Die US-Marine zieht die „USS George Washington“ in den Nahen Osten ab. Im Pazifik entsteht für die Amerikaner dadurch eine heikle Lage.
Die US-Marine verlegt den Flugzeugträger „USS George Washington“ aus dem Westpazifik in den Nahen Osten. Der Träger soll dort die im Konflikt mit dem Iran eingesetzte „USS Abraham Lincoln“ ablösen. Damit verfügt die US-Marine derzeit über keinen Flugzeugträger im pazifischen Einsatzgebiet – eine kritische Situation angesichts der strategischen Bedeutung der Region und der Spannungen mit China und Nordkorea.
Die „USS George Washington“ durchquerte bereits die Straße von Malakka und operiert inzwischen im Indischen Ozean. Wann genau die Carrier Strike Group im Verantwortungsbereich des US Central Command eintreffen soll, ist nicht öffentlich bekannt. Die Verlegung wurde jedoch von US-Regierungs- und Militärvertretern gegenüber mehreren Medien bestätigt.
Militärische BelastungsgrenzeFür die US-Streitkräfte im Indopazifik entsteht dadurch eine strategisch brisante Lücke. Nach Einschätzung des Militärblogs TWZ waren vergleichbare Situationen vor 2024 selten. Nun wiederholt sich ein Muster, das auf die hohe Belastung der amerikanischen Trägerflotte hindeutet. Washington muss gleichzeitig auf Krisen und Konflikte in unterschiedlichen Weltregionen reagieren, verfügt aber nur über eine begrenzte Zahl verfügbarer Flugzeugträger.
Besonders deutlich zeigt sich die Belastung im Nahen Osten. Dort operieren weiterhin die „Abraham Lincoln“ und die „USS George H.W. Bush“. Die „Lincoln“ steht kurz vor dem Ende eines außergewöhnlich langen Einsatzes von rund neun Monaten. Zuletzt äußerten sich US-Senatoren besorgt über Engpässe bei der Grundversorgung, Wasserverunreinigung, Probleme mit der Sanitärinstallation sowie um die psychische Gesundheit der Soldaten. Nach Angaben von TWZ hat ihr Verband mehr als 10.000 Flüge absolviert und über 680 Tonnen Munition eingesetzt. Gleichzeitig unterstützen US-Kräfte die maritime Blockade im Arabischen Meer.
Auch im Pazifik zeichnet sich Verstärkung ab. Die „USS Carl Vinson“ hat San Diego bereits verlassen und bereitet sich auf einen künftigen Einsatz vor. Die „USS Theodore Roosevelt“ befindet sich noch in San Diego, könnte angesichts der aktuellen Kräfteverteilung jedoch bald auslaufen.
Die Entwicklung verdeutlicht damit ein grundsätzliches Problem der US-Marine. Die weltweiten Verpflichtungen beanspruchen die vorhandenen Trägerverbände stark. Der diensthabende Admiral Samuel Paparo warnte bereits vor den Auswirkungen anderer Konflikte auf die Einsatzbereitschaft im Indopazifik. Langfristig soll die Situation durch neue Träger entschärft werden. Die künftige „USS John F. Kennedy“, der zweite Flugzeugträger der Ford-Klasse, hat am 15. August ihren Testlauf auf See abgeschlossen. Das Schiff ist laut US-Marine zu 98 Prozent fertiggestellt und soll im Frühjahr 2027 ausgeliefert werden.
Logistische Zerreißprobe: Die Verlegungen zeigen die Engpässe des amerikanischen Militärs auf – Verbündete und Kontrahenten verfolgen dies aufmerksam.
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Die aktuelle Trägerlücke bedeutet nicht, dass die USA im Pazifik militärisch handlungsunfähig wären. Washington verfügt dort weiterhin über zahlreiche andere Luft-, See- und Landstreitkräfte sowie über ein enges Bündnisnetz (vor allem Japan, Südkorea und Australien). Die fehlende Präsenz ist jedoch ein sichtbares Zeichen dafür, wie stark die US-Marine durch ihre weltweiten Einsätze beansprucht wird. Gerade gegenüber China ist die Frage entscheidend, wie schnell Washington im Krisenfall zusätzliche Trägerkräfte in den Indopazifik verlegen könnte. Auch in Nordkorea wird der Abzug genau verfolgt.
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