Die Porsche SE hat die Prognose für 2024 massiv gesenkt. Der Volkswagen-Großaktionär geht statt eines Gewinns von einem „erheblich negativen“ Ergebnis aus. Der Grund: eine Milliardenabschreibung auf die Beteiligungen an Volkswagen und der Porsche AG.
Die Porsche Holding SE (PSE) erwartet für 2024 einen Milliardenverlust. „Das Konzernergebnis nach Steuern des Porsche SE Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 wird erheblich negativ sein“, teilte der Großaktionär von Volkswagen und Porsche am Freitag nach Börsenschluss mit. Die Prognose für das Konzernergebnis nach Steuern von bislang 2,4 Milliarden Euro bis 4,4 Milliarden Euro werde zurückgezogen.
Hintergrund ist eine Milliardenabschreibung auf die wichtigsten Beteiligungen der Porsche SE. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Holding hält 53,3 Prozent der Stimmrechte an der Volkswagen AG und 25 Prozent der Stammaktien der Porsche AG. Aktuell gehe man davon aus, dass man den Konzernbuchwert des Volkswagen-Anteils um zwischen 7 und 20 Milliarden Euro senken müsse, teilte der Konzern am Freitagabend mit. Der Buchwert des Porsche-Pakets werde voraussichtlich zwischen ein und zwei Milliarden Euro reduziert. Der Wertansatz werde aber auch nach den Abschreibungen „deutlich oberhalb der anteiligen Börsenwerte“ liegen.
Zum Ende des dritten Quartals hatte die Porsche SE ihre Beteiligungen an Volkswagen mit 51,5 Milliarden Euro und an der Porsche AG mit 10,5 Milliarden Euro bewertet. Das setzt den Wert einer Volkswagen-Stammaktie mit mehr als 300 Euro an. An der Börse werden die Aktien aktuell mit 91 Euro gehandelt. Bei der genannten maximalen Abschreibung von 20 Milliarden Euro würde eine Volkswagen-Stammaktie mit etwa 200 Euro bewertet.
Die Porsche SE begründete die Abschreibung damit, der Volkswagen-Konzern habe ihr mitgeteilt, dass mit einer Verabschiedung der laufenden Planungsrunden von Volkswagen und Porsche bis zum Jahresende nicht mehr zu rechnen sei. Das Unternehmen könne deshalb derzeit nicht auf die Ergebnisse einer verabschiedeten Planung der beiden Autobauer zurückgreifen.
Stattdessen würden für die Werthaltigkeitsprüfungen für die beiden Beteiligungen zum 31. Dezember vor allem externe Analystenerwartungen verwendet. Auf dieser Basis gehe man von den außerplanmäßigen Wertberichtigungen aus. Das Unternehmen ließ die Prognose für die Nettoverschuldung mit 5 bis 5,5 Milliarden Euro unverändert.
Bei Volkswagen streiten Vorstand und Arbeitnehmer seit drei Monaten um die Details eines milliardenschweren Sparprogramms. Der Vorstand hat die Tarifverträge gekündigt und droht mit Werksschließungen, die Verhandlungen ziehen sich; und es geht dabei auch um die mittelfristige Planung für die künftige Werksbelegung. Die Porsche AG ist von dieser Planungsunsicherheit ebenfalls betroffen, sie baut einen Teil ihrer Modelle in Volkswagen-Fabriken. Die Porsche-Vertreter im Aufsichtsrat vertreten eine harte Linie gegenüber den Arbeitnehmern, sie sehen ihre Hoffnung etwa auf die Schließung großer Werke allerdings schwinden .
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