Trumps neue Taktik schwächt Irans Öl-Exporte und erhöht den Druck auf das Regime.
US-Präsident Donald Trump (80) bei einer Sitzung im Weißen Haus (Symbolfoto)
Washington/Teheran – Donald Trumps (80) bisherige Kriegsbilanz fällt düster aus: Das Mullah-Regime überlebte trotz Enthauptungsschlägen zu Kriegsbeginn, blockierte mit der Straße von Hormus eine der wichtigsten Öl-Adern der Welt und setzte den US-Präsidenten über steigende Spritpreise auch zu Hause unter Druck. Verhandlungen scheiterten, schwindende Raketenvorräte schwächten die US-Einsatzbereitschaft. Trumps Drohungen verpufften – ohne sichtbaren Durchbruch. Der Iran wirkte sogar gestärkt.
Aber: Jetzt könnte sich das Blatt gewendet haben. An drei Fronten gerät Teheran zunehmend in die Defensive! Kann Trump am Ende also doch noch triumphieren? Die große BILD-Analyse:
Die USA stumpfen Irans Hormus-Waffe abDie US-Streitkräfte haben Irans wichtigstes Druckmittel – die Hormus-Blockade – zumindest teilweise entschärft. Jede Nacht werden bis zu 20 Öltanker über eine südliche Geheimroute durch die Meerenge gelotst. „Das Volumen liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsniveau, dürfte aber die wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die Weltbevölkerung etwas abfedern – etwa höhere Treibstoff- und Lebensmittelpreise“, sagt US-Sicherheitsexperte Jonathan Schroden zu BILD.
Über eine Geheimroute haben die USA zuletzt Millionen Tonnen Erdöl durch die Straße von Hormus gebracht
Gleichzeitig richtet sich die US-Blockade gegen iranische Häfen und vor allem gegen Ölexporte – Teherans wichtigste Devisenquelle. US-Kriegsschiffe warnen Frachter und Tanker auf dem Weg zur iranischen Küste, stoppen Schiffe und entern sie teilweise. Die Strategie ist klar: Das Regime soll wirtschaftlich ausbluten. „Washington hofft offenbar, dass Irans Führung dadurch auch stärker unter Druck der eigenen Bevölkerung gerät“, sagt Schroden. Tatsächlich stecken die Mullahs bereits tief in der Krise: Laut IWF sind Lebensmittel mehr als hundert Prozent teurer als im Vorjahr. Die Wirtschaft soll 2026 um 6,1 Prozent schrumpfen.
Und Trump verschärft auch den finanziellen Würgegriff. Treffen soll es Staaten, Firmen, Banken und Organisationen, die Teheran helfen, Sanktionen zu umgehen. Schroden spricht bereits von einer dritten Phase des Irankriegs: „Beim Wirtschafts- und Finanzkrieg sollten die deutlich stärkeren USA grundsätzlich den längeren Atem haben“, glaubt er.
Sanktions-Expertin Kerri Bitsoff, früher beim US-Finanzministerium, warnt aber vor überzogenen Erwartungen. „Sanktionen können ein Regime nicht allein zu Fall bringen“, sagte sie dem Exil-Sender Iran International. Trotzdem wächst in Teheran laut Berichten die Angst vor neuen Massenprotesten. Sollte es wieder Druck von der Straße geben, wäre das ein erstes deutliches Zeichen dafür, dass Trumps neue Strategie tatsächlich greift.
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