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ARD stellt Sender ein: Was passiert auf DAB+ und DVB-T2?

Дата публикации: 13-08-2026 14:00:00

Die ARD-Anstalten müssen spätestens zum Ende des Jahres Radio- und TV-Programme einstellen. Doch was geschieht mit den DAB+- und DVB-T2--Kapazitäten dieser Programme? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wir aufzeigen.

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Sptestens zum Jahresende kommt das terres­trische Aus fr zahlreiche Radiowellen und Fern­sehsender der ARD. Grund ist eine Vorgabe aus dem Reform­staats­vertrag, wonach diese Programme entweder komplett eingestellt oder nur noch im Internet verbreitet werden drfen. Einige Radio-Programme wie Puls, BR24live oder BR Verkehr vom Bayerischen Rundfunk gibt es schon nicht mehr, andere stellen in den kommenden Wochen ihren Sende­betrieb ein. Die Fern­sehsender folgen zum Jahresende. Doch was passiert mit den frei werdenden Kapazitten im Digi­talradio DAB+ und im digital-terres­trischen Fernsehen DVB-T2?

Fernsehen: Weitere Dritte auf DVB-T2-Sende­pltzen

Die ARD knnte ihre DVB-T2-Multiplexe neu ordnen Die ARD knnte ihre DVB-T2-Multiplexe neu ordnen
Bild: teltarif.de
Beim Fernsehen fallen die Spar­tensender ARD alpha, tagesschau24 und ONE weg. Damit werden je nach Region auch bis zu drei Sendepltze im digital-terres­trischen Fernsehen DVB-T2 HD frei. Sehr wahr­schein­lich ist, dass die ARD die frei werdenden Sendepltze selbst neu belegt und mit weiteren Dritten Programmen fllt. Oft werden diese Programme bisher nur als sogenannte "Internet Link Services" (ILS) angeboten. Die Programme tauchen in der Senderliste auf, um sie zu sehen ist jedoch eine Verbindung mit dem Internet ntig.

Beispiel Rhein-Main-Gebiet: Hier sind das WDR Fernsehen und das MDR Fernsehen bisher im Sdhessen-Mux "HR HD" nur inter­netba­siert zu sehen. Knftig knnten beide Programme auch nativ ber Antenne verbreitet werden. Eine Inter­netver­bindung wre also dann fr beide Dritten nicht mehr ntig.

Rein theoretisch knnten die ARD-Anstalten die frei werdenden Kapazitten auch an private Veran­stalter unter­vermieten. Dann entstnde beispiels­weise Platz fr das neue Programm "SAT.2" im Rahmen des kosten­pflich­tigen und verschls­selten Pakets von freenet TV. Das wre aber ein Novum. Bisher hat freenet TV nur eigene Multiplexe betrieben.

Generell: Keine finanzielle Einsparung auf DAB+

Beim Radio ist die Sache nicht ganz so klar. Generell gilt: Da die ARD-Anstalten die Multiplexe auf DAB+ weiter in Gnze betreiben, ist es vllig egal, ob ein solches Bouquet mit sechs oder 16 Programmen belegt ist. Die Kosten bleiben gleich. Durch die Reduzierung der terres­trischen Programme ergibt sich zumindest, was die digital-terres­trische Verbreitung angeht, kein Einspar­effekt. Genau genommen ist es absurd, dass beispiels­weise ein Programm wie das "Mausradio" vom WDR sogar programm­lich noch ausgebaut werden soll, also in der Produktion teurer wird, aber knftig nur noch webbasiert ausge­strahlt werden darf. Das treibt das eigentliche Ziel der Reform - eben Einspa­rungen - ad absurdum.

Mglichkeit 1: Besserer Klang und Fehler­schutz nach Reduzierung von Programmen

Was passiert mit frei werdenden ARD-Kapazitten auf DAB+? Was passiert mit frei werdenden ARD-Kapazitten auf DAB+?
Foto: NDR
Wenn Programme die DAB+-Multiplexe verlassen mssen, ergbe sich die Mglichkeit die Qualitt der verblei­benden Programme zu erhhen. Entweder durch eine Anhebung der Bitrate, was einen besseren Klang bedeuten wrde oder durch eine Verbes­serung beim Fehler­schutz, was am Rande der Sende­gebiete und in schwer zu versor­genden Empfangs­lagen wie Flusstlern die Stabilitt des Empfangs erhhen wrde. Letzteres hatte etwa der BR nach der Einstellung des Jugend­programms "Puls" realisiert. Es ist - Stand heute - aber noch ungewiss, welche weiteren ARD-Anstalten zu diesem Mittel greifen werden.

Mglichkeit 2: "Fremd­programme" anderer ARD-Anstalten auf frei werdenden Kapazitten

Einige ARD-Anstalten wollen die frei werdenden Kapazitten mit Programmen anderer ARD-Anstalten neu belegen. Rechtlich ist das mglich, bezie­hungs­weise genau genommen ist es eine Grauzone, da es hierfr keine entspre­chende Regelung im Rund­funk­staats­vertrag gibt. Dieser schreibt zwar vor, wie viele Radiowellen eine ARD-Anstalt terres­trisch alleine oder in Kooperation mit anderen ausstrahlen darf, aber ein Passus darber, dass frei werdende Kapazitten mit Programmen anderer Anstalten belegt werden knnen, fehlt.

So hat der Mittel­deut­sche Rundfunk (MDR) angekndigt, ab 12. Oktober 2026 die bisherige DAB+-Verbreitung seiner eigenen Welle MDR Klassik zu beenden und damit eine Vorgabe aus dem Reform­staats­vertrag zu erfllen. Auf dem Kanal wird knftig BR Klassik vom Bayerischen Rundfunk ausge­strahlt und durch kuratierte Inhalte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thringen ergnzt.

Auerhalb des eigent­lichen Sende­gebiets in Bayern strahlt auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) bereits BR Klassik auf DAB+ aus. Der rbb will zudem auch den Nachfolger von Cosmo weiter auf DAB+ in der Hauptstadt verbreiten, obwohl man sich selbst dann nicht mehr an diesem Projekt als Partner beteiligt oder vielmehr beteiligen darf.

Mglichkeit 3: Vermietung der Kapazitten an kommer­zielle oder nicht-kommer­zielle Dritt­anbieter

Eine weitere Mglichkeit besteht darin, die frei werdenden Kapazitten an Dritt­anbieter zu vermieten. Konkret laufen aktuell Gesprche zwischen der Medi­enan­stalt Mecklenburg-Vorpommern und dem Nord­deut­schen Rundfunk (NDR), was mit den voraus­sicht­lich drei frei werdenden DAB+-Pltzen in den Multiplexen geschieht. Denn der NDR muss die DAB+-Ausstrah­lung der Programme NDR Schlager, NDR Blue und NDR Info Spezial beenden. Vorgesehen ist, zumindest ein Teil der Kapazitten fr ein oder mehrere kommer­zielle, landesweite Programme zu vermieten.

Gemischte Multiplexe aus ffentlich-rechtlichen Programmen und privaten oder nicht-kommerz­lellen Dritts­endern gibt es bereits in Bayern, Rheinland-Pfalz, Berlin und Brandenburg. Die ARD-Anstalten knnen durch die Unter­vermie­tung der Kapazitten Einnahmen erwirt­schaften und somit Geld sparen. Das ist immer noch besser als dass die Kapazitten nach der Reform ungenutzt leer stehen. Denn wie erwhnt: Komplett bezahlt werden mssen sie dennoch.

Auch interessant: Ein neues Angebot fr Schla­gerfans hlt Einzug in die Audio­platt­form ARD Sounds.

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