Novo Nordisk rechnet mit einem Umsatzrückgang von bis zu 6 Prozent. Konkurrent Eli Lilly hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr dagegen deutlich nach oben korrigiert. Grund dafür sind die Verkaufsschlager Zepbound und Mounjaro.
Im rasant wachsenden Markt für Abnehmmedikamente hat der US-Pharmakonzern Eli Lilly seinen dänischen Rivalen Novo Nordisk im zweiten Quartal beim Wachstum deutlich abgehängt. Während der US-Konzern am Mittwoch dank seiner Kassenschlager einen Gewinnsprung verbuchte und die Anleger überzeugte, sorgte Novo Nordisk mit durchwachsenen Zahlen und Forschungsrückschlägen für Ernüchterung. Beide Unternehmen hoben ihre Umsatzprognosen für das laufende Jahr an.
Eli Lilly profitierte von einer ungebrochen hohen Nachfrage nach seinen Präparaten. Der Konzernumsatz kletterte um 48 Prozent auf 23 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro). Der Nettogewinn erhöhte sich um ein Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar. Allein die Abnehmspritze Zepbound erzielte einen Umsatzanstieg von 46 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Das Diabetesmittel Mounjaro brachte gut 9,9 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 91 Prozent. Eli Lilly schraubte seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nun deutlich nach oben und rechnet nun mit Erlösen von 85 bis 87 Milliarden Dollar. Bislang waren 82 bis 85 Milliarden in Aussicht gestellt worden.
Novo Nordisk verzeichnete dagegen ein bereinigtes Umsatzplus von 7 Prozent auf 78,5 Milliarden Kronen, umgerechnet rund 10,5 Milliarden Euro. Der Umsatz der Abnehmspritze Wegovy wuchs währungsbereinigt nur um ein Prozent auf 19,5 Milliarden Kronen. Bei den wöchentlichen Verschreibungen in den USA übertraf Zepbound das dänische Pendant zuletzt um mehr als das Doppelte.
Novo Nordisk stützt sich im Kampf um Marktanteile daher zunehmend auf die neue Tablettenform seines Bestsellers Wegovy. Die Pille erzielte im zweiten Quartal aus dem Stand einen Umsatz von 3,2 Milliarden Kronen und soll in Kürze auch in Deutschland auf den Markt kommen. Der operative Gewinn von Novo Nordisk sank im abgelaufenen Jahresviertel jedoch um 16 Prozent auf 27,1 Milliarden Kronen.
Belastet wurde das Ergebnis durch Abschreibungen auf Pipeline-Projekte von 6,3 Milliarden Kronen. Hinzu kamen jüngste Rückschläge bei der Entwicklung des Adipositas-Mittels CagriSema und eines Herzmedikaments. Konzernchef Mike Doustdar (55) kündigte an, die Forschung zu beschleunigen und das Portfolio durch kleinere Zukäufe zu stärken. Man müsse aus den Fehlern lernen und sich neu erfinden. Novo Nordisk hob seine Prognose an und erwartet nun eine bereinigte Umsatzentwicklung von null bis minus 6 Prozent, nachdem zuvor ein Rückgang von minus vier bis minus 12 Prozent vorhergesagt worden war.