Eine in Frankfurt am Main an Malaria erkrankte Person ist nach Angaben der Stadt gestorben. Die Person hat im Stadtteil Schwanheim gewohnt, der nahe am Flughafen liegt. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria stieg damit auf drei.
17.09.2026 · 15:16 Uhr
Frankfurt/M. · Eine in Frankfurt am Main an Malaria erkrankte Person ist nach Angaben der Stadt gestorben. Die Person hat im Stadtteil Schwanheim gewohnt, der nahe am Flughafen liegt. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekannt gewordenen Flughafenmalaria stieg damit auf drei.
Am Dienstag hatte die Stadt bereits von zwei Malaria-Fällen im Stadtteil Schwanheim berichtet. Damit gibt es in diesem Jahr nun bereits drei Malaria-Tote im Kontext des Flugverkehrs in Frankfurt. Im Sommer hatten sich sechs Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers Fraport mit der Krankheit infiziert, zwei starben.
Das Gesundheitsamt der Stadt und die Universitätsmedizin Frankfurt sprachen den Angehörigen des neu verstorbenen Patienten ihr Mitgefühl aus. Die beiden neu betroffenen Personen infizierten sich nach Einschätzung des Gesundheitsamts über eine Mücke, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Sie hatten beide zuvor kein Malaria-Gebiet bereist und nicht am Flughafen gearbeitet, hieß es.
Seit Anfang der Woche seien dem Gesundheitsamt keine weiteren Malariafälle gemeldet worden. Die Behörde bat Ärztinnen und Ärzte erneut, bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Fieber auch dann eine mögliche Malariaerkrankung in Betracht zu ziehen, wenn keine Reise in ein Malaria-Gebiet stattgefunden hat. „Dies gilt insbesondere für Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort aufhalten oder in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen“, erklärte das Amt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Nähe des Flughafens wohnen oder dort arbeiten, wurden gebeten, bei entsprechenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen und auf den Wohnort im Umfeld des Flughafens hinzuweisen. Malaria sei nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, hieß es auch.
Außerdem wurde Bürgern zu Mückenschutz geraten. „Wir raten zu Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung“, teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage mit. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten, es gibt sie etwa in Form von Sprays.
Ergänzend könne in den Wohnräumen Mückenschutz beispielsweise durch Fliegengitter das Risiko eines Stichs minimieren, teilt das Gesundheitsamt mit. Die Gefahr, mit Malaria infiziert zu werden, sei für die Bevölkerung in der Stadt aber als sehr gering anzusehen: „Die klimatischen Bedingungen sind für den Zyklus von Mücke und Erreger in Deutschland ungünstig.“
Fälle von Flughafen-Malaria, also Malaria durch Übertragung im Umfeld eines Flughafens, sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland sehr selten. Wie häufig solche Fälle registriert werden, zeigt eine 2024 im Fachjournal „Eurosurveillance“ veröffentliche Studie.
Demnach wurden 2022 mehr als 99 Prozent der 6.131 in Europa festgestellten Malariafälle aus Endemiegebieten importiert - also aus Regionen, in denen die Krankheit ständig oder regelmäßig vorkommt. Von 1969 bis Anfang 2024 wurden demnach in Datenbanken 145 Fälle von Malaria bekannt, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten.
Mindestens 105 davon - möglicherweise bis zu 113 - galten als Flughafen-Malaria. Am stärksten davon betroffen waren Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland mit 9 Fällen - davon 8 in Frankfurt und 1 in München. Viele Betroffene arbeiteten oder wohnten demnach in der Nähe eines internationalen Flughafens.
Zudem gab es 32 Fälle von sogenannter Gepäck-Malaria - hier war eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert worden und der Infektionsort lag weit entfernt von einem Flughafen. Drei dieser Fälle entfielen demnach auf Deutschland. Bei acht Erkrankungen war die Zuordnung zu Flughafen- oder Gepäck-Malaria unklar.
Die meisten Fälle von Flughafen-Malaria (83 von 105) traten demnach in den Sommermonaten auf. „Da die infizierte Mücke am Zielflughafen überleben können muss, spielen Umweltbedingungen höchstwahrscheinlich eine Schlüsselrolle“, schreibt das Team, dem auch ein Mitarbeiter des RKI angehörte.
Allerdings schränkt das Team in dem Artikel ein, dass es keine zentrale Erfassung solcher Daten gebe. In Deutschland wurden laut RKI 2024 insgesamt 934 Fälle von Malaria gemeldet, darunter vier Todesfälle.
Die beiden neu erkrankten Personen, von denen nun eine verstorben ist, befanden sich in stationärer Behandlung. Die näheren Umstände werden noch untersucht - auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen sechs Malaria-Fällen gibt.
Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Es betreibt auch ein Monitoring von Mücken, das nun auf Schwanheim ausgeweitet wurde.
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. „Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern.“
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