Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat einen großen Kader. Bisher haben nicht alle Spieler in ihren Rollen wie erhofft funktioniert. Was muss sich für das nächste Spiel ändern?
Saarbrücken · Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat einen großen Kader. Bisher haben nicht alle Spieler in ihren Rollen wie erhofft funktioniert. Was muss sich für das nächste Spiel ändern?
02.09.2026 , 18:09 Uhr
FCS-Trainer Argirios Giannikis (rechts) bespricht sich mit Sportvorstand Markus Thiele.
Foto: Andreas SchlichterEigentlich hatte Argirios Giannikis, Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, die schönsten Kopfschmerzen, die man sich wünschen könnte. Nach dem Traumstart mit zwei Siegen in zwei Spielen in der Liga präsentierte sich der neu zusammengestellte Kader des FCS direkt konkurrenzfähig. Und auch im DFB-Pokal schieden die Saarbrücker erst mit 2:4 im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Hertha BSC aus. Der FCS-Trainer schien seine Startelf gefunden zu haben. Doch am vergangenen Wochenende folgte die Ernüchterung. Der FCS kassierte im Heimspiel gegen Hansa Rostock (2:4) die erste Niederlage – und hat sich womöglich seines größten Trumpfs der Vorwochen selbst beraubt?
Beim 5:2-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen trafen Stürmer Kai Brünker und Flügelspieler Kelsey Owusu nach ihrer Einwechslung. Und beim 1:0-Sieg beim SSV Jahn Regensburg war es wieder Brünker, der als Joker traf. Die entscheidende Vorlage kam vom ebenfalls eingewechselten Rechtsverteidiger Calogero Rizzuto. „Bei uns im Kader sind nicht nur elf Stammspieler. Es sind locker 15, 16 Stammspieler“, sagte Brünker nach dem Auswärtssieg. Allgemein präsentierte sich Saarbrückens „zweiter Anzug“ stark und heizte den Konkurrenzkampf an.
Im Pokal gegen die Hertha schenkte FCS-Trainer Giannikis Ersatztorhüter Kevin Broll das Vertrauen vor Stammtorhüter Matteo Bignetti. Und der Routinier lieferte, löste aber keine Torwart-Debatte aus. „Matteo ist die Nummer eins und Kevin die Nummer zwei“, stellte Giannikis direkt klar. Daran sollten auch die vier Gegentreffer gegen Hansa nichts ändern.
Gleiches gilt für die Innenverteidigung. Siemen Voet und Mladen Cvjetinovic sind quasi alternativlos. Der einzige gelernte Innenverteidiger Nikola Aracic, der aus der Regionalliga West vom SC Wiedenbrück zum FCS kam, stand in allen vier Spielen nicht im Kader. Diese Chance hat der schon aussortierte Abdoulaye Kamara für sich genutzt. Der 21-Jährige erkämpfte sich seinen Kaderplatz durch gute Leistungen als Innenverteidiger in der Vorbereitung. „Jeder Spieler von uns ist immens wichtig. Egal, ob er startet oder von der Bank reinkommt“, betonte der Trainer.
Hansa Rostock siegt beim 1. FC Saarbrücken
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Vor dem Spiel am Sonntag galt der Ex-Rostocker Sebastian Vasiliadis nach starken Leistungen von der Bank als heißer Startelf-Kandidat. Doch der Mittelfeldspieler zog sich im Training eine Muskelverletzung in der Wade zu und fällt erst mal aus. Dafür feierte Brünker sein Startelf-Debüt – genau wie der Südkoreaner Seung-Joon Lee, der nach Brünkers Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gegen Rostock traf. Beide überzeugten laut Giannikis mit starken Trainingsleistungen.
Gesetzt ist im Angriff Kapitän Florian Pick, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Aber dahinter? Offensivspieler Christian Kühlwetter musste nach zwei schwächeren Auftritten auf die Bank. Genau wie Abdenego Nankishi. Der Flügelspieler vernachlässigte gegen die Hertha seine „Aufgabenstellung defensiv“, wie der Trainer erklärte, und verlor seinen Startelfplatz.
Das Spiel gegen Rostock verlief ähnlich wie die Spiele zuvor, als vor allem die Einwechselspieler frischen Wind brachten. Doch diesmal blieb die Wirkung von der Bank aus. Der eingewechselte Nankishi verschuldete einen Strafstoß, und mit Brünker in der Startformation fehlten Wucht und Körperlichkeit von der Bank. Das dürfte Giannikis mit Blick auf das Spiel beim SV Meppen an diesem Samstag (14 Uhr) seine Startelf überdenken lassen.
Gerade das Zusammenspiel zwischen Brünker und Alexander Staff in der Sturmspitze fremdelte. Doch auch Kühlwetter konnte nach seiner Einwechslung nicht überzeugen. Die Chance für eine Kaderrückkehr der Stürmer Patrick Schmidt oder Dominic Baumann? Dazu könnten auch Kaan Caliskaner und Maurice Multhaup nach ihren Verletzungen bald wieder eine echte Alternative werden.
Gerade Multhaup galt als einer der Gewinner des Trainerwechsels hin zu Giannikis. Er verlängerte im Mai seinen Vertrag um zwei Jahre, verletzte sich kurz darauf aber an der Schulter. Auch der Flügelspieler wird, wenn er wieder 100 Prozent fit ist, Startelf-Ansprüche stellen.
Das stellt Giannikis in den kommenden Wochen vor harte Entscheidungen. „Das Los eines Trainers ist es leider, Spieler zu enttäuschen und nicht zwingend glücklich zu machen. Am Ende können halt immer nur elf Spieler auf dem Rasen stehen“, betonte der Trainer. Und diese elf müssen ihre Leistungen Woche für Woche bestätigen. Gegen Rostock gelang das nicht.