2,6 Grad wärmer ist das Saarland seit 1881 bereits geworden. Laut DWD könnten bis 2071 bis zu 3,7 Grad hinzukommen. Mit extremen Auswirkungen auf das Wetter im Saarland.
Saarbrücken · 2,6 Grad wärmer ist das Saarland seit 1881 bereits geworden. Laut DWD könnten bis 2071 bis zu 3,7 Grad hinzukommen. Mit extremen Auswirkungen auf das Wetter im Saarland.
15.09.2026 , 19:25 Uhr
Umweltministerin Petra Berg (SPD) hat am Dienstag zum ersten Mal einen Klimareport vorgestellt, der die bisherigen und künftigen Auswirkungen des Klimawandels auf das Saarland zeigt.
Foto: BeckerBredelIn Saarbrücken könnten schon in wenigen Jahrzehnten Temperaturen herrschen, wie sie in den 90er-Jahren für Südfrankreich typisch waren. Bis 2071 könnte sich Saarbrücken klimatisch sogar den Temperaturen und Regenmengen in Südkroatien (Split-Dalmatien) annähern. Zu diesem Schluss kommt der erstmalige Klimareport des Deutschen Wetterdienstes für das Saarland. „Das klingt zunächst vielleicht positiv, wenn man über Urlaub an der Adria-Küste nachdenkt“, sagte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied des DWD, „Aber das ist nicht nur angenehm. Es wird deutlich wärmer im Saarland werden und wir müssen davon ausgehen, dass es in Saarland häufiger extreme Wetterperioden mit hoher Temperatur geben wird. Und auch Perioden mit extremen Niederschlag“, so Fuchs. Der Vergleich Saarbrücken-Süd-Kroatien sei das, auf dass man sich im Saarland klimatisch einstellen müsse, sagt der DWD-Vorstand.
Im vorigen Jahr haben die Klimatologen sich die Wetterdaten des Saarlandes seit 1881 angesehen und ausgewertet. Zusätzlich haben sie Prognosen für die Klimaveränderung im Saarland bis ins Jahr 2100 auf Grundlage eines des Szenarios des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz: IPCC) erstellt. Demnach ist die mittlere Jahrestemperatur im Saarland seit Beginn der Wetteraufzeichnung (1881) bereits um 2,6 Grad Celsius angestiegen. Die Forscher erwarten bis 2071 einen noch viel deutlicheren Anstieg um 1,2 bis 3,7 Grad Celsius.
Mit deutlichen Auswirkungen auf das Wetter und die Natur im Saarland. Der DWD rechnet mit mehr Extremwetter wie Dürren und Starkregen mit eventuellen Überschwemmungen. Schnee würde zur Seltenheit in der Region. Der Jahreszyklus der Pflanzenwelt würde sich laut DWD durch den Temperaturanstieg verschieben. Das führt laut Klimareport zu einer „schleichenden aber tiefgreifenden Veränderung der Verbreitungsgebiete von Pflanzen und Tieren“, so die Studie.
„Die Fakten sind eindeutig, die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt menschengemacht immer weiter. Das führt zu einer Erwärmung des Klimas, die sich auch im Saarland bemerkbar macht“, sagte die saarländische Umweltministerin Petra Berg (SPD) bei der Vorstellung des Klimareports am Dienstag in Saarbrücken. Berg verwies auf die Klimaschutzpolitik der SPD-Landesregierung (Klimaschutzgesetz und Klimaschutz-Maßnahmenkonzept) und die saarländischen Bemühungen, den Treibhausgasausstoß vor Ort zu verringern. „Aber wir müssen realistisch bleiben. Selbst wenn alle weltweiten Klimaschutzmaßnahmen zu keinem weiteren CO2-Ausstoß führen, lassen sich bestimmte Veränderungen nicht mehr rückgängig machen“, meinte Berg. Deshalb wolle die Landesregierung nun auch verstärkt das Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels (zum Beispiel durch Hitzeschutz) angehen.
DWD-Vorstand Tobias Fuchs ließ keinen Zweifel daran zu, dass der in der Studie beschriebene Klimawandel auch tatsächlich menschengemacht ist. „Das ist Konsens unter den Klimawissenschaftlern. Mit der Physik lässt sich nicht verhandeln. Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage der serösen Zahlen, Messungen und Auswertungen. Wir haben hier physikalisch unverhandelbare Zahlen, die wir veröffentlichen und die nun auf dem Tisch liegen“, so Fuchs. Die saarländische Landesregierung will diese „Daten und wissenschaftliche Erkenntnis“ nutzen, um Klimaschutzmaßnahmen weiterzuentwickeln und „Konkrete Vorsorge zu machen“, sagte Ministerin Berg. „Wie wollen unser Klima schützen, unser Land auf unvermeidbare Veränderungen vorbereiten und dabei die Menschen, die Kommunen und Unternehmen im Saarland unterstützen“, so Berg. (oli)