Nach sieben Jahren Sanierung wird die Prater-Galerie am 3. September eröffnet. Auch die Volksbühne kommt zurück in ihre alte Spielstätte im Prater.
Die Prater-Galerie in der Kastanienallee öffnet am 3. September wieder, zum ersten Mal nach der Sanierung des Hauses. Die erste Ausstellung heißt „Courage“ und zeigt acht Künstlerinnen. Eine von ihnen hat den Prenzlauer Berg fotografiert, als er noch nach Kohle roch.
Kunstort mit GeschichteDie Prater-Galerie kehrt in die Kastanienallee 7–9 zurück. Nicht nur der berühmte Biergarten nebenan, sondern auch die Galerie haben eine spannende Geschichte.
„Die Prater-Galerie ist ein wichtiger Baustein unserer Kulturlandschaft. Mit ihrer Rückkehr nach Prenzlauer Berg gewinnt Berlin einen traditionsreichen Ort für zeitgenössische Kunst zurück“, sagt Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch in einer Mitteilung des Bezirksamts. Sie wünsche sich „ein offenes Haus für Künstlerinnen und Künstler, die Nachbarschaft und alle Kunstinteressierten“.

Der Prater in Berlin-Prenzlauer Berg in der Kastanienalleeimago stock&people
Die Galerie hat eine bewegte Geschichte, die eigentlich im Jahr 1967 beginnt. In jenem Jahr richtete der Künstler Skip Pahler nach Darstellung der Galerie eine „Galerie am Prater“ in einem Ladenlokal auf der anderen Straßenseite ein und bestimmte zwei Jahre lang, was dort hing.
Der Gedanke dahinter war einfach: Kunst in einen Arbeiterbezirk bringen, in dem es damals wenig davon gab.

Hände in Unschuld waschen. Kunstinstallation von Reinhard Zabka 1990 in der Galerie am Prater.imago stock&people
1973, im Jahr der Weltfestspiele, wurde die Galerie unter kommunaler Trägerschaft neu eröffnet, angestoßen vom Maler Wolfgang Leber. Es gab Ausstellungen und Grafikauktionen zu Preisen, die sich Leute aus der Nachbarschaft leisten konnten.
Die Kunstwissenschaftlerin Gabi Ivan übernahm zur Wendezeit und führte die Galerie durch die Neunziger. 2007 schloss sie vorübergehend, 2021 startete der Bezirk sie neu.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz führt den Prater als Ort der ersten selbstorganisierten Galerie Ost-Berlins. Ein Titel, den kein Neubau je bekommen kann.
Acht Frauen und eine Fotografin aus der „Hundenacht“Die Eröffnungsausstellung, die den Prater als Kulturort wieder auf die Berliner Bühne bringt, heißt „Courage: Schwestern im Geiste“ und läuft vom 4. September 2026 bis zum 3. Januar 2027.
Zu sehen sind ausschließlich Arbeiten von Frauen: Yevgenia Belorusets, Christa Jeitner, Magdalena Jetelová, Lesia Pcholka, Luise Schröder, Gundula Schulze Eldowy, Natalia Vatsadze und Eva Vent.
Besonders Gundula Schulze Eldowy dürfte vielen Berlinern ein Begriff sein. Ihr Bildband „Berlin in einer Hundenacht“ versammelt Fotografien von 1977 bis 1990, aufgenommen in Hinterhöfen und Küchen von Prenzlauer Berg, in denen der Putz von den Wänden kam.

Tanz im Prater, im Kreiskulturhaus war immer etwas los.IMAGO / Rolf Zöllner
Der Prater selbst ist älter als fast alles in der Gegend. Als Bierausschank an der Kastanienallee begann er in den 1830er-Jahren, um 1900 liefen hier täglich Operetten, Pantomimen und Varieté-Nummern.
Nach dem Krieg zog die Volksbühne als Untermieter ein, auch sie beginnt mit der kommenden Spielsaison den Betrieb im Prater wieder. Später wurde aus dem Kulturhaus an der Kastanienallee ein Defa-Filmtheater, dann eine HO-Gaststätte.
Die denkmalgerechte Sanierung des Hauses zog sich über Jahre hin. Der Tagesspiegel bezifferte die Kosten für das Hauptgebäude im Juli 2024 auf rund zwölf Millionen Euro.
Restauratoren mussten Gewölbekappen abnehmen, um Hausschwamm zu beseitigen, bevor die Decken in Goldtönen wieder freigelegt werden konnten. Jetzt strahlt das schönste Ensemble Berlins wieder in neuem Glanz. Und auch der Streit um den Betrieb des Biergartens ist fast vergessen. Bezirk und Pächterin zofften sich jahrelang. Nun steht ein Pachtvertrag bis Ende 2030.
Adresse: Prater-Galerie, Kastanienallee 7–9, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg
Anfahrt: U8 bis Rosenthaler Platz, dann etwa zehn Minuten zu Fuß die Kastanienallee hinauf. Tram M1 bis Zionskirchplatz. Vom U-Bahnhof Eberswalder Straße (U2) sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
Termine: Eröffnung am 3. September 2026 um 18 Uhr, Reden ab 18.30 Uhr unter anderem von Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch und den drei Kuratorinnen. Die Ausstellung „Courage: Schwestern im Geiste“ läuft vom 4. September 2026 bis zum 3. Januar 2027.
Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | В Самарской области перенесли открытие филиала Третьяковской галереи | 0 | 0 | 04-05-2023 |
| 2 | Музеи и выставочные залы в Петербурге возобновят работу с 6 июля | 0 | 0 | 30-06-2020 |
| 3 | Впервые за 93 года в Пушкинском музее выставили картину Тициана "Се, человек!" | 0 | 0 | 11-02-2020 |
| 4 | Залы авангарда в Новой Третьяковке откроют после ремонта 15 августа | 0 | 0 | 23-07-2020 |
| 5 | Эксперты: процесс возвращения музеев и театров к прежнему режиму будет трудным и долгим | 0 | 0 | 15-05-2020 |
| 6 | Третьяковская галерея ожидает наплыва посетителей в первые дни после открытия | 0 | 0 | 02-07-2020 |
| 7 | Выставка-маршрут об отвергнутых шедеврах открывается в Третьяковской галерее | 0 | 0 | 15-09-2021 |
| 8 | Выставка-мастерская Анастасии Москалевой открывается в галерее Open You | 0 | 24.29 | 05-08-2026 |
| 9 | Выставка к 60-летию полета Гагарина в космос открывается в Музеях Кремля | 0 | 0 | 08-04-2021 |