Alexanderplatz und Görlitzer Park gehören weiter zu den auffälligsten Orten. Andere Hotspots entwickeln sich dagegen überraschend.
Berlin hat seine bekannten Kriminalitätsorte. Alexanderplatz, Görlitzer Park, Kottbusser Tor. Doch die neuen Zahlen der Polizei zeigen ein deutlich differenzierteres Bild. An einigen dieser Orte verschiebt sich die Kriminalität spürbar. Manche bekannten Brennpunkte verlieren an Bedeutung, während andere plötzlich stärker auffallen.
Am Alex werden die meisten Straftaten gezähltDer Alexanderplatz bleibt Berlins trauriger Spitzenreiter, wenn es um Kriminalität geht. Aber an anderen bekannten Brennpunkten hat sich die Lage deutlich verändert. Im ersten Halbjahr 2026 wurden an den sieben offiziell kriminalitätsbelasteten Orten insgesamt 11.237 Straftaten registriert.

Rund um den Görlitzer Park gehört die Polizeistatistik zum Alltag der Anwohner.Jürgen Held/IMAGO
2274 Fälle meldet die Polizei für den Alexanderplatz bis Ende Juni. Besonders häufig ging es um Ladendiebstahl, dazu kamen 548 Körperverletzungen und 160 Taschendiebstähle. Damit bleibt der Platz in Mitte der auffälligste der offiziellen Berliner Kriminalitätsorte. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es dort 5329 Straftaten. Direkt dahinter liegt der Görlitzer Park mit 2097 Fällen. Doch hier lohnt ein genauerer Blick.
Im Görlitzer Park hat sich die Kriminalität verändert2025 waren Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit 642 Fällen das häufigste Delikt. Auch im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 346 solche Verstöße registriert. Gleichzeitig haben sich die Deliktsschwerpunkte verschoben: Noch häufiger wurden Diebstähle aus Autos erfasst. Drogendelikte gehören damit trotz der hohen Zahl inzwischen nicht mehr zu den fünf häufigsten Deliktfeldern rund um den Görlitzer Park.
Das ist bemerkenswert, weil der Görlitzer Park in diesem Jahr besonders im Fokus stand. Seit März sollte eine nächtliche Schließung helfen, Drogen- und Gewaltkriminalität einzudämmen. Nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts musste der Park Anfang Juni nachts wieder geöffnet werden.
Ebenfalls deutlich ist die Entwicklung an der Rigaer Straße in Friedrichshain. 2024 wurden dort lediglich 688 Straftaten erfasst. Ein Jahr später waren es bereits 3405. Bis Ende Juni 2026 kamen weitere 1755 Fälle hinzu. Darunter befinden sich 229 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und 197 Körperverletzungen. Damit gehört die Rigaer Straße inzwischen zu den auffälligsten offiziellen Brennpunkten der Stadt.

Das Kottbusser Tor entwickelt sich gegen den Trend: Es wurden bisher deutlich weniger Straftaten gelistet als zur gleichen Zeit in 2026.Joko/IMAGO
Am Kottbusser Tor ist die Entwicklung dagegen genau umgekehrt. 2025 registrierte die Polizei dort 660 Straftaten. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 326. Damit könnte das Kottbusser Tor erstmals seit Jahren deutlich unter seinem bisherigen Niveau liegen.
Eine mögliche Erklärung ist die dauerhafte Polizeiwache, die dort seit Februar 2023 betrieben wird.
Die bekannten kriminalitätsbelasteten Orte erzählen längst nicht die ganze Geschichte. An der Frankfurter Allee wurden bis Ende Juni 1596 Straftaten gezählt, am Leopoldplatz 1248. Beide Orte kommen damit auf mehr Fälle als etwa das Kottbusser Tor.
Andere bekannte Brennpunkte liegen dagegen deutlich niedriger. Die Polizei registrierte bis Ende Juni 559 Straftaten an der Turmstraße, 313 am Bahnhof Zoo und 248 am Bahnhof Gesundbrunnen.
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