Beim FC Bayern kann man verlieren. Aber Unions Niederlage beim Meister bestätigt einen beunruhigenden Trend. So kann es nicht weitergehen in Berlin-Köpenick.
Wenn ein Fußballspiel 7:0 endet, dann stellt sich vom Stammtisch bis hoch in die Präsidentenloge überall die selbe Frage: War der Sieger tatsächlich so gut, oder der Verlierer einfach nur grottenschlecht?
Beim 1. FC Union Berlin hatte man darauf am Freitagabend eine klare Antwort. Ob Trainer Mauro Lustrinelli, Kapitän Christopher Trimmel oder Linksverteidiger Tom Rothe: Alle wiesen auf die Qualität des Gegners hin.
Das war ein Stück weit verständlich. In München kann man immer verlieren, und wenn Spieler wie Michael Olise, Harry Kane und Jamal Musiala sich derart in einen Rausch spielen, dann hat Union auch in bester Verfassung keine Chance.
Doch so gut die Bayern auch waren, sollte ihre Qualität nicht als Alibi gelten. Vielmehr sollte die Klatsche in München als Weckruf dienen. Egal, ob der Gegner Bayern München oder SV Elversberg heißt: Wenn Union so weiterspielt, dann wird es schwer mit dem Klassenerhalt.
Höchste Niederlage in Unions BundesligageschichteDas 0:7 war nicht nur die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte. Sie war auch die Fortsetzung eines beängstigenden Trends aus den vergangenen Wochen. In den ersten fünf Pflichtspielen hat Union 21 Gegentore kassiert.
Dafür gibt es gute Gründe. Mit der Umstellung des Abwehrsystems hat Lustrinelli eine schwierige Aufgabe, an der schon seine Vorgänger immer wieder gescheitert sind. Und das nach einem Transfersommer, in dem Union defensiv an Qualität verloren hat.
Der Schweizer sollte also weiterhin die Zeit und die Geduld bekommen, die ihm von Anfang an versprochen wurde. Doch in der Bundesliga ist die Zeit nicht endlos. Und in dieser Saison ist die Konkurrenz gefühlt stärker denn je.
Nicht nur Aufsteiger Elversberg hat einen Traumstart hingelegt. Auch Schalke steht nach vier Spieltagen – inklusive eines Sieges bei Union – gut da. Andere vermeintliche Abstiegskandidaten wie Werder Bremen oder Augsburg waren bisher ebenfalls stärker als erwartet.
Bisher gab es nur zwei Rivalen, die Union mit einem noch schlechteren Start besser dastehen ließen: den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Sollte einer der beiden Klubs am Wochenende punkten, dann würde er an den Berlinern vorbeiziehen. Schaffen es sogar beide, wäre Union sabellenletzter.
Nach den Leistungen in den ersten Wochen dieser Saison wäre das die logische Konsequenz.
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