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Berliner Rapperin Niemka über ihre Zeit im Artemis: „Es waren auch Politiker dabei“

Дата публикации: 19-08-2026 15:04:00

Niemka arbeitete jahrelang in Berliner Bordellen. Heute will die Rapperin an die Spitze des Deutschraps – und nutzt dafür auch Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit.

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Die Wege in die Welt des Deutschraps sind unergründlich. Während einigen Musikern der berühmte Sprung vom Bordstein bis zur Skyline gelingt, sie sich aus prekären Verhältnissen bis an die Spitze der Charts kämpfen, kommen andere aus gut situierten Elternhäusern, studieren oder gehen zunächst ganz andere berufliche Wege.

Das Bild vom klassischen Straßenrapper, der sich mit harten Texten, großer Klappe und Battle-Rap aus schwierigen Verhältnissen nach oben arbeitet, ist längst nicht mehr das einzige. Die deutsche Rapszene ist vielfältiger geworden – und mit ihr auch die Geschichten ihrer Protagonisten.

Vom Bordell in die Welt des Deutschraps

Ein Paradebeispiel für diese Vielfalt im deutschen Rap ist Niemka. Auch wenn ihr Name bislang nur echten HipHop-Nerds geläufig sein dürfte, lohnt sich vor allem ein Blick auf die Vita der Berliner Rapperin. Niemka, deren Name aus dem Slawischen stammt und übersetzt „Deutsche“ bedeutet, kommt aus dem Rotlichtmilieu und hat jahrelang in Berliner Bordellen gearbeitet – unter anderem im Artemis in Halensee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

In einem Interview mit der Plattform BestFans, das dieser Zeitung vorliegt, spricht Niemka über das, was hinter den Kulissen passiert, erklärt aber auch, wie es überhaupt zu dieser Berufswahl kam: „Ich habe vor allem aus Geldnot in Berliner Bordellen gearbeitet. Aber auch schlechte Familienverhältnisse und die falschen Freunde haben mich dahingeführt“, so die Musikerin, die weniger durch ihre Songs auf verschiedenen Streamingplattformen bekannt geworden ist als durch ihre TikTok- und YouTube-Videos.

In ihrer Familie habe sich damals niemand dafür interessiert, wie sie ihren Lebensunterhalt verdient: „Ich bin nicht in Berlin geboren, und die meisten meiner Freunde, die ich hier kennengelernt habe, kamen selbst aus dem Milieu.“

Ihre Kundschaft habe überwiegend aus Männergruppen und Touristen bestanden. Auch einige erfolgreiche Leute gehörten dazu. Manche Gäste hätten allerdings einfach nur feiern und auf ihrem Zimmer Drogen konsumieren wollen, andere hätten ausschließlich Dirty Talk gebucht; auch „dominanten Service“ wie Auspeitschen habe sie angeboten. Doch so unterschiedlich ihre Kundschaft auch gewesen sei: „Ich habe schnell gemerkt: Millionäre gehen dort nicht hin, weil sie nicht gesehen werden wollen.“

Und dennoch seien ihr einige Kunden bekannt vorgekommen: „Ich hatte viele Gäste, die man irgendwo aus den Medien kennt, und es waren auch Politiker dabei.“ Ohne Namen oder Parteien zu nennen, erklärt Niemka auf Nachfrage, dass sie einige Promis erst später im Fernsehen wiedererkannt habe. „Alle Politiker, mit denen ich zu tun hatte, waren supernett und überraschend interessant. Im Fernsehen machen sie auf mich nicht diesen Eindruck.“

Niemka: „Von Frauen wird deutlich mehr verlangt“

Heute sei die Musikerin – die nach eigener Aussage an die „Spitze des Deutschraps“ wolle – nicht mehr im Rotlichtmilieu unterwegs, sondern habe irgendwann „Leute kennengelernt, die auch viel Geld verdienen, sich dafür aber nicht verkaufen müssen“. Womöglich habe sie genau das motiviert, etwas zu ändern und ihre wahren Träume zu verfolgen.

Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten aus früherer Zeit möchte sie nun aber für ihre neue berufliche Ausrichtung nutzen: „Ich habe damals den Dirty Talk für mich entdeckt und so weit ausgearbeitet, dass ich dafür ziemlich populär war.“ Nun soll dieser in ihrer Musik verarbeitet werden. Außerdem wende sie „gewisse Methoden von früher“ an – etwa beim Schreiben ihrer Texte oder bei der Art, wie sie Wörter ausspreche. Genauer wird sie nicht.

Dass ihr Weg an die Spitze des Deutschraps ein steiniger sein wird, ist Niemka klar: „Nach meinen ersten Erfahrungen und nach vielem, was man in den Medien sieht, wird schnell klar: Von Frauen wird in dieser Branche deutlich mehr verlangt“, so die Rapperin.

Bei einem Mann werde nicht infrage gestellt, warum er so ist, wie er ist. Sie ist überzeugt: „Eine Frau wird mit einem Mann verglichen und muss noch mehr leisten als er, um das Publikum zu überzeugen. Männer mobilisieren sich gern gegen Frauen, wenn die ihnen zu mächtig werden. Ich vermute: aus Angst.“

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Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 7.42. Источник: www.berliner-zeitung.de.