Ein Entwickler baute ein KI-Tool, das 740 Jobangebote filterte und ihm 12 Interviews einbrachte. Heute arbeitet er als Head of AI – und macht sein Tool öffentlich.
Santiago Fernández de Valderrama Aparicio
Santiago Fernández de Valderrama Aparicio entwickelte ein KI-Tool, um seine Jobsuche effizienter zu gestalten.
Das Tool namens Career-Ops analysierte 740 Stellenanzeigen anhand seiner Erfahrungen.
Er erhielt 12 Interviews und arbeitet heute als Head of AI in einem Softwareunternehmen.
Dieser Erfahrungsbericht basiert auf einem Gespräch mit Santiago Fernández de Valderrama Aparicio, 42 Jahre alt, Head of Applied Artificial Intelligence bei einem Softwareunternehmen in Sevilla, Spanien. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit bearbeitet.
Nachdem ich vor 16 Jahren ein Unternehmen für Smartphone-Reparaturen im Einzelhandel gegründet hatte, stellte ich fest, dass mich vor allem ein Bereich wirklich begeistert hat: Software zu nutzen, um Abläufe zu automatisieren und Kunden besseren Service zu bieten.
Mir wurde klar, dass ich mich beruflich stärker in Richtung KI entwickeln wollte. Ich begann, mich intensiver damit zu beschäftigen und setzte KI bereits im eigenen Unternehmen ein, bevor ich es schließlich verkaufte. Der Verkauf war für mich ein bewusster Schritt, weil ich in einem Umfeld arbeiten wollte, in dem ich gemeinsam mit anderen etwas aufbauen kann. Schnell merkte ich allerdings, dass die Jobsuche selbst zur eigentlichen Arbeit wurde.
Ich war überzeugt: Der beste Weg, meine Fähigkeiten zu zeigen, ist, ein eigenes Tool zu bauen, das mir bei der Jobsuche hilft. So entstand Career-Ops.
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Ich habe das Tool innerhalb von sechs Wochen mit Claude Code von Anthropic entwickelt – mit sogenanntem „Vibe Coding“. Meine technische Erfahrung half mir dabei, Probleme zu erkennen und zu korrigieren, wenn etwas nicht stimmte. Die Arbeit mit Claude Code war gleichzeitig ein direkter Beleg für die Fähigkeiten, die ich in meiner Jobsuche zeigen wollte.
Am Ende analysierte das Tool mehr als 740 Stellenanzeigen für mich und empfahl mir 66 passende Positionen basierend auf meinen Erfahrungen und Interessen. Aus diesen 66 Bewerbungen entstanden 12 Vorstellungsgespräche.
Im April habe ich schließlich ein Angebot angenommen und arbeite seitdem als Head of AI in einem Unternehmen.
Ich habe das Tool anschließend öffentlich zugänglich gemacht. Die Veröffentlichung half mir, meine persönliche Marke aufzubauen und letztlich auch den Job zu bekommen. Eine Monetarisierung kam für mich nicht infrage, da es sich um ein grundlegendes Bedürfnis handelt: die Jobsuche.
Wir arbeiten daran, das Tool zugänglicher zu machenHeute kann im Prinzip jeder mit KI Dinge bauen. Programmierkenntnisse sind nicht mehr zwingend nötig, oft reicht einfache Alltagssprache. Als ich das Tool auf Reddit vorgestellt habe, war die Resonanz so groß, dass viele den Code öffentlich haben wollten. Das war für mich das Signal, es als Open Source bereitzustellen.
Die häufigste Reaktion ist Dankbarkeit. Die zweithäufigste Frage lautet: Wie kann ich das selbst nutzen?
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Da die Einrichtung etwas technisch ist, habe ich eine Discord-Community gegründet, in der Nutzer sich gegenseitig unterstützen und an Career-Ops weiterarbeiten. Innerhalb einer Woche nach dem Start im April wuchs die Community auf über 1000 Mitglieder. Gemeinsam verbessern wir das Tool, und sobald es eingerichtet ist, funktioniert es wie ein Chatbot auf dem eigenen Gerät.
Je besser das System einen Nutzer kennt, desto präziser werden die Jobvorschläge. Ein Softwareentwickler kann etwa angeben, dass er im KI-Bereich arbeiten möchte. Das Tool liefert dann passende Stellen auf Basis von Titel und Beschreibung.
Mehr als ein LebenslaufMeine Vision ist es, dass Bewerber künftig Unternehmen mithilfe von KI filtern können – nicht nur umgekehrt. Langfristig sehe ich Career-Ops als Plattform, auf der Nutzer ihre Lebensläufe und Arbeitsproben hochladen und Unternehmen ihre Stellenangebote einstellen, ähnlich einem Marktplatz.
Auch wenn Career-Ops mir geholfen hat, passende Jobs zu finden, war es letztlich der Bau dieses Tools selbst, der mir die Stelle als Head of AI eingebracht hat. Es ist im Grunde der ultimative Proof of Work.
„Building in public“ ist für mich der neue Lebenslauf. Im KI-Zeitalter ist das eigene Nebenprojekt das eigentliche Portfolio.
Lest den Originalartikel auf Business Insider US.
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