Regional entspannt sich die Lage zum Teil, kann sich je nach Wetter aber schnell ändern. An zahlreichen Stränden und Seen sollten Badegäste weiterhin vorsichtig sein.
An mehreren Ostseestränden und Binnengewässern in Mecklenburg-Vorpommern bestehen weiterhin Warnhinweise wegen Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt. Eine flächendeckende Verschärfung ist nach Auskünften der zuständigen Kommunen jedoch nicht erkennbar. Wegen Regen und gesunkener Temperaturen deutet sich eher eine Entspannung an. „Stand 17. August sind an keinem der Seen Blaualgen festgestellt worden, somit bedarf es auch keiner Badeverbote oder diesbezüglicher Hinweise“, heißt es sogar vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Die Lage bleibt dennoch unübersichtlich: Die Badewasserkarte des Landes enthält weiterhin zahlreiche Warnhinweise, die teilweise jedoch auf mehrere Tage oder Wochen alten Feststellungen beruhen. Weil Blaualgenansammlungen stark von Wind und Strömung abhängen, bilden sowohl Proben als auch Karteneinträge nicht zwangsläufig die Situation am jeweiligen Strand in diesem Moment ab.
Badewasserkarte MV führt 32 BlaualgenhinweiseBei der erneuten Auswertung der Badewasserkarte Mecklenburg-Vorpommern am 18. August finden sich 32 Badestellen mit Hinweisen auf Cyanobakterien oder eine Blaualgenblüte. Nicht eingerechnet sind der wegen Bauarbeiten geschlossene Peene-Kanal in Loitz und das aus mikrobiologischen Gründen bestehende Badeverbot am Schwandter See.
Hinzu kommen Warnhinweise an Binnengewässern, darunter für den Schweriner See bei Bad Kleinen, den Röggeliner, den Wanzkaer und Melzer See, den Obersee bei Blankensee sowie für weitere kleinere Seen im Landkreis Rostock und für den Peenestrom.
Die Karte ist die zentrale Informationsplattform des Landes für die rund 500 kontrollierten Badestellen. Die regulären Proben werden jedoch normalerweise nur einmal im Monat entnommen. Gibt es Auffälligkeiten, werden zusätzlich Proben entnommen und erhöhte Werte nach Aussage von Holger Glaner, Kreissprecher für Nordwestmecklenburg, innerhalb von 48 Stunden in die Badewasserkarte eingetragen.
Rostock: Warnung gilt bis Ende August für StadtsträndeFür die Strände auf dem Gebiet der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bleibt die am 11. August veröffentlichte Warnung vor Blaualgen bestehen. Sie gilt nach Auskunft von Stadtsprecher Ulrich Kunze bis Ende August für die insgesamt rund 18,3 Kilometer langen Ostseestrände im Rostocker Stadtgebiet. Das betrifft Warnemünde bis zur Westmole, Hohe Düne östlich des Seekanals, Diedrichshagen einschließlich des Küstenabschnitts an der Stoltera sowie Markgrafenheide.
Das Rostocker Gesundheitsamt hatte dort toxinbildende Cyanobakterien in der Ostsee nachgewiesen. Ein Badeverbot wurde nicht ausgesprochen.
Der Strand im Ostseebad Warnemünde.
© Stefan Sauer/dpa
Die Stadt weist darauf hin, dass Wind und Strömung die Situation ständig verändern. Bei ablandigem Wind können Algenansammlungen aus den Badebereichen auf die offene Ostsee hinausgetrieben werden. Eine tägliche Untersuchung findet nicht statt.
Badegäste sollen deshalb vor Ort entscheiden, ob das Wasser ausreichend klar ist. Bei Unsicherheit empfiehlt die Stadt, die Rettungsschwimmer anzusprechen. Auffällig verfärbtes Wasser und sichtbare Schlieren oder Algenteppiche sollten gemieden werden.
Auch viele Binnenseen betroffenFür den Landkreis Rostock enthält die Badewasserkarte außer für die genannten acht Ostseestrände auch Warnhinweise für mehrere Binnengewässer. Dazu gehören unter anderem Rühner und Boitiner See, Sülzphul, Reimershagener See, Kiessee, Lütt See, Horster See, Langer See und Kuhlensee.
Für das Stadtgebiet von Schwerin antwortete Sprecherin Solveig Ziemer auf eine entsprechende Anfrage der OAZ: „Das Gesundheitsamt Schwerin überwacht insgesamt sechs Badestellen, davon drei am Schweriner Innensee, zwei am Lankower See und eine am Ostorfer See. Am 17. August und auch an den Tagen und Wochen vorher wurden dem Gesundheitsamt an den zu überwachenden Badestellen keine Massenansammlungen von Blaualgen gemeldet, auch wenn das Seewasser insgesamt etwas grünlich-trüb erscheint und die durchschnittlichen Wassertemperaturen bei 21-23 Grad liegen. In unserer Region ist von Vorteil, dass Wind und Wellen nicht nur die ersehnte Abkühlung brachten, sondern auch die Ansammlung von Cyanobakterien an den Badestellen offensichtlich verhinderten.“
Vereinzelt habe es Blaualgenvorkommen in Nichtbadegewässern wie dem Burgsee oder an der Fahrradbrücke Krößnitz gegeben.
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