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Warum Azubis vom Wohnungsmangel in Berlin besonders betroffen sind

Дата публикации: 01-09-2026 07:55:34

Am 1. September starten tausende Auszubildende in ihre Berufsausbildung. Viele waren oder sind auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Doch Azubis haben es auf dem Berliner Wohnungsmarkt besonders schwer.


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Risiko für Wirtschafts-Standort? Warum Azubis vom Wohnungsmangel in Berlin besonders betroffen sind

Wohnungsbesichtigung mit langer Schlange bis in das Treppenhaus. (Quelle: picture alliance/KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Wohnungsbesichtigung mit langer Schlange bis in das Treppenhaus. (Quelle: picture alliance/KEYSTONE/GAETAN BALLY)
  • Ausbildungsjahr startet am 1. September 2026 für Tausende in Region
  • Azubis haben es auf Berliner Wohnungsmarkt besonders schwer
  • Azubiwerk analog zu Studierendenwerk könnte Abhilfe schaffen
  • Kommunales Azubiwohnheim in Lichtenberg kürzlich eröffnet

Dass Berlin ein Wohnungsproblem hat, ist bekannt. Besonders schwer von diesem Problem betroffen sind Auszubildende (Azubis). Sie haben oft nur ein knappes Gehalt. Dazu kommt ein befristeter Arbeitsvertrag, der Vermieter abschreckt. Einer Studie der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) zufolge suchen zwei von drei Ausbildungsanfängern in Berlin eine eigene Wohnung. 2024 waren das etwa 9.300 Menschen.

Arbeits- und Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) ist sich des Problems bewusst. Sie sieht einen immensen Bedarf. "Wenn wir bedenken, dass die gesetzliche Ausbildungsvergütung im ersten Jahr bei etwa knapp 800 Euro liegt und man in Berlin für ein WG -Zimmer mindestens 600 Euro auf den Tisch legen muss, kann man sich schon vorstellen, wie groß der Bedarf ist", sagt sie.

Die Miete im Azubiwohnheim liegt bei 340 Euro

Eine Lösung könnte ein Azubiwerk sein. Es soll nun gegründet werden. Senatorin Kiziltepe vergleicht das mit dem Studierendenwerk, das es in Berlin schon seit über 100 Jahren gibt. "Da geht es um bezahlbaren Wohnraum für Studierende. Da geht es aber auch darum, Beratungsstrukturen zu schaffen. Und das Gleiche soll auch ein Azubiwerk leisten."

Neben der Unterstützung bei beruflichen oder privaten Fragen soll es dabei vor allem um das Thema Wohnen gehen. Deshalb wurde vor kurzem, noch vor der offiziellen Gründung, ein kommunales Azubiwohnheim eröffnet. Es befindet sich in Berlin-Lichtenberg und hat Platz für 154 Bewohner. Einer, der durch ein Losverfahren dort angenommen wurde, ist Valdano Mebendem-Atabonfack. Er kommt aus Kamerun und macht in Berlin eine Ausbildung zum Pflegefachmann. Er erinnert sich noch gut an die Zusage. Er habe gefeiert, als er das Zimmer bekommen habe, seine vorherige Wohnung sei sehr teuer gewesen, erzählt er.

Die Miete im Azubiwohnheim beträgt 340 Euro pro Person. Das Interesse war groß, es gab acht Bewerber pro Wohnplatz. Für weitere Wohnheime und das Azubiwerk sind etwa 14 Millionen Euro eingeplant. Bei der IHK schlägt man etwa den Bau von Werkswohnungen vor. Dort ist man der Meinung, dass das Wohnproblem für Azubis zu einem Problem für die ganze Berliner Wirtschaft werden könnte.

Azubi-Einkommen reicht oft nicht für eine Wohnung

Das sieht auch Bettina von Streit so, Standortchefin des Chemieriesen Bayer in Berlin. "Das kann zum Standort-Risiko werden", sagt sie. Gerade bei Auszubildenden merke man das, weil sie aus der Wohnungsunterstützung des Landes "rausfielen", es aber nicht schafften mit ihrem Einkommen, eine klassische Azubi-Wohnung zu finden. "Das ist eine Lücke", sagt sie. In der Folge bedeute das für Bayer "ganz konkret, dass wir vor allem Azubis gewinnen können, die noch zu Hause wohnen oder im Umland. Und auf Dauer ist das kein gesunder Zustand." Denn, so von Streit, Bayer sei schließlich ein großer globaler Dax-Konzern. "Wir wollen natürlich die besten Talente und da auch ortsflexibel sein und aus möglichst vielen Regionen rekrutieren."

Sofortige Lösungen für das Problem wird es nicht geben. Aber mit Werkswohnungen und Azubiwohnheimen gibt es erste Ansätze, um die Wohnungsmisere für Azubis zu beenden und Berlin für sie attraktiv zu halten.

Sendung: rbb24 Abendschau, 31.08.2026, 19:30 Uhr

Video: rbb24 Abendschau, 31.08.2026, Anja Herr

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