Immer mehr Kinos in Großbritannien wollen Smart Glasses einschränken oder ganz verbieten. Der Grund: Die kleinen Kameras in den Brillen könnten für heimliche Filmaufnahmen missbraucht werden.
Smarte Brillen, besonders die Ray-Ban-Modelle von Meta, stehen zunehmend unter Beschuss.
Foto: Getty Images
Immer mehr Kinos in Großbritannien wollen Smart Glasses einschränken oder ganz verbieten. Der Grund: Die kleinen Kameras in den Brillen könnten für heimliche Filmaufnahmen missbraucht werden.
Smarte Brillen können praktisch sein, bergen aber auch Risiken. Vor allem das heimliche Filmen sorgt immer wieder für Ärger. Nun gehen britische Kinos auf die Barrikaden und wollen das Tragen der Brillen untersagen.
Besonders betroffen sind Smart Glasses von Meta, die gemeinsam mit Ray-Ban und Oakley angeboten werden. Die Brillen verfügen über unauffällig integrierte Kameras. Zwar leuchtet beim Aufnehmen eine LED, doch in einem dunklen Kinosaal könnte dieses Signal leicht übersehen werden. Die UK Cinema Association teilte am 20. August 2026 mit, dass zahlreiche Betreiber ihre Regeln für solche Geräte überarbeiten. 2025 wurden in britischen Kinos 121 Fälle illegaler Filmaufnahmen registriert. Nach Branchenschätzungen verursacht Filmpiraterie jährlich Schäden von mindestens 500 Millionen Pfund in Großbritannien.
Meta hält dagegen: Die Smart Glasses seien für viele Nutzerinnen und Nutzer praktische Alltagshelfer. Sie ermöglichen unter anderem das Hören von Musik, Live-Übersetzungen und freihändige Telefonate. Auch für blinde und sehbehinderte Personen könnten die Brillen durch Assistenzfunktionen und barrierefreie Angebote hilfreich sein. Der Konzern verweist zudem auf die LED-Anzeige und technische Schutzmechanismen, die Manipulationen erschweren sollen. Meta warnt deshalb davor, die Geräte pauschal einzuschränken. Gerade Menschen, die auf die Funktionen der Brillen angewiesen sind, könnten von einem Verbot betroffen sein.
Die Diskussion beschränkt sich nicht auf Kinos. Die britische Pub-Kette Wetherspoons untersagt Aufnahmen mit Smart Glasses bereits in ihren Lokalen. Auch bei ATG Theatres sind die Brillen während Aufführungen nicht erlaubt. In Gerichten in England und Wales gelten ebenfalls Verbote, weil Foto- und Videoaufnahmen in Gerichtssälen grundsätzlich untersagt sind. Auch in Deutschland gibt es Kritik an der Technik. Eine Datenschutz-Organisation hat
Strafanzeige gegen Meta und weitere Beteiligtegestellt. Der Vorwurf: Die smarten Brillen könnten gegen Regeln für verdeckte Aufnahmegeräte verstoßen. Die Kamera-Brille wird damit zunehmend zum Streitfall – zwischen praktischem Technik-Gadget und möglichem Werkzeug für heimliche Aufnahmen.
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