Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat versprochen, die Wirtschaft Japans wieder anzukurbeln, bislang gelingt ihr das nur bedingt. Konsum, Investitionen und Exporte zogen im zweiten Quartal schwächer an als erwartet. Zudem sind die Renditen auf japanische Staatsanleihen auf den höchsten Wert seit 1996 gestiegen.
Japans Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal wegen der Folgen des Irankriegs überraschend abgeschwächt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) zog in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet lediglich um 1,1 Prozent an. Dies teilte die japanische Regierung am Montag in Tokio auf Basis einer ersten Schätzung mit. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um revidierte 1,9 Prozent gewachsen.
Wegen der Unsicherheit infolge des nach wie vor ungelösten Konflikts im Nahen Osten fuhren die japanischen Unternehmen ihre Investitionen noch stärker zurück als zuletzt. Sie fielen um 1,2 Prozent und damit etwas mehr als noch im ersten Quartal und auch deutlich mehr, als Experten erwartet hatten.
Zudem trat der private Konsum, lange Zeit die Schwachstelle der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, auf der Stelle: Die privaten Ausgaben sanken im Quartalsvergleich um 1,2 Prozent. Exporte wuchsen zwar weiter, allerdings langsamer – zuletzt um 0,5 Prozent. Treiber seien primär die globale Nachfrage nach japanischen Autos und Halbleitern. Japan ist Heimat von Konzernen wie Toyota und Honda; zugleich profitiert die Chipnachfrage von der weltweit starken Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz.
Am Devisenmarkt bewegte sich der Dollar zuletzt nahe 160 Yen – vor einem Jahr waren es etwa 145 Yen. Nach Veröffentlichung der Daten notierte er bei rund 159 Yen. Die Bank of Japan hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr bis Ende März auf 0,6 Prozent angehoben (zuvor 0,5 Prozent).
Rendite auf Staatsanleihe zieht anMinisterpräsidentin Sanae Takaichi (65) hat angekündigt, die Wachstumsdynamik wieder zu stärken. Ihre Zustimmungswerte liegen zwar weiterhin über denen mancher Vorgänger, sind zuletzt aber schrittweise gesunken.
Am Montag stieg zudem die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen japanischen Staatsanleihe ist auf 2,93 Prozent an – der höchste Stand seit 1996 – und nähert sich damit der viel beachteten 3‑Prozent‑Marke. Auch hier treiben die Erwartungen, dass die Inflation wegen des schwachen Yen und der hohen Ölpreise weiter anzieht. Zudem wetten Anleger darauf, dass die Bank of Japan die Zinsen im September anheben könnte.
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