper und als das, was andere darüber sagen."

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1240-килограммовая девушка рассказала о главной сложности в жизни0530-06-2026
2Дочь Марии Шукшиной захотела набрать вес до 100 килограммов ради одной цели0204-07-2026
3Знаменитая 19-летняя бодибилдерша стала жертвой стихийного бедствия-2330-06-2026
4«У меня болезнь»: что на самом деле происходит с Айзой, которая весит 46 кг0526-06-2026
5Гимнастка Солдатова призналась, что на протяжении нескольких лет страдает от булимии0009-02-2020
6Гимнастка Солдатова: до сих не могу отойти от шока из-за слухов о попытке суицида0009-02-2020
7Фигуристка Константинова недовольна выступлением на контрольных прокатах0007-09-2019
8Москомспорт сообщил о проведении разъяснительной беседы с фигуристкой Шаботовой0029-01-2019
9Онкобольная Лерчек оправдалась за скандальный поход в спортзал: «Беру от жизни по максимуму»0527-06-2026

Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 7. Источник: www.sportschau.de.