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UniCredit kann womöglich schon auf die Mehrheit an der Commerzbank zugreifen

Дата публикации: 03-06-2026 10:39:00

Die UniCredit kommt bei ihrer geplanten Übernahme der Commerzbank voran. Etwa ein Drittel der Anteile sind den Italienern schon sicher. Inklusive weiterer Finanzinstrumente haben sie womöglich sogar schon Zugriff auf mehr als 50 Prozent.

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Die UniCredit kommt bei ihrer geplanten Übernahme der Commerzbank voran. Etwa ein Drittel der Anteile sind den Italienern schon sicher. Inklusive weiterer Finanzinstrumente haben sie womöglich sogar schon Zugriff auf mehr als 50 Prozent.

03.06.2026, 12.39 Uhr

Kommt bei der Commerzbank voran: Unicredit-Boss Andrea Orcel
Kommt bei der Commerzbank voran: Unicredit-Boss Andrea Orcel

Kommt bei der Commerzbank voran: Unicredit-Boss Andrea Orcel

Foto: Yara Nardi / REUTERS

Die italienische Großbank UniCredit hat ihren Anteil ​an der Commerzbank weiter ausgebaut und vorzeitig die Hürde von 30 Prozent genommen. UniCredit hat mit dem Übernahmeangebot für den deutschen Rivalen schon zwei Wochen vor Ablauf der Annahmefrist ‌7,58 Prozent der Commerzbank-Aktien eingesammelt, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Damit hat UniCredit-Chef Andrea Orcel (63) trotz des Widerstands des Commerzbank-Vorstands 34,35 Prozent der Anteile sicher und freie Bahn für weitere Aktienkäufe, ohne ein höheres Pflichtangebot vorlegen zu müssen. Zuletzt hatte UniCredit einen Anteil von 26,77 Prozent gemeldet.

Gleichzeitig arbeitet Orcel daran, die Commerzbank-Beteiligung weiter auszubauen – möglicherweise könnte er sich schon jetzt mehr als 50 Prozent sichern.

Dazu bedient sich der UniCredit-Chef verschiedener Finanzinstrumente. Weitere 3,22 Prozent kann UniCredit in jedem Fall erwerben, indem die ​Bank Kaufoptionen zieht, die sie von mehreren Investmentbanken erworben hat. Zudem hat UniCredit ⁠den Bestand an Derivaten, für die ein Barausgleich vorgesehen ist (Total Return Swaps), noch einmal auf 13,19 Prozent erhöht. Diese Vereinbarung kann in der Regel leicht geändert werden, sodass UniCredit auch auf diese Weise Commerzbank-Aktien erwerben könnte.

Folge: Insgesamt könnte sich Orcel unter Umständen sogar Zugriff auf bis zu 50,8 Prozent der Commerzbank-Anteile ⁠verschaffen.

„Die Instrumente mit Barausgleich erweitern die Möglichkeiten von UniCredit und ‌unterstützen damit das Angebot“, erläuterten die Italiener in einer gesonderten Stellungnahme. Sie ermöglichten es UniCredit, die ​letztliche Eigentümerstruktur in Einklang mit ‌den Interessen der eigenen Aktionäre zu bringen.

Eine Beteiligung zwischen etwa 40 und knapp 50 Prozent wäre für UniCredit nach Einschätzung von Experten ungünstig. Denn die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) könnten dann feststellen, dass die Italiener die Commerzbank faktisch kontrollierten, was hohe Kapitalaufschläge zur Folge haben dürfte, ohne dass Orcel in Frankfurt durchregieren könnte.

Commerzbank-Vorstand sät Zweifel

Die Commerzbank warnte in einer Präsentation, die veröffentlichten ‌Zahlen zu potenziellen Anteilen könnten trügerisch sein. Die Options-Partner von UniCredit müssten sich die Aktien möglicherweise erst besorgen, um sie an die Italiener verkaufen zu können.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp (56) und ihr Vorstand stemmen sich gegen eine Übernahme. Sie warnen in diesem Fall ‌vor einem Kahlschlag in der Belegschaft. Die Commerzbank könne aus ​eigener Kraft mehr Wert schaffen.

Dass UniCredit so früh schon ‌so viele Aktien einsammelt, überrascht, weil die Tauschofferte weiterhin rechnerisch unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie ‌liegt – und die Kursziele von Analysten ​noch höher sind. Zudem dienen institutionelle Investoren ihre Papiere in aller Regel erst in den letzten Tagen einer Übernahmefrist an.

UniCredit erklärte am Dienstag, die starke frühe ​Resonanz auf das Angebot spiegele „den inneren Wert wider, den Anleger in der ⁠UniCredit-Offerte sehen“. Nachdem UniCredit wie erwartet und gewünscht ​die 30-Prozent-Hürde genommen ​hat, bekommen die Commerzbank-Aktionäre nach Ablauf der Umtauschfrist am 16. Juni auf jeden Fall noch einmal zwei Wochen Zeit, ihre Aktien anzudienen.

Die UniCredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat.

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UniCredit-Chef Orcel wirbt für die Vorzüge größerer Banken und erhöhte am 5. Mai mit dem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Die Bank, die in Deutschland mit der HypoVereinsbank (HVB) aktiv ist, erwartet Potenzial für Milliardeneinsparungen und bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien. So will die UniCredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis 3. Juli verlängert werden.

Das Management unter CEO Orlopp, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht „feindliche“ Vorgehen von Orcel ab. Unterstützung erhält sie vom Bund, der allerdings nur noch gut 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält. Erst kürzlich verkündete die Commerzbank den Abbau von rund 3000 Stellen.

cr, mihec/ Reuters, dpa-afx

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