Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat sein zweites Heimspiel in Folge verloren. 12.000 Zuschauer waren am Samstagnachmittag dabei, als der FCS mit 0:1 gegen den FC Ingolstadt verlor.
Saarbrücken · Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat sein zweites Heimspiel in Folge verloren. 12.000 Zuschauer waren am Samstagnachmittag dabei, als der FCS mit 0:1 gegen den FC Ingolstadt verlor.
13.09.2026 , 13:41 Uhr
Enttäuscht stehen die FCS-Spieler nach der Niederlage gegen Ingolstadt zusammen, Trainer Argirios Giannikis (Mitte) sucht aufmunternde Worte.
Foto: Thomas WieckDer Angstgegner hat wieder zugeschlagen. Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken verlor am Samstag gegen den FC Ingolstadt vor 12.018 Zuschauern im Ludwigspark mit 0:1. Den Treffer des Tages erzielte ausgerechnet Lars Lokotsch, vor dem der FCS-Trainer Argirios Giannikis in der Pressekonferenz am Freitag noch explizit gewarnt hatte.
Dabei starteten die Saarbrücker wie schon beim 6:1-Auswärtssieg gegen den SV Meppen mit viel Schwung. „Wir waren direkt gut im Spiel, hatten in der Anfangsphase auch zwei gute Chancen, machen das Tor aber nicht“, erklärte Giannikis, der sich vor allem über die vergebene Möglichkeit in Minute fünf ärgerte. Nach schöner Vorarbeit von Flügelspieler Kelsey Owusu, der die Kugel scharf in die Mitte legte, setzte Christian Kühlwetter den Ball freistehend neben das verwaiste Ingolstädter Tor. „Ich glaube, in der Phase, wo wir das Tempo aus dem letzten Spiel gegen Meppen mitgenommen haben, das 1:0 machen, sehen wir vielleicht ein anderes Spiel“, sagte Giannikis. „Letzte Woche haben wir zu den perfekten Zeitpunkten die Tore gemacht“, sah Mittelfeldspieler Patrick Sontheimer den Unterschied zum Kantersieg.
Nach der starken FCS-Anfangsphase kam der FCI ins Spiel und schlug in der 27. Minute eiskalt zu. „Das 0:1 fällt dann aus der ersten Möglichkeit der Ingolstädter“, sagte Giannikis – bislang musste der FCS in jedem Heimspiel der Saison einem Rückstand hinterherlaufen. „Das kostet Kraft und Energie, die dann auch in entscheidenden Momenten fehlt“, sagte der Trainer.
Das Gegentor war das Ergebnis einer Saarbrücker Fehlerkette. Erst grätschte Kapitän Florian Pick auf dem linken Flügel gegen Keanan Bennetts ins Leere, dann ließ sich Philip Fahrner zu leicht von Nishan Velupillay abschütteln. Der Australier flankte flach in die Mitte, wo Siemen Voet den Ball leicht abfälschte, weshalb Niko Bretschneider die Kugel genau vor die Füße von Lokotsch stoppte. Der traf platziert aus 14 Metern ins rechte Eck. Das führte zu einem Bruch im FCS-Spiel. „Ich weiß nicht, ob dann vielleicht der Kopf anfängt zu arbeiten“, bemühte sich Innenverteidiger Mladen Cvjetinovic um eine Antwort: „Wir waren zu unsauber in unseren Aktionen, sowohl hinten wie auch vorne.“ Und diese Unsauberkeit zog sich „vom Gegentor an bis zur letzten Minute“, fand Cvjetinovic.
Für Aufregung sorgte die Szene um den eingewechselten Maurice Multhaup, der im Strafraum den Ellenbogen von Ingolstadts Velupillay ins Gesicht bekam (80.). „Die Bilder sind klar: Ellbogen und Nase. Ja, keine Absicht, aber die Regeln sind klar. Ich glaube, wäre der VAR hier gewesen, hätten wir eine andere Entscheidung gehabt“, ordnete Giannikis die Situation ein. Den VAR gibt es aber in der 3. Liga nicht. Der Verdacht auf Nasenbeinbruch bei Multhaup bestätigte sich nach einer eingehenden Untersuchung zum Glück nicht.
Fast wäre dem FCS noch der späte Lucky Punch gelungen, doch der eingewechselte Kai Brünker nickte eine Flanke von Pick in der Nachspielzeit knapp am Tor vorbei (90.+2). „In Summe muss ich sagen, haben wir gut ausgehalten und auch sehr, sehr gut verteidigt“, lobte Gäste-Trainerin Sabrina Wittmann, die ihrem Team „aus dem ersten emotionalen Moment heraus“ einen „verdienten Sieg“ attestierte. Anders sah es Saarbrückens Calogero Rizzuto. Der eingewechselte Außenverteidiger betonte, dass die Niederlage „absolut vermeidbar“ war. „Aber man sieht halt, dass 15 bis 20 gute Minuten leider nicht reichen“, erklärte Rizzuto: „Ich will nicht sagen, dass der Gegner stark war, sondern wir haben ihn stark gemacht.“ Viel Zeit, sich über die zweite Saison-Niederlage zu ärgern, bleibt dem FCS nicht. Am Mittwoch geht es auswärts bei Preußen Münster (19 Uhr) weiter.