Nachdem sie im Januar abgetaucht war, nähert sich die Inflationsrate im Euroraum wieder dem Zielwert von 2 Prozent an. Auch die Kerninflation steigt leicht. Ein längerer Krieg im Nahen Osten könnte die Inflation weiter anheizen, sagen Ökonomen.
Die Inflation im Euroraum ist im Februar auf 1,9 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg im Jahresvergleich lag damit 0,2 Prozentpunkte höher als noch im Januar, wie das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Ein längerer Krieg im Nahen Osten kann nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane (56) die Inflation in der Eurozone anheizen und die Wirtschaft ausbremsen. „Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig“, sagte Lane der „Financial Times“. Das könne sich auch negativ auf die Konjunktur auswirken.
Die EZB entscheidet am 19. März wieder über den Leitzins. Die Zentralbank hat ihn angesichts gesunkener Inflationsgefahr von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten auf 2,0 Prozent halbiert und seither stillgehalten. Am Geldmarkt wird mit einer anhaltenden Zinspause gerechnet. Die Chance auf eine Zinserhöhung bis zum Jahresende wird auf 25 Prozent taxiert.
Grund für den höheren Preisanstieg im Februar waren den Statistikern zufolge die Energiepreise, die im Jahresvergleich weniger stark sanken als noch im Januar. Sie lagen 3,2 Prozent niedriger als im Februar des vergangenen Jahres, nach 4,0 Prozent im Januar. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Vorjahresvergleich um 2,6 Prozent, die Preise für Dienstleistungen um 3,4 Prozent. Die Kernverbraucherpreise (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) stiegen um 0,8 Prozent auf Monats- und um 2,4 (2,2) Prozent auf Jahressicht.
Die höchsten Inflationsraten verzeichneten den Angaben zufolge die Slowakei (4,0 Prozent), Kroatien (3,9 Prozent) sowie Estland und Litauen (beide 3,2 Prozent). Am niedrigsten fiel der Preisanstieg in Zypern (0,9 Prozent), Frankreich (1,1 Prozent) und Belgien (1,4 Prozent) aus.
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