KNDS verschiebt seinen Börsengang womöglich ins kommende Jahr. Schwache Marktbedingungen und der Streit um eine Bewertung von mindestens 12,5 Milliarden Euro bremsen angeblich die Pläne für den deutsch-französischen Rüstungskonzern.
Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS wird seinen Börsengang laut Kreisen womöglich noch länger und über 2026 hinaus verschieben. Die beratenden Banken hätten dem Unternehmen angesichts der schwierigen Börsenbedingungen und der schleppenden Kursentwicklung etwa beim deutschen Rüstungshersteller Rheinmetall geraten, mit dem Gang aufs Parkett noch zu warten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Dabei scheitert das Projekt laut einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ wohl auch an zu hohen Preisvorstellungen der Eigentümer.
Die Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens weigerten sich aktuell, den Hersteller des Kampfpanzers Leopard zu einer Bewertung unterhalb von 12,5 Milliarden Euro an die Börse zu bringen, berichtete das Blatt. Institutionelle Investoren seien derzeit aber nicht bereit, diesen Betrag bei einem Börsengang zu zahlen. Laut Bloomberg sind die Beratungen aber noch nicht abgeschlossen.
KNDS hatte im Juni Pläne für eine Notierung an den Börsen in Frankfurt am Main und Paris angekündigt. Dem war eine Vereinbarung vorausgegangen, wonach der deutsche Staat im Zuge des Börsengangs einen 40-prozentigen Anteil von den Familieneigentümern übernehmen sollte. Dadurch wäre ein börsennotierter Rüstungskonzern entstanden, der Deutschland und Frankreich gemeinsam gehört.
Nach Informationen aus Kreisen der Eigentümerfamilien könnte der deutsche Staat die geplanten 40 Prozent allerdings auch jederzeit ohne einen Börsengang erwerben – zu einem Preis von 6 Milliarden Euro, schrieb das Blatt. Das wäre das Unterste der vereinbarten Spanne – impliziere aber eine Gesamtbewertung von KNDS von 15 Milliarden Euro. Das wären also rund 25 Prozent mehr als der derzeit am Markt erzielbare Gesamtpreis. Vertreter der Familien dagegen betonten, sie hätten „alle Zeit der Welt für ein IPO“, zitiert die „Börsen-Zeitung“.
Diese hätten zudem betont, dass auch eine Veräußerung der Anteile an andere Käufer statt an den Bund möglich sei. Genannt werden strategische Interessenten wie Czechoslovak Group, Leonardo und Rheinmetall, aber auch Finanzinvestoren wie Carlyle, KKR oder Triton. Allerdings könne der Bund hier jederzeit sein Veto einlegen.
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