Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Kreislauf im Alarmmodus: Die Hitze machte meinen Urlaub unerträglich

Дата публикации: 14-08-2026 05:33:04

Nachts schlug ihr Herz besonders laut: Im Tunesien-Urlaub kommt unsere Autorin mit ihrer Familie an ihre Grenzen – bei 46 Grad.

Основное содержимое страницы с новостью.

Zwei Wochen Sonne, Meer, Wind, ein bisschen Wüstenluft und arabisches Flair – so hatte ich mir unseren Familienurlaub auf Djerba vorgestellt. Was wir stattdessen erlebt haben, ist eine der intensivsten Erfahrungen meines Lebens. Tagsüber kletterten die Temperaturen mehrere Tage am Stück weit über 40 Grad Celsius. Der Rekord: 46 Grad. Nachts sanken die Temperaturen nicht unter 30 Grad. Tropische Nächte. Der Wind, für den die tunesische Insel im Sommer bekannt ist und der die Hitze sonst erträglich macht, blieb an vielen Tagen aus. Kein Lüftchen. Glut.

Newsletter Illustration

Dazu kam eine Luftfeuchtigkeit von zeitweise 78 Prozent. Wer ein Gebäude verließ, war innerhalb von Sekunden durchgeschwitzt. Alles klebte. Der Kreislauf befand sich permanent im Alarmmodus. Und dann fiel auch noch der Strom aus – nicht einmal, sondern immer wieder. Tunesien kämpft seit Wochen mit einer massiven Hitzewelle, die die Stromnetze an ihre Belastungsgrenze bringt. Viele Landesteile wurden von der Regierung immer wieder für mehrere Stunden unangekündigt vom Netz genommen, in manchen Regionen fiel zusätzlich das Wasser aus. Besonders drei Nächte werden mir in Erinnerung bleiben.

Lesen Sie auch
Beziehungsprobe: Hitze macht Schlaf unmöglich

Es sind die Nächte, in denen die Klimaanlage im Hotel wegen der Stromausfälle stillstand. Nächte, in denen es im Zimmer stickig, feucht und drückend heiß blieb. Man liegt wach, spürt den eigenen Herzschlag zu deutlich, versucht flach zu atmen, weil jede Bewegung Schwitzen bedeutet. Der Körper fährt nicht runter – trotz nasser Handtücher als Decke. Der Kopf auch nicht. Am Morgen dann: keine Erholung, nur Erschöpfung. Wir waren alle gereizt und angespannt, das Streitpotenzial dadurch hoch.

Mein Mann und ich gingen uns daher zeitweise aus dem Weg. Auch jeder Körperkontakt war zu viel, selbst bei den Kindern. Ich trank täglich mindestens fünf Liter Wasser. Nach einem frühmorgendlichen Sportkurs, den Kopf ständig mit Wasser gekühlt, musste ich mich am Ende übergeben – der Kreislauf war schlicht am Limit. Etwas zu unternehmen, war kaum möglich. Selbst der Weg zum Frühstück war belastend.

Hinter einer Straße liegen trockene Büsche und das Meer.

Für die tunesische Insel Djerba ist es ein Kampf: Die extreme Hitze sorgt unter anderem immer wieder für Stromausfälle.© FMG | Anne-Kathrin Neuberg-Vural

Dabei hatten wir noch Glück: Unser Hotel besaß einen Notstromgenerator. Der reichte zwar nicht, um die Klimaanlagen zu betreiben, aber immerhin für Essen kochen, Licht und Laden von Handy und Laptop. Rückblickend war das ein enormes Privileg. Denn Freunde vor Ort berichteten von Familien, bei denen zwei bis drei Tage lang weder Strom noch Wasser flossen. Die Tage verbrachten sie im Schatten am Strand, weil dort etwas Meeresluft ging. Nachts schliefen sie auf den Hausdächern, weil es in den aufgeheizten Wohnungen nicht auszuhalten war. Ausnahmezustand.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“: Einwohner sorgt sich um Tourismus

Was mich in diesen Tagen am meisten beeindruckt hat, war das einheimische Personal im Hotel. Männer und Frauen, die in dieser Hitze geschuftet haben. Die gerannt sind, um Trinkwasser nachzufüllen, die die Bar am Laufen hielten, die uns nachts mit Eiswürfeln versorgten, damit wir ein kaltes Handtuch im Nacken hatten. Immer freundlich, immer bemüht, es uns Gästen so angenehm wie möglich zu machen – während sie selbst am Abend in ihre eigenen, oft noch heißeren Wohnungen zurückkehrten. Ich habe selten so viel Professionalität unter so extremen Bedingungen erlebt. Und selten so viel schlechtes Gewissen dabei empfunden, dass jemand für meinen Urlaub durch diese Hölle rennt.

Ein ehemaliger Kollege, mittlerweile 63 Jahre alt und ein Freund der Familie, lebt seit Jahrzehnten auf Djerba. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nie erlebt“, sagt er in einem unserer Gespräche. Weder die Dauer der Hitze, die Intensität, noch die Zwangsabschaltungen des Stroms. Was ihn besonders umtreibt: die Sorge, dass die Touristen künftig wegbleiben. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel, viele Familien leben ausschließlich davon. Wenn Gäste in Rezensionen von Blackouts, Wassermangel und unerträglichen Nächten schreiben, könnte das die Region auch noch in eine Wirtschaftskrise stürzen.

Auch diese Urlaubsziele sind von Hitze betroffen

Tunesien erlebt seit Jahren immer heißere Sommer. Und 2026 sorgt dort, genau wie bei uns in Deutschland, vielerorts erneut für Rekorde. Der Süden des Landes gehört ohnehin zu den heißesten Regionen des Mittelmeerraums, aber die Kombination aus extremer Tageshitze, tropischen Nächten und hoher Luftfeuchtigkeit ist eine neue Qualität. Studien belegen, dass in europäischen und mediterranen Städten inzwischen Zehntausende Menschen pro Sommer an den Folgen extremer Hitze sterben.

Nordafrika trifft es besonders hart, weil dort ohnehin höhere Grundtemperaturen herrschen und die Infrastruktur häufig weniger belastbar ist. Wenn Klimaanlagen zum Massenphänomen werden, aber die Stromversorgung nicht mithält, entsteht jene gefährliche Schleife, die wir dort erlebt haben: Je heißer es wird, desto mehr Strom wird gebraucht, desto häufiger bricht das Netz zusammen, desto gefährlicher wird die Hitze.

Auch das Meer selbst hat mich erschüttert. Nachmittags fühlte sich das Wasser an wie eine viel zu heiß eingelassene Badewanne. Es brannte an den Beinen. Ich erwische mich noch heute bei dem Gedanken: Das war das Mittelmeer. Nicht die Tropen. Aktuelle Messungen zeigen, dass die Oberflächentemperaturen des Mittelmeers in diesem Sommer erneut Rekordwerte erreichen – teils mehr als vier Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt.

Werde ich nach Tunesien zurückkehren?

Nicht nur Tunesien, auch Griechenland, Spanien, Italien, die Türkei und Zypern – all diese Urlaubsländer erleben immer öfter Hitzewellen, die weit jenseits dessen liegen, was ein europäischer Körper gewohnt ist. Für Urlauberinnen und Urlauber ist es ein Weckruf. Für die Menschen, die dort leben, ist es Alltag – und existenziell. Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Gesundheit, Arbeit im Freien: Alles gerät unter Druck. Wälder brennen.

Auch wenn ich Fliegen sonst tunlichst vermeide, werde ich wieder nach Tunesien reisen – aus privaten Gründen. Aber ich weiche auf Frühjahr oder Herbst aus, wenn die Temperaturen erträglich sind. Die Menschen, die in diesem wundervollen Land leben, haben diesen Luxus nicht. Das bereitet mir große Sorgen. Denn was ich auf Djerba erlebt habe, war kein Ausrutscher. Die Klimakrise kommt nicht irgendwann. Sie ist längst da.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Уважаемые односельчане ! В преддверии празднования 80 - летия Великой ...0021-02-2025
2Багаевская: Ночь 18 дек, Вт0017-12-2018
3Багаевская: Утро 18 дек, Вт0017-12-2018
4Агидель: Ночь 20 дек, Чт0019-12-2018
5Maska və spirt tapılmır, aidiyyəti şirkət isə nə "hə", nə də "yox" deyir0025-02-2020
6Полностью раскрыты характеристики беспроводных наушников Samsung Galaxy Buds+0005-02-2020
7Kremlin explains US criticism of Zelensky0021-02-2025
8В Твери проходит первенство Вооружённых Сил РФ по хоккею среди ...0009-03-2023
9Achaea! - by: aktillum0021-05-2015
10Студенты в Татьянин день развернули 40-метровую зачетку у здания МГУ0025-01-2020

Классификация: Происшествия. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 15.98. Источник: www.waz.de.